Auch Ex-BVB-Profi könnte dabei sein

Bretagne: Eigene Fußball-Nationalmannschaft?

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Der Ex-Dortmunder Damien Le Tallec (l.) könnte für die Bretagne spielen

Paris - Katalonien, Korsika, die Bretagne, sogar Schleswig-Holstein - alle wollen eine eigene "Nationalmannschaft" stellen. Doch FIFA und UEFA sind von solchen Ideen wenig begeistert.

Ihren historischen Irrtum mit den Schafsinseln haben FIFA und UEFA längst korrigiert. Seit 2001 bzw. 2002 darf außer den Traditionsverbänden Großbritanniens nur noch Mitglied des Weltverbands und der Europäischen Fußball-Union werden, wer auch eine eigene Nationalität vorweisen kann. Den bisherigen Mitgliedern wird allerdings Bestandsschutz gewährt.

Doch im äußersten Westen Frankreichs regt sich heftiger Widerstand. „Wir wollen nicht, wie die Färöer, die sich fußballtechnisch von ihrem Staat Dänemark losgelöst haben, auf Kosten Frankreichs Mitglied werden. Aber wir wollen unsere nationale Identität behalten dürfen“, sagt Fanch Gaume, Generaldirektor der Bretagne Football Association: „So wie Wales, Schottland und Nordirland im Rahmen Großbritanniens auch.“

Katalonien mit dem Barca-Idol Johan Cruyff als Trainer (2009 bis Januar 2013) muckt ebenfalls schon lange auf, ihr erstes Länderspiel absolvierte die katalanische Auswahl bereits 1912. Dann gibt es da auch noch Bestrebungen auf Korsika, sogar in Schleswig-Holstein. Und eben in der Bretagne.

„Wir wollen doch niemandem etwas wegnehmen“, sagt Fanch Gaume. „Aber: In der Bretagne darf der französische Staat keine Autobahngebühren erheben. Warum dürfen wir mit einer bretonischen Auswahl keine Länderspiele veranstalten?“

Den Regionenpokal der UEFA hält er für unzureichend: „Da dürfen nur Amateure mitspielen. Die müssen nicht gebürtig aus der Region sein, sondern nur eine Lizenz von einem Verein aus dem Zuständigkeitsbereich haben. So gesehen könnten Spieler von überall her beispielsweise für Baden-Württemberg spielen. Das ist nicht in unserem Interesse.“

Die Bretagne hat mehr als 100 Profifußballer ausgemacht, die dort geboren sind, deren Eltern oder Großeltern von dort stammen oder die bis zum dritten Lebensjahr in die Bretagne eingewandert sind. Nur die - plus talentierte Amateure - erhalten eine Spielberechtigung. Dazu gehört auch der frühere Dortmunder Damien Le Tallec. „Die Spieler kommen gerne, auch wenn das in ihrer Bilanz nicht als offizielles Länderspiel zählt und sie keine Prämien erhalten. Sie wollen allerdings angemessene Gegner haben“, sagt Gaume.

Doch die zu finden, ist schwierig: Der französische Verband wirft den Bretonen Knüppel zwischen die Beine. Das erste Länderspiel der Bretagne fand am 21. Mai 1998 gegen Kamerun statt - danach dauerte es zehn Jahre, bis die Auswahl gegen den Kongo spielen konnte. Der Grund: Die Bretagne durfte keine eigenen Spiele organisieren, sie brauchte einen dem französischen Verband angehörigen Klub als Paten und Ausrichter. Der Verband setzte die Vereine unter sanften Druck, „nein“ zu sagen, er verlangte finanzielle Garantien. Dazu kamen die Profiklubs, die Terminschwierigkeiten vorschoben und Versicherungen gegen Verletzungen forderten.

Das nächste Spiel findet nun am 28. Mai gegen Mali statt. Der Vorverkauf läuft, doch noch wissen die Bretonen nicht, in welchem Stadion sie spielen können. Für Stadionmiete, Sicherheitskräfte, Versicherungen, Flug- und Hotelkosten müssen 400.000 Euro eingeplant werden. Europäische Mannschaften wären teurer; deshalb waren bislang immer Afrikaner zu Gast.

Immerhin hat BeInSport, der französische Pay-TV-Sender in katarischem Besitz, schon eine Fernsehübertragung zugesagt. 2015 möchte Gaume dann eine Britannien-Meisterschaft austragen - zwischen Wales, Nordirland, Schottland und eben der Bretagne. Für 2016 träumt er von einem Spiel gegen Deutschland.

Selbstbewusst sagt der Unternehmer: „So stark wie Andorra, Liechtenstein oder San Marino sind wir auch. Mit unseren aktuellen und ehemaligen Nationalspielern befinden wir uns auf dem Niveau von Norwegen.“ Immerhin.

sid

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