Favoriten stolpern

Aalen startet furios, Köln patzt

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Die Spieler des VfR Aalen, hier in der Mitte Martin Dausch, stahlen dem MV Duisburg die Schau.

München - Der 1. FC Köln hat einen Fehlstart hingelegt, der „kleine“ VfR Aalen sorgte dagegen für den ersten Paukenschlag und hat den großen Klubs der 2. Bundesliga überraschend die Schau gestohlen.

Während Aalen seine Zweitliga-Premiere bei Ex-Bundesligist MSV Duisburg hochverdient 4: 1 (2:1) gewann und zumindest vorübergehend die Tabellenspitze übernahm, mussten die Absteiger am ersten Spieltag erfahren, dass die Mission Wiederaufstieg keineswegs zum Selbstläufer wird. Hertha BSC kam gegen den SC Paderborn zu einem glücklichen 2:2 gegen den SC Paderborn, Köln verlor dagegen mit 0:1 bei Eintracht Braunschweig.

Aber auch die anderen Favoriten taten sich schwer. 1860 München mühte sich zu einem 1:0 gegen Aufsteiger Jahn Regensburg, der FC St. Pauli musste sich mit einem mageren 0:0 bei Erzgebirge Aue begnügen. Geheimfavorit FC Ingolstadt verspielte beim 2:2 gegen Energie Cottbus sogar eine 2:0-Führung. Erst am Montagabend (20.15 Uhr/Sky, Liga total!, Sport1) greift der hoch gehandelte Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern gegen Union Berlin in den Kampf um die Aufstiegsplätze ein.

Für das erste Ausrufezeichen sorgte indes am Sonntag schon einmal der VfR Aalen. Für das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl, der nach einer schweren Viruserkrankung erstmals wieder auf der Bank saß, trafen Marcel Reichwein (20.), Martin Dausch (33., Foulelfmeter), Kevin Kampl (48.) und Robert Lechleiter (60.). Die Gastgeber waren durch Branimir Bajic (14.) in Führung gegangen.

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Einen ähnlich tollen Start wie Aalen hätte sich Hertha BSC gewünscht. So blieb Trainer Jos Luhukay nur die Erkenntnis, „dass es noch viel zu verbessern gibt. Es wird ein harter und steiniger Weg. Wir haben noch Luft nach oben“, sagte er nach dem späten Ausgleich (88.) durch Neuzugang Sami Allagui. Für Braunschweig traf Orhan Ademi 20 Sekunden nach seiner Einwechslung und traf Köln bis ins Mark.

Viel Luft nach oben hat auch der TSV 1860, der erstmals seit Jahren wieder offen vom Aufstieg spricht. Die „Löwen“ durften sich bei ihrem Keeper Gabor Kiraly bedanken, dass es kein Fehlstart wurde. Der Ungar hielt vor 45.300 Zuschauern in der 86. Minute einen Strafstoß des Regensburgers Abdenour Amachaibou.

Dass die Sechziger auch noch durch ein Eigentor von Phillip Ziereis (9.) die ersten drei Punkte einfuhren, passte ins Bild. „Natürlich kann ich mit der Leistung nicht zufrieden sein. Die Erwartungshaltung konnten wir leider nicht auf dem Platz umsetzen“, monierte 1860-Coach Reiner Maurer.

Während die Münchner wenigstens gewinnen konnten, musste St. Paulis Mannschaftskapitän Fabian Boll eine Nullnummer in Aue erklären. Wichtig sei gewesen, „dass man nicht verliert. Das haben wir geschafft. Beide sollten mit dem Punkt zufrieden sein“.

Völlig bedient war indes Ingolstadts Trainer Thomas Oral, nachdem Cottbus-Stürmer Boubacar Sanogo (80. und 87.) dem FC einen schon sicher geglaubten Sieg noch entrissen hatte. „Wir haben es versäumt, den Sack zuzumachen. Wir haben unheimlich viel investiert, es ist sehr ärgerlich“, sagte Oral.

„Erleichtert“ war dagegen Andreas Bergmann, Trainer des Ex-Bundesligisten VfL Bochum, nach dem 2:1 gegen Dynamo Dresden. Sein Team hatte ein 0:1 (Mickaël Pote, 28.) durch Treffer des erst 17 Jahre alten Leon Goretzka (53.) und Paul Freier (85.) doch gedreht - für Dynamo-Coach Ralf Loose „eine unnötige Niederlage“.

Im Gegensatz zu Aalen musste sich Neuling SV Sandhausen am Sonntag mit einem 1:1 gegen den FSV Frankfurt zufrieden geben. Simon Tüting hatte dabei in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Führung durch John Verhoek (40.) ausgeglichen.

SID

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