Bundesliga auf Sparkurs - FCB tanzt aus der Reihe

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Einer der teuren Neuzugänge des FC Bayern: Jerome Boateng.

Düsseldorf - Dieses Jahr fahren die Bundesligaklubs in Sachen Transfers nur auf Sparschiene. Einzig der Branchenkrösus FC Bayern hat kräftig investiert. Einige Klubs wollen aber noch nachbessern.

Der FC Bayern setzt auf teure Stars, ein Großteil der Konkurrenz dagegen auf vielversprechende Schnäppchen. Auf seiner Suche nach einem schlagkräftigeren Kader trieb der deutsche Rekordmeister aus München die Gesamtausgaben für die Bundesliga-Transfers beträchtlich in die Höhe. Kurz vor dem Start in die 49. Saison investierten die 18 Clubs rund 132 Millionen Euro. Das ist zwar mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (87 Millionen), aber deutlich weniger als im Rekordsommer 2007 (194 Millionen). Zudem stehen den Ausgaben ungewöhnlich hohe Verkaufserlöse von 102 Millionen Euro gegenüber. Dies ergab eine Erhebung der Nachrichtenagentur dpa.

Nach einer durchwachsenen Spielzeit, in der zwischenzeitlich die Qualifikation für die Champions League in Gefahr geriet, nahm sich der FC Bayern seiner Schwachstellen an. Mit Hochkarätern wie Manuel Neuer (FC Schalke/22 Millionen Euro), Jerome Boateng (Manchester City/13,5) und Rafinha (FC Genua/5,5) soll die Abwehr stabilisiert werden. Nach einer insgesamt rund 45 Millionen Euro teuren Shoppingtour sieht Karl-Heinz Rummenigge den Bedarf gedeckt: “Die Einkäufe sind erledigt. Wir haben alle Spieler, die wir wollten, bekommen“, sagte der Vorstandsvorsitzende dem “Kicker“ trotz der vergeblichen Bemühungen um den ehemaligen Leverkusener Arturo Vidal.

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Andere Clubs werden bis zum Ende der Transferperiode am 31. August traditionell noch nachbessern. Dazu könnte auch der VfL Wolfsburg gehören. Für den Fall, dass sich für den in Ungnade gefallenen Diego ein Käufer findet, wäre Trainer Felix Magath zu weiteren Investitionen bereit. Aber auch ohne zusätzliche Verstärkungen liegt der zuletzt in unteren Tabellenregionen beheimatete Meister von 2009 in der Transfer-Rangliste auf Rang zwei hinter den Bayern. Mit der Verpflichtung von Christian Träsch (VfB Stuttgart) stiegen die Ausgaben auf immerhin 17,5 Millionen Euro.

Die meisten anderen Clubs waren sparsamer. Selbst die Erschließung neuer Geldquellen verleitete Meister Borussia Dortmund nicht zu einer Personal-Offensive. Obwohl sich der BVB in Ivan Perisic (FC Brügge/5,5) den teuersten Einkauf seit neun Jahren gönnte, wurde mehr Geld eingenommen als ausgegeben. Wie schon in den Jahren zuvor setzt die Vereinsspitze auf Jugendstil. “Wir haben es wieder nicht geschafft, das Durchschnittsalter unseres Kaders durch unsere Neuzugänge anzuheben“ , kommentierte Sportdirektor Michael Zorc.

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Neben der Borussia vermeldeten immerhin acht weitere Clubs eine positive Transfer-Bilanz. Dazu gehören auch die ambitionierten Leverkusener, denen es dank des Wechsels von Vidal zu Juventus Turin gelang, die acht Millionen Euro teure Investition in Nationalspieler André Schürrle (Mainz 05) mehr als auszugleichen.

Die Dortmunder Erfolgsstory animierte andere zu einer Verjüngung des Kaders. So trennte sich der Hamburger SV von diversen in die Jahre gekommenen Profis und setzt in Zukunft auf preiswertere Talente. Ähnlich radikal wie beim HSV mit 13 Abgängen fiel der Schnitt beim FC Schalke 04 aus. Immerhin 15 Spieler mussten den Revierclub verlassen. Angesichts der weiterhin angespannten Finanzlage wurden die üppigen Einnahmen aus dem Neuer-Transfer nur bedingt reinvestiert. Deshalb erzielten die Schalker mit rund 18 Millionen Euro das höchste Transfersplus.

dpa

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