Breno auf freiem Fuß - FC Bayern: "Sehr glücklich"

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Hier wird Breno aus dem Gefängnis gefahren

München - Der unter Verdacht auf schwere Brandstiftung stehende Abwehrspieler Breno ist gegen Zahlung einer hohen Kaution aus der U-Haft entlassen worden. Die Vorwürfe sind damit aber längst nicht vom Tisch.

Abwehrspieler Breno vom deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München ist am Donnerstag nach Zahlung einer Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der Haftbefehl gegen den Brasilianer wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung sei gegen strenge Auflagen außer Vollzug gesetzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft München I mit. Die Kaution soll nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung 500.000 Euro betragen. Breno hatte seit 24. September in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in München eingesessen. In der Nacht von 19. auf 20. September war die von ihm gemietete Villa im Stadtteil Grünwald im Wert von rund 1,5 Millionen Euro völlig ausgebrannt.

“Wir sind sehr glücklich darüber, dass Breno heute aus der Untersuchungshaft entlassen wurde und er damit zu seiner Familie und dem FC Bayern zurückkehren kann“, erklärte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Die vom Gericht geforderten Auflagen wie vor allem die Zahlung der wahrscheinlich hohen Kaution seien “von Breno mit Hilfe des FC Bayern und seines Anwalts allesamt erbracht worden“. Über einen Hinterausgang verließ der junge Brasilianer daraufhin am Nachmittag die Anstalt in einem abgedunkelten Wagen.

Der Bayern-Profi steht unter Verdacht, vor gut zwei Wochen seine Villa im Münchner Nobel-Vorort Grünwald vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Bei dem Feuer war das angemietete Haus völlig ausgebrannt, es entstand ein Millionenschaden. Rasch geriet der Abwehrspieler, der sich zum Zeitpunkt des Brandes allein in der Villa aufgehalten hatte, ins Visier der Ermittler. Wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr erließ das Amtsgericht München schließlich Haftbefehl gegen den Familienvater.

Die Verdunkelungsgefahr bestehe nicht mehr, betonte am Donnerstag die Staatsanwaltschaft München I, da die verfahrensrelevanten Hinweise allesamt gesichert worden seien. Die Fluchtgefahr wurde durch die Zahlung der Kaution und elf weitere Auflagen ebenfalls beseitigt. Zu den weiteren Auflagen wollte sich die Behörde nicht äußern, allerdings dürften sicher auch Meldeauflagen bestehen. “Bei Verstoß gegen auch nur eine dieser Auflagen kann der Haftbefehl wieder in Vollzug gesetzt und der Beschuldigte wieder inhaftiert werden“, betonte die Staatsanwaltschaft.

“Wenn es eine Möglichkeit gibt, ihn über eine Kaution freizubekommen, werden wir sicherlich alles tun“, hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß nach der Inhaftierung des Profis angekündigt. Am Tag vor dem Brand hatte Breno, der wiederholt mit schweren Verletzungsrückschlägen zu kämpfen hatte, über erneute Knieprobleme berichtet.

“Unsere medizinische Abteilung mit Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt an der Spitze wird nun dafür Sorge tragen, dass Brenos nach wie vor verletztes Knie behandelt und die Verletzung auskuriert wird, damit der Spieler schnellstmöglich wieder in das reguläre Mannschaftstraining eingegliedert werden kann“, kündigte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger nach der Freilassung an.

dpa/sid

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tz-online.de

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