Darmstadts Aytac Sulu rätselt vor dem Regensburg-Spiel über seltsame Serien

„Du kannst es nicht erklären. Fußball ist krank!“

Sein Doppelpack sicherte den Lilien den Sieg gegen Union Berlin: Felix Platte soll auch gegen Regensburg wieder treffen. Foto: Hübner
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Sein Doppelpack sicherte den Lilien den Sieg gegen Union Berlin: Felix Platte soll auch gegen Regensburg wieder treffen.

Für den Verbleib in der zweiten Bundesliga muss der SV Darmstadt 98 weiter punkten. Auch heute gegen Regensburg, die die Lilien zuletzt klar an die Wand spielten.

Darmstadt – Noch ein Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz, noch zwei Zähler zum direkt rettenden Ufer: Am vorletzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga kämpft der SV Darmstadt 98 am heutigen Sonntag (15.30 Uhr) beim SSV Jahn Regensburg um den Erhalt dessen, was er sich in den vergangenen fünf Jahren aufgebaut hat. Kapitän Aytac Sulu rätselt derweil, warum die seit neun Spiele ungeschlagenen Lilien erst auf den letzten Drücker in die Spur gefunden haben.

Von außen betrachtet führt man die zuletzt drei Siege und sechs Unentschieden, die die Südhessen wieder in Schlagdistanz an gleich fünf Konkurrenten (Fürth, Braunschweig, Aue, Dresden, St. Pauli) gebracht haben, auf den im Dezember zurückgekehrten Trainer Dirk Schuster zurück. Besonders die Defensive stabilisierte sich unter dem einstigen Darmstädter Erfolgscoach wieder, der seinen Vertrag ligaunabhängig bis zum 30. Juni 2020 verlängert hat. Zudem machen die Spieler inzwischen einen bissigeren und fitteren Eindruck als unter Ex-Trainer Torsten Frings.

Unter dem hatten die Darmstädter seit Mitte September nicht mehr gewonnen, was gegen Ende der Hinrunde zur Entlassung führte. Kapitän Aytac Sulu klingt aber anders, wenn er die erst so schlechte lange Serie und nun die positive Serie verständlich machen soll: „Du kannst es nicht erklären. Fußball ist krank!“ Man habe auch schon unter Frings gut gearbeitet. „Erst hatten wir eine Serie, wo alles gegen dich läuft. Diesmal haben wir die positive Serie. Das gibt’s eben nur im Fußball.“

Heute in Regensburg sowie nächsten Sonntag im Saisonfinale gegen Aue muss der SV 98 die Positivserie fortsetzen, um nicht trotz der Stabilisierung in der Drittklassigkeit zu verschwinden. Ein enormer Druck, den Regensburg nicht mehr hat. Diese spielen als Aufsteiger und Tabellenvierter eine starke Runde, verspielten durch das 1:4 am vergangenen Sonntag in Duisburg aber fast alle Chancen auf Relegationsplatz drei.

Somit könnte bei den Regensburgern die Luft etwas raus sein, oder sie spielen umso befreiter auf. In der ersten Runde des DFB-Pokals verloren die Darmstädter beim Aufsteiger chancenlos mit 1:3, in der Liga setzte es zuhause ein 0:1. „Regensburg hat uns zweimal in dieser Saison fast an die Wand gespielt, damit sind wir nicht klargekommen“, sagt Sulu.

Er blickt aber auch voraus: „Damals und heute sind aber zwei verschiedene Mannschaften, das kann man nicht miteinander vergleichen. Wir wollen unsere defensive Stabilität auch gegen Regensburg weiterführen und dort etwas mitnehmen.“ Immerhin kann der SV 98 heute rechnerisch selbst im schlimmsten Fall, also einer eigenen Niederlage und Siege der Konkurrenten, noch nicht absteigen. Aue und Dresden nehmen sich im Sachsen-Derby die Punkte weg.

Außer Peter Niemeyer und Baris Atik sowie dem „verschollenen“ Romuald Lacazette (wird von Schuster aus unbekannten Gründen nicht mehr berücksichtigt und darf am Böllenfalltor auch nicht mehr mittrainieren“) stehen dem Trainer fast alle Akteure zur Verfügung. Nur Slobodan Medojevic muss aufgrund muskulärer Probleme für die Partie passen.

Damit ist fast dieselbe Startelf wie beim überzeugenden 3:1 gegen Union Berlin zu erwarten. Damit wäre Ex-Nationalspieler Kevin Großkreutz erneut Bankdrücker und würde rechts hinten vom schnelleren Sandro Sirigu vertreten.

Jens Dörr

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