Breno äußert sich

Schlafmittel aus Bayern-Medizinschrank

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Breno bespricht sich mit seinem Anwalt Werner Leitner.

München - Breno hat vor Gericht angegeben, Schlaftabletten in größeren Mengen aus dem Medizinschrank seines langjährigen Vereins FC Bayern München genommen zu haben.

„Von dem Medikament habe ich immer eine Packung zu Hause gehabt, die ich mir aus der medizinischen Abteilung des Clubs einfach mitgenommen habe“, hieß es in einer Erklärung, die sein Anwalt Werner Leitner am Montag vor der. 12. Strafkammer des Landgerichts München I verlas. „Der Medizinschrank war tagsüber offen und ich war wegen meiner Verletzung immer wieder in medizinischer Behandlung.“

Schon vor gut einer Woche hatte Brenos früherer Manager vor Gericht zu Protokoll gegeben, der Abwehrspieler habe beim FC Bayern wiederholt Medikamente wie Schlafmittel erhalten. Dies hatte der Verein zurückgewiesen. „Diese Aussagen entbehren jeglicher Grundlage. Grundsätzlich gibt es beim FC Bayern keine Schlafmittel“, erklärte am vergangenen Montag der damalige Sportdirektor Christian Nerlinger.

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Er könne sich zwar nicht mehr erinnern, ob er das Medikament auch in der Brandnacht eingenommen habe, ließ Breno am siebten Verhandlungstag weiter erklären. Es sei aber gut möglich. Wenn er schlecht schlafen konnte, habe er immer wieder auf das Medikament zurückgegriffen. An dem Abend, an dem das Feuer ausbrach, sei er wegen einer bevorstehenden medizinischen Untersuchung am nächsten Tag sehr nervös gewesen. Breno hat nach Angaben des Aachener Psychiaters Henning Saß in der Zeit vor dem Brand in seinem Haus bis zu einer Flasche Whiskey am Tag getrunken. Es war das erste Mal, dass Breno sich vor Gericht zu den Vorgängen am 19. und 20. September 2011 äußerte.

Seit Mitte Juni muss sich Breno wegen des Vorwurfs der schweren Brandstiftung vor Gericht verantworten. Laut Anklage soll er im September vergangenen Jahres seine gemietete Villa im Münchner Nobel-Vorort Grünwald vorsätzlich in Brand gesteckt haben.

dpa/sid

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