Brasilien-Coach

Scolari rechnet im Halbfinale mit Löw-Elf

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Luiz Felipe Scolari soll Brasilien im eigenen Land zum WM-Titel führen.

Rio de Janeiro - Für Brasiliens Nationalteam hat das ultimative Warm-Up für die WM begonnen. Die Seleção bereitet sich in ihrem Stützpunkt in Teresópolis auf ihre Mission vor, die nur ein Ziel kennt: WM-Titel Nr. 6.

Mit haushohen Erwartungen, fünf WM-Titeln im Rücken und Barca-Star Neymar als Hoffnungsträger ist Brasiliens Seleção unter dem Kommando von Luiz Felipe Scolari ins Trainingscamp gestartet. Die Seleção logiert in Teresópolis rund 100 Kilometer von Rio entfernt. Andere WM-Teilnehmer trainieren schon seit voriger Woche - der Rekordweltmeister hat nur rund zwei Wochen Vorbereitungszeit bis zum Eröffnungsspiel am 12. Juni gegen Kroatien in São Paulo. Scolari rechnet mit einer Begegnung gegen Deutschland im Halbfinale.

Sollte der Gastgeber die Gruppenphase mit den Gegnern Kroatien, Mexiko und Kamerun überstehen, woran in Brasilien niemand ernsthaft zweifelt, dann rechnet der Trainerstab schon mit folgender Marschroute: „Wir gegen Holland (Achtelfinale), danach Italien oder Uruguay, aber wir denken eher an Italien, es wären aber zwei Weltmeister (im Viertelfinale). Dann (im Halbfinale) gegen Deutschland und zum Schluss Argentinien (Finale). Um zu gewinnen müssten wir drei Weltmeister überwinden“, so Scolari über die mögliche Option.

Scolari: "Wird eine WM der Geschwindigkeit und viel Lauferei"

Der Weltmeistertrainer von 2002 rechnet mit einer schnellen Weltmeisterschaft mit hohem Laufeinsatz. „Das wird eine WM der Geschwindigkeit und viel Lauferei“, sagte er der Zeitung „Estado de São Paulo“ (Montag). „In dieser Frage sind wir gut, wir haben auch schnelle Verteidiger. Wir werden nicht viele hohe Bälle sehen“, vermutet Scolari, der bereits seit Sonntagabend im Trainingslager „Granja Comary“ in Teresópolis ist, wohin sich die Seleção-Spieler am Montag aufmachten. Mannschaftsarzt José Luiz Runco habe ihm bestätigt, dass alle Spieler das Training beginnen könnten. „Wir haben keinerlei Verletzungsprobleme“, freute sich Scolari.

Von den 23 Spielern im WM-Kader haben nur sechs WM-Erfahrung: Julio Cesar, Daniel Alves, Maicon, Thiago Silva, Fred und Ramires. Für die überwiegende Mehrheit, auch für Neymar (22), ist die Copa also Neuland. Brasilien trifft am 6. Juni in einem Testspiel auf Serbien. Danach haben die Spieler einen freien Tag. Auch während der WM sind freie Tage eingeplant. Scolari, der seit seinem Amtsantritt Ende 2012 den WM-Sieg („Hexacampeão“) als einziges Ziel ausgab, sieht die Aufgaben seines Teams klar umrissen: „Wir sind hier um Fußball zu spielen. ... Die WM außerhalb des Spielfeldes ist nicht unsere Angelegenheit“, sagte er mit Blick auf mögliche Proteste.

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Allerdings stehe es den Spielern frei, sich etwa über soziale Netzwerke zu den Protesten zu äußern, dies sei aber dann die Meinung des jeweiligen Spielers und nicht etwa die der Seleção oder des Fußballverbandes CBF. Regierung und Polizei müssten sich um die Demonstrationen kümmern. Die Aufgabe der Spieler sei es, Fußball zu spielen. Das müsse man der Bevölkerung erklären. Die WM- Organisatoren hoffen, dass die WM-Stimmung knapp zwei Wochen vor Turnier-Anpfiff sukzessive steigt und im Gegenzug Streiks, Proteste und Negativ-Schlagzeilen abnehmen.

„Der Tag ist das“, feierte der CBF am Montag den langersehnten Trainingsauftakt der Selecao in Teresópolis. Die ersten beiden Tage müssen die Spieler vor allem medizinische Untersuchungen über sich ergehen lassen. Drei Tage vor dem Testspiel gegen Serbien trifft Brasilien am 3. Juni in Goiânia in einer Freundschaftspartie auf Panama. Stürmer Fred brauchte man die WM-Aufgabe nicht lange zu erklären. „Ich will Weltmeister werden. Mein Ziel ist der Titel“, sagte er vor der Abfahrt nach Teresópolis. Mit diesem Wunsch steht er nicht ganz alleine da, denn die Liste der Titelanwärter ist lang.

dpa

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