Fast wie die Färöer-Schmach

"Bullen sind zu Nullen geworden"

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Jean-Sebastian Legros (F91 Dudelange/links) gegen Stefan Hierlaender (Red Bull Salzburg)

Salzburg - Dieses Scheitern ist fast so peinlich wie die österreichische Schmach gegen die Färöer-Inseln. Nach dem Euro-Aus gegen F91 Düdelingen muss sich Red Bull Salzburg einiges anhören.

Die Färöer lassen grüßen: Der hoch gehandelte österreichische Fußball-Meister Red Bull Salzburg mit Sportdirektor Ralf Rangnick und Cheftrainer Roger Schmidt erlebte in der Qualifikation zur Champions League gegen den luxemburgischen Nobody F91 Düdelingen sein Waterloo und schied sensationell aus. Nach 0:1 im Hinspiel reichte dem Doublegewinner ein 4:3 im zweiten Duell nicht zum Weiterkommen. „Die Bullen sind zu Nullen geworden“, ätzte orf.at.

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In der Alpenrepublik wurden Erinnerungen an das 0:1-Debakel von Österreichs Nationalmannschaft vor 22 Jahren gegen die Kicker von den Färöer, den Schafsinseln, wach. Der damalige Teamchef Josef Hickersberger hatte damals aufgrund der Pleite in der EM-Qualifikation am 12. September 1990 im schwedischen Landskrona seinen Rücktritt erklärt.

So weit ist es beim österreichischen Vorzeigeklub nicht, allerdings mussten sich die Rangnick, Schmidt und Co. hämische Schlagzeilen in den Medien gefallen lassen. „Red Bull Salzburg - der Meister der Peinlichkeiten“, titelten die Salzburger Nachrichten, und die Krone resümierte: „Peinliche Bullen von Nobodys eliminiert. Europa lacht über die CL-Versager.“ Die Presse schrieb: „Salzburger Trauerspiel im letzten Akt“, und Der Standard urteilte: „Schlimmer geht“s nimmer!„ 20 Minuten aus der Schweiz meinte höhnisch: `Düdeldü - Red Bull mit brutaler Bruchlandung.“

Ratlosigkeit und Entsetzen herrschte bei den Bullen vor. „Anscheinend konnte unser junges Team mit dem Druck nicht umgehen. Dass wir den Weg nach Europa nicht geschafft haben, ist eine große Enttäuschung. Wir müssen uns jetzt professionell verhalten und Wiedergutmachung betreiben. Die Saison ist ja noch lange“, kommentierte der ehemalige Paderborn-Coach Schmidt, der schon wenige Wochen nach seiner Verpflichtung einen mehr als herben Dämpfer einstecken musste.

Abwehrspieler Martin Hinteregger konstatierte: „Das ist eine Katastrophe.“ Die Red-Bull-Profis trotteten mit hängenden Köpfen und konsterniert vom Platz. Immer wieder sah man Schmidt während des Spiels mit rudernden Armbewegungen an der Seitenauslinie stehen, aber seine Motivationshilfen halfen nicht. Die Salzburger spielten, als seien sie von allen guten Geistern verlassen.

Schmidts Team war gegen den krassen Außenseiter dem nervlichen Druck nicht gewachsen, obwohl das Team zum Bundesliga-Saisonstart am vergangenen Samstag noch einen 2:0-Sieg bei Sturm Graz gefeiert hatte. Bis zur 81. Minute lagen die Gastgeber sogar mit 2:3 im Hintertreffen. Erst nach der Gelb-Roten Karte gegen Gästespieler Sofian Benzouien (74.) setzten die Salzburger zur Aufholjagd an, allerdings mehr als das 4:3 sprang nicht mehr heraus.

sid

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