Sonntags-Zweitligaspiele

Köln springt auf Platz drei - Sieg für Neururer

+
Das Beten wurde erhört: Anthony Ujah.

München - Bei seinem Comeback auf der Trainerbank führt Peter Nururer die Bochumer zum Dreier in Cottbus. Köln trifft in der Schlussphase und zieht am FCK vorbei - die Zweitligaspiele vom Sonntag im Überblick:

1. FC Köln - VfR Aaalen

Kacper Przybylko hat dem 1. FC Köln im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga einen wichtigen Sieg und die zumindest vorübergehende Rückkehr auf den Relegationsplatz beschert. Der Nachwuchsstürmer traf in der Nachspielzeit (90.+3) gegen den VfR Aalen zum 1:0 (0:0)-Sieg der Kölner, die damit neun Tage nach dem ernüchternden 0:3 beim 1. FC Kaiserslautern vorerst wieder am Konkurrenten vorbeizogen. Als Dritter liegt der FC einen Punkt vor den Pfälzern, die am Montagabend bei Erzgebirge Aue (20. 15 Uhr/Sky und Sport1) aber die Möglichkeit haben, wieder vorveizuziehen. Aufsteiger Aalen steht trotz der Niederlage weiterhin auf dem zehnten Platz.

Vor 44.100 Zuschauern begannen die hoch stehenden Kölner engagiert, kamen gegen gut mitspielende Gäste aber erst nach einer knappen Viertelstunde zu einer ersten echten Gelegenheit. Nachdem Enrico Valentini (6.) zunächst für Aalen vergeben hatte, scheiterte Stefan Maierhofer (14.) für den FC per Kopf am stark reagierenden Daniel Bernhardt im Aalener Tor. Wenig später verfehlte ein Schuss von Christian Clemens das Tor der Gäste nur knapp. Auch in der Folge war der FC die bestimmende Mannschaft in einem schwächer werdenden Spiel, bis zur Pause blieben Chancen auf beiden Seiten Mangelware. Im zweiten Durchgang drängte Köln verstärkt auf die Führung. Anthony Ujah (57.) und Daniel Royer (63.) scheiterten aus dem Spiel heraus, wenig später setzte der eingewechselte Mato Jajalo (66.) einen Freistoß an die Latte. Przybylko sorgte mit seinem ersten Profitor für die Erlösung.

Energie Cottbus - VfL Bochum

Ein Eigentor und ein Last-Minute-Treffer haben Rückkehrer Peter Neururer einen Einstand nach Maß als Trainer des VfL Bochum beschert. Im ersten Spiel unter der Regie des neuen Hoffnungsträgers gewannen die Bochumer bei Energie Cottbus 2:0 (0:0) und verließen mit dem ersten Erfolg nach sieben Spielen ohne Sieg den Abstiegs-Relegationsrang. Der Cottbuser Ivica Banovic (49.) und Zlatko Dedic (90.+2) trafen zum Geburtstags-Sieg für den VfL, der auf den Tag genau vor 75 Jahren gegründet worden war. Mit 29 Punkten liegen die Bochumer nun einen Punkt vor Dynamo Dresden, die am vergangenen Freitag bei Union Berlin nicht über ein 0:0 hinausgekommen waren. Cottbus dürfte durch die Heimniederlage die ohnehin nur noch minimalen Chancen auf die Aufstiegs-Relegation wohl endgültig verspielt haben.

„Mein Befinden ist prächtig, ich bin optimistisch“, hatte Neururer direkt vor der Begegnung gesagt. Am vergangenen Montag war er beim VfL als Retter vorgestellt worden, 1263 Tage nach seiner Entlassung beim MSV Duisburg und zehn Monate nach seinem Herzinfarkt beim Golfspielen. Und Neururer änderte er sein Team im Vergleich zum 0:3 gegen Aue auf gleich vier Positionen. Jonas Acquistapace, Zlatko Dedic, Michael Lumb und Yusuke Tasaka kehrten in die Startformation zurück.

An alle Fußballer: Diese Jubel müsst Ihr beherrschen!

An alle Fußballer: Diese Jubel müsst Ihr beherrschen!

Im Stadion der Freundschaft sahen Neururer und 8555 Zuschauer aber über weite Strecken der ersten Hälfte eine Partie auf nur mäßigem Niveau, allerdings agierte der VfL nicht so verunsichert wie in den vergangenen Begegnungen. Dennoch musste Torhüter Andreas Luthe für die Gäste gleich zweimal in den ersten 45 Minuten das 0:0 retten: Erst lenkte er einen Schuss von John Jairo Mosquera an den Pfosten (27.), später rettete er erneut gegen den Kolumbianer (42.). Bochum hatte mit einem Volleyschuss von Marc Rzatkowski die beste Chance, doch der Ball traf ebenfalls nur den Pfosten (39.). Rzatkowski war auch am 1:0 maßgeblich beteiligt. Seine Freistoßflanke verlängerte Banovic mit dem Hinterkopf ins eigene Tor.

Neururer registrierte das erste Tor unter seiner Ägide reserviert, überschäumende Freude kam nicht auf. Energie-Coach Rudi Bommer wechselte anschließend seinen Toptorjäger Boubacar Sanogo ein. Der VfL stand jedoch sicherer als zuletzt und ließ aus dem Spiel fast keine Chancen mehr zu. Marco Stiepermann traf per Freistoß allerdings noch die Latte (63.).

SC Paderborn - Jahn Regensburg

Der Abstieg von Jahn Regensburg in die dritte Liga ist so gut wie besiegelt. Der Tabellenletzte der 2. Bundesliga holte durch das 0:0 beim SC Paderborn zwar einen Punkt, hat nach dem achten Spiel nacheinander ohne Sieg trotzdem nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Vor den letzten fünf Spielen hat das Team von Trainer Franciszek Smuda neun Punkte Rückstand auf den Relegationsrang.

Die ersatzgeschwächten Regensburger spielten in der ersten Halbzeit einer schwachen Partie vor 6290 Zuschauern nicht wie ein Absteiger und zeigten mehr Engagement als der SC, der im Niemandsland der Tabelle steht. Der Jahn agierte auf Augenhöhe und wäre fast in Führung gegangen, Ramon Machado traf nach einer feinen Einzelleistung in der 19. Minute allerdings nur den Außenpfosten. Selbst nach einer Gelb-Roten Karte gegen Sebastian Nachreiner (52.), der innerhalb von nur gut zwei Minuten zweimal wegen Foulspielen von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus verwarnt wurde, behielten die Gäste die Ordnung. Auch die in Überzahl etwas druckvoller werdenden Gastgeber behielten sie unter Kontrolle. Nach vorne gelang allerdings kaum noch etwas.

sid

Kommentare