"Satan hatte von ihm Besitz ergriffen"

Breno: Intime Telefonate vor Gericht

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Breno mit seiner Renata - ein Foto aus glücklicheren Tagen

München - Im Prozess gegen Breno ist seine Frau Renata am Mittwoch nicht im Zeugenstand erschienen. Dafür werden ihre intimen Telefonate über den FC-Bayern-Profi  verlesen.

Ihr Anwalt habe dem Landgericht München mitgeteilt, sie wolle von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen, sagte Richterin Rosi Datzmann. Renata Borges werde daher nicht vor Gericht erscheinen.

Stattdessen wurden noch einmal Telefonprotokolle von sehr religiösen Gesprächen Renatas mit Bekannten aus der Zeit nach der Brandnacht verlesen. Wegen Problemen bei der Übersetzung musste die Verlesung wiederholt werden. „Er wurde ein Anderer an diesem Tag“, sagte die Ehefrau über Breno demnach. Und: „Satan hatte schon von seinem Körper Besitz ergriffen.“ Nach dem Brand habe Breno gesagt: „Wenn ich festgenommen werde, ist mein Leben zu Ende.“ Sie betonte während des Gespräches auch, dass sie an seine Unschuld glaube.

Das Landgericht muss herausfinden, ob der heute 22-jährige Breno Vinicius Borges im September vergangenen Jahres seine gemietete Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald in Brand gesteckt hat, in dem das Ehepaar mit drei Kindern lebte. Das Anwesen brannte aus und musste abgerissen werden. Es entstand ein Schaden in Millionenhöhe.

Breno hat sich bislang vor Gericht nicht zu den Vorwürfen der schweren Brandstiftung geäußert. Seiner Ehefrau wäre bei der Aufklärung des Falles möglicherweise eine Schlüsselrolle zugekommen. Nach dem Feuer in ihrem Anwesen lebte Breno mit seiner Familie in einem anderen Haus. Da sein Vertrag beim FC Bayern Ende Juni ausläuft, ist Breno mit seinen Frau und den drei Kindern nach Angaben seines Anwalts inzwischen bei seinem Freund und Mannschaftskollegen Rafinha untergekommen.

Hier lesen Sie, was der Gutachter über die mögliche Brandstiftung sagt.

dpa

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