Griechen-Fans vor EM-Viertelfinale

Unmoralisches Angebot an Merkel

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Angela Merkel wird sich das EM-Viertelfinale wohl nicht live anschauen.

Danzig - Angela Merkel wird wohl nicht zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Griechenland nach Danzig reisen. Bei einem Besuch hätte die Kanzlerin ein dickes Fell gebraucht.

Angela Merkel kommt also wohl nicht. Aus „logistischen Gründen“, teilte ein Regierungssprecher mit, werde die Bundeskanzlerin auf einen Besuch des brisanten EM-Viertelfinals am Freitag zwischen Deutschland und Griechenland wahrscheinlich verzichten. Vielleicht will Merkel aber auch dem Spießrutenlauf entgehen, der ihr in Danzig geblüht hätte. Denn bei der EM nehmen die internationalen Fußball-Fans auf ihre Art „Rache“ für den Sparzwang, den die „Eiserne Lady“ ihren Ländern auferlegt. Einige griechische Fans machten Deutschland schon vor dem Duell auf ihren T-Shirts ein unmoralisches Angebot: „All unsere Schulden für eine Nacht mit Frau Merkel.“ Dass aber wohl nicht jeder Hellas-Anhänger der CDU-Politikerin mit subtilem Humor begegnen würde, war an der Schlagzeile der Zeitung Goal News abzulesen: „Die Bankrotten sind da - jetzt bringt uns Frau Merkel.“

Hier stattet Kanzlerin Merkel unserem DFB-Team einen Besuch ab

Hier stattet Kanzlerin Merkel unserem DFB-Team einen Besuch ab

Über die deutsche Politikerin wird in den Fanlagern liebend gerne gewitzelt, immer wieder taucht ihr Name in Spott-Liedern auf. Begonnen hat der ganze Hype mit acht Freunden aus dem irischen Limerick. Sie schossen vor dem Abflug nach Danzig ein Foto von sich und einer irischen Nationalflagge, auf der geschrieben stand: „Angela Merkel thinks we're at work.„ Sie luden das Bild mit dem ironischen Hinweis zur irischen Arbeitsmoral auf Twitter hoch - und nach wenigen Tagen berichtete die ganze Welt darüber. Initiator Richie Touhy ist der ganze Wirbel fast schon peinlich: "Ich habe Anrufe aus Kanada, China und Südamerika bekommen. Das ist ziemlich verrückt, um ehrlich zu sein.“ Angeblich hat sich auch Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert einen Abzug des Bildes schicken lassen. Er dürfte geschmunzelt haben.

Einige portugiesische Fans feiern in den EM-Stadien und auf den Fanmeilen mit Angela-Merkel-Pappmasken und ernten dafür viele Lacher. Der beliebte portugiesische TV-Moderator Marcelo Rebelo de Sousa hatte vor der Partie gegen Deutschland vergeblich gehofft, „bei jedem Tor unserer Elf in das leidende Gesicht von Frau Merkel“ sehen zu können. Das Spiel endete 1:0 für das DFB-Team. Und zumindest bei den Spielern von Bundestrainer Joachim Löw wird die Kanzlerin nicht veräppelt - im Gegenteil. Spielmacher Mesut Özil postete auf seiner Facebook-Seite ein Foto mit der 57-Jährigen - und schwärmte: „Eine beeindruckende Persönlichkeit.“

Allerdings hat es sich Merkel auch schon etwas mit den deutschen Fans verscherzt. Am Tag des Duells gegen den Erzrivalen Niederlande trug sie bei einer Kabinettssitzung ausgerechnet einen orangefarbenen Blazer. Das niederländische „Handelsblad“ fragte danach: „Ist Merkel ein heimlicher Fan der Niederländer?“ Natürlich nicht! Merkel, seit Jahren glühender Anhänger von Bastian Schweinsteiger und Co., erkannte ihren Fauxpas und wechselte rechtzeitig zum Anpfiff in ein lindgrünes Oberteil.

sid

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