DFB fordert acht Spiele Sperre für Guerrero

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Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat für HSV-Stürmer Paolo Guerrero nach dessen brutalem Foul an Sven Ulreich eine Acht-Spiele-Sperre gefordert.

Hamburg - Der „kleine Krieger“ Paolo Guerrero wird nach seinem brutalen Foul am Stuttgarter Torhüter Sven Ulreich voraussichtlich fast bis zum Saisonende aus dem Verkehr gezogen.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wertete die Blutgrätsche des HSV-Stürmers vom vergangenen Samstag als Tätlichkeit, die „mit unheimlicher Aggressivität und übergroßer Rücksichtslosigkeit“ ausgeführt worden sei, und forderte für Guerrero eine Sperre für acht Spiele.

Zwar hat der Verein gegen das empfohlene Strafmaß bereits Widerspruch eingelegt, allerdings werden dem Tabellen-13. der Fußball-Bundesliga nur geringe Chancen eingeräumt, die Strafe zu mindern. Das Strafmaß wird nach einer Verhandlung vom DFB-Sportgericht verhängt.

Der Kontrollausschuss machte deutlich, dass Guerrero als Erst- und nicht als Wiederholungstäter behandelt wurde. Insofern sei er mit der empfohlenen Sperre noch glimpflich davongekommen. „Ich bin über das Urteil sehr enttäuscht. Ich verzeihe dieses Foulspiel nicht, aber wenn ich es mit anderen Fouls vergleiche, hätte ich nie erwartet, dass es zu einer so harten Strafe kommt“, sagte HSV-Sportdirektor Frank Arnesen. Der Klub empfinde die Sperre als unverhältnismäßig und lege deshalb Einspruch ein.

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Der Däne verwies auf ein Foul von Andreas Ottl gegen den Stuttgarter Tamas Hajnal am 21. Spieltag. Der Mittelfeldspieler von Hertha BSC Berlin war nach seiner Attacke „nur“ für drei Spiele gesperrt worden. „Der Unterschied im Strafmaß ist nicht zu erklären“, sagte Arnesen. Sollte Guerrero tatsächlich für die kommenden acht Spiele gesperrt werden, stünde der 28-Jährige dem HSV erst am 33. Spieltag gegen den FSV Mainz 05 wieder zur Verfügung. Die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB hätte auch eine Sperre von bis zu sechs Monaten zugelassen. Zudem erwartet Guerrero eine saftige vereinsinterne Geldstrafe.

Es war wohl die enorme Intensität des Fouls, die dem Kontrollausschuss zu dem drakonischen Strafantrag kommen ließ. Schließlich war Guerrero Ulreich nach 50 Metern Anlauf mit dem gestreckten rechten Bein und der offenen Sohle voraus in die Beine gesprungen - an der Eckfahne und ohne jede Chance, den Ball zu spielen.

Zudem ließ der 28-Jährige, dessen Nachnahme übersetzt Krieger bedeutet und den Spitznamen „kleiner Krieger“ trägt, nach seiner Aktion jegliche Reue vermissen. „Ich kann nicht behaupten, dass ich den Ball spielen wollte“, sagte der Peruaner, „in diesem Moment habe ich nicht nachgedacht. Ich war frustriert. Aber solche Sachen passieren nicht nur mir. Und ehrlich gesagt, kann ich die ganze Aufregung jetzt nicht so ganz verstehen. Der Torwart ist doch aufgestanden und konnte weiterspielen, er hat sich nicht verletzt.“

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Über die Höhe der klubinternen Geldstrafe wird bei den Hamburgern in den nächsten Tagen entschieden. „Wir wollen dies ohne Emotionalität tun. Seit ich hier bin, hat Paolo sich immer vorbildlich verhalten. Nur das kann ich bewerten. Ich weiß, dass er schon einige Sachen gemacht hat, aber das war vor meiner Zeit. Das berücksichtige ich nicht“, sagte Arnesen.

Guerrero weiß aber schon, was auf ihn zukommen könnte. Bereits mehrfach fiel er seit seiner Ankunft in Hamburg 2006 mit Undiszipliniertheiten auf. Nach seinem legendären Flaschenwurfskandal im April 2010, als er einem pöbelnden Fan eine Plastikflasche ins Gesicht geworfen hatte, musste er zunächst 60. 000 Euro an den Verein zahlen, sowie nach einem Gerichtsbeschluss 100.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung spenden.

Auch mit längeren Sperren hat Guerrero bereits Erfahrung. Während er gegen Stuttgart in der Bundesliga seine erste Rote Karte kassierte, wurde er 2009 nach einem Länderspiel für Peru gegen Uruguay international sechs Spiele gesperrt - weil er den Schiedsrichter beleidigt hatte.

SID

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