Bundestrainer Löw im Interview

"Schweinsteiger ist einsatzbereit"

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Joachim Löw bezeichnet sich selbst als Wettkampftrainer.

Danzig - Der Coutdown für die DFB-Elf läuft. Bundestrainer Joachim Löw ist im Interview optimistisch und glaubt an die zuletzt angeschlagenen Spieler Schweinsteiger, Klose und Mertesacker.

„Herr Löw, mit welchen Gefühlen sehen Sie dem EM-Auftakt am Samstag gegen Portugal entgegen?“

Joachim Löw (Bundestrainer): „Ich freue mich so langsam darauf, weil sich die Vorbereitung insgesamt schon lange hingezogen hat. Diese Woche war eine sehr wichtige Woche. Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft noch mehr zusammengewachsen ist. Es wird Zeit, dass es endlich losgeht. Im Training ist viel Gift und Dynamik und ein großer Siegeswillen zu spüren. Wir sind gewappnet und hochmotiviert, trotz der nicht ganz leichten Vorbereitung. Wir haben viel getan, wir sind bereit.“

„Auch Bastian Schweinsteiger?“

Löw: „Er hat sich einen besseren Rhythmus erarbeitet. Er konnte alles ohne Probleme mitmachen. Ich denke, dass er körperlich in einem besseren Zustand ist als vor einer Woche. Er ist einsatzbereit.“

„Muss man sich Sorgen um die Achse Mertesacker, Schweinsteiger und Klose machen?“

Löw: „Sie sind im Training stabil. Man muss sehen, was im Turnier passiert. Aber ich habe das Gefühl, dass sie in der Lage sind, Wettkämpfe auf hohem Niveau zu bestreiten.“

„Warum haben Sie sich für Philipp Lahm auf der linken Abwehrseite entschieden?“

Löw: „Er hat bei den Bayern in den letzten zwei, drei Monaten auf rechts gespielt, bei uns aber auf links. Er ist für unser Spiel auf der linken Seite sehr, sehr gut, da ist er für uns am wertvollsten.“

Die Punkteschnitt-Rangliste der deutschen Bundestrainer

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„Auf der rechten Seite wird Jerome Boateng gehandelt. Könnten ihn die jüngsten Schlagzeilen über sein Privatleben belasten?“

Löw: „Jerome ist konzentriert bei der Sache, er hat eine Bringschuld. Es hat mir nicht gefallen, was am Wochenende war, auch wenn es seine freie Zeit war. Wir haben selbstverständlich darüber geredet mit der Mannschaft. Aber ich stelle fest, dass er sich davon nicht beeindrucken lässt. Er muss in der Lage sein, sich in den nächsten Tagen und Wochen zu zerreißen.“

„Es gibt aber auch Spekulationen um Lars Bender als rechter Verteidiger?“

Löw: „Jerome ist die erste Alternative. Aber auch Lars kann die Position gut bekleiden, obwohl er das im Verein noch nie gespielt hat. Ich sehe bei ihm sehr gutes Potenzial. Natürlich kann das auf dieser Position keiner so gut wie Philipp. Aber ich habe ein wahnsinnig gutes Gefühl, dass ich Lars jederzeit bringen kann.“

„Alles spricht bei Portugal nur über Cristiano Ronaldo. Wird man den Portugiesen damit gerecht?“

Löw: „Portugal hat vier, fünf Protagonisten. Das ist eine überragende Mannschaft, technisch eine der besten Mannschaften der Welt. Wir sind gewarnt. Wenn es schnell nach vorne geht, ist Portugal am gefährlichsten. Natürlich haben wir vor Ronaldo größten Respekt. Wir haben es bisher aber immer geschafft, mit einem guten Zweikampfverhalten Spieler wie Messi oder Ronaldo in Schach zu halten. Dafür brauchen wir aber die gesamte Mannschaft.“

„Empfinden Sie vor dem Turnier persönlich diesen großen Druck?“

Löw: „Ich habe bei mir das Gefühl, umso näher das Turnier ist, umso ruhiger werde ich, umso klarer sind meine Gedanken. Klar spürt man die Anspannung, aber ich freue mich auf die Situation. Ich bin ein Wettkampftrainer. Mir sind Spiele gegen Portugal oder Holland viel lieber als gegen die Schweiz. Jetzt zeigt sich, wer die Wettkampfstärke hat. Ich empfinde das nicht als negativen Druck. Ich bin positiver Dinge.“

„Auch in Bezug auf Ihre zuletzt wenig stabile Abwehr?“

Löw: „Auch da. Die Abwehr war bei Turnieren immer stabil. Wir werden gefestigter auftreten als gegen die Schweiz.“

SID

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