Bundesliga: 26 Neue, 32 Millionen Euro, 0 Tore

+
Ricardo Rodriguez überzeugte bei seinem Debüt für den VfL Wolfsburg.

Wolfsburg - 26 Neuzugänge standen den Fußball-Bundesligisten am ersten Rückrundenspieltag zur Verfügung. 13 spielten, keiner traf, überzeugt haben wenige. Nun wollen noch einige Vereine nachlegen.

26 Neue, 32 Millionen Euro, 0 Tore: „Der Winterschlussverkauf“ hat sich für die Fußball-Bundesligisten am ersten Rückrundenspieltag noch nicht ausgezahlt. Die Suche nach dem Retter oder Heilsbringer geht deshalb weiter: Vereine wie der 1. FC Köln oder Hannover 96 suchen Stürmer, Werder Bremen, der FSV Mainz 05 und eventuell auch Hertha BSC Berlin fahnden noch nach Innenverteidigern.

Die Statistiken des ersten Spieltages nach Öffnung des Winterbasars sind jedenfalls ernüchternd: Nur die Hälfte der Neuen kam zum Einsatz, über 90 Minuten spielten nur sechs von ihnen. Zehn, darunter allerdings Verletzte wie Nürnbergs Hanno Balitsch, standen gar nicht erst im Kader. Ein einziger (Nürnbergs Adam Hlousek) bereitete ein Tor vor, im Fachmagazin kicker bekam keiner der Neuen eine bessere Note als 3,0.

Gute Ansätze gab es außer bei Hlousek auch beim Schalker Chinedu Obasi oder dem Lauterer Jakub Swierczok zu vermerken. Fast zwangsläufig auch beim VfL Wolfsburg, wo Power-Shopper Felix Magath für acht Neue rund 30 der bisher 32 ausgebenen Bundesliga-Millionen auf den Markt geworfen hat. Sein jüngster und teuerster Nachrücker war dann auch gleich der beste: Der 19 Jahre alte Ricardo Rodriguez, für 7,5 Millionen vom Heimatklub FC Zürich gekommen, überzeugte als Linksverteidiger beim 1:0 gegen den 1. FC Köln, hatte auf Anhieb die meisten Ballkontakte, lieferte die meisten Vorlagen zu Torschüssen und schoss die Ecken und Freistöße.

Wer kommt? Wer geht? Die Transfers der Winterpause

Wer kam? Wer ging? Die Transfers der Winterpause

Dass Winterneuzugänge nicht das Allheilmittel sind, haben im Vorjahr - noch getrennt voneinander - aber sowohl Magath als auch der VfL erlebt. Der Trainer kaufte für Schalke 04 im vergangenen Jahr vier Spieler nach, alle wurden im Sommer wieder abgegeben. Von den sechs Profis, die sein Manager-Vorgänger Dieter Hoeneß im vergangenen Winter nach Wolfsburg lotste, hat Magath nur noch für Ja-Cheol Koo Verwendung. Der Südkoreaner ist als Offensivspieler nach 21 Bundesligaspielen noch ohne Tor.

Dass sich Winterzugänge aber nachhaltig lohnen können, zeigte keine Saison besser als die vorige. Köln, Stuttgart und Borussia Mönchengladbach belegten damals nach der Hinrunde die letzten drei Plätze. Köln landete mit Michael Rensing, Christian Eichner und Slawomir Pezko Volltreffer, Stuttgart mit Tamas Hajnal und Shinji Okazaki, Gladbach mit Mike Hanke, Martin Stranzl und Havard Nordtveit. Alle drei Klubs blieben in der Liga und zeigten sich auch in dieser Hinrunde deutlich gefestigter.

Außerdem zeigt die Geschichte, dass sich Superdebüts schnell als Strohfeuer entpuppen können. Den besten Einstand hatte 2008 der Frankfurter Martin Fenin gefeiert. Er erzielte bei seinem Debüt alle Treffer zum 3:0 bei Hertha BSC Berlin, schaffte aber dennoch nie wirklich den Durchbruch.

sid

Kommentare