Gladbach hadert und will nur noch Rang vier

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Der Frust nach dem 2:2 sitzt bei Gladbachs Alexander Ring tief.

Mönchengladbach - So richtig findet Borussia Mönchengladbach nicht in die Spur zurück. Nach dem 2:2 bei Werder Bremen läuft alles auf den vierten Tabellenplatz hinaus.

Die zarten Meisterträume längst verblüht, Rang drei und die direkte Champions-League-Qualifikation fast schon außer Reichweite - im Bundesliga-Endspurt zählt für Borussia Mönchengladbach nur noch das Absichern des vierten Tabellenplatzes, immer noch ein Riesenerfolg für den letztjährigen Relegationsteilnehmer. Und doch war Nationalspieler Marco Reus nach dem 2:2 (0:1) bei Werder Bremenverärgert: „Es war die Riesenchance, mal wieder drei Punkte einzufahren, aber wir haben uns nicht sehr clever verhalten.“

Der Formanstieg der Rheinländer war zwar unverkennbar, er war aber nicht steil genug, um die Partie trotz einer 63-minütigen Überzahl gegen mehr kämpfende als spielende Bremer zu gewinnen. Nach vielen Monaten in der dünnen Luft der Tabellenspitze fehlen den Borussen in der Schlussphase der Liga offensichtlich ein bisschen die Körner. So sah es auch Verteidiger Martin Stranzl: „Wenn man so lange in Überzahl spielt, muss man den Sack einfach zumachen.“

Aber bei sieben Punkten Vorsprung auf den fünftplatzierten VfB Stuttgart reichen den Westdeutschen schon zwei Heimsiege gegen die Abstiegskandidaten 1. FC Köln und FC Augsburg, um Rang vier und damit die Teilnahme an der Qualifikation zur Königsklasse sicher zu buchen. Und bei allem Unmut über das überflüssige Unentschieden im Weserstadion hatte Trainer Lucien Favre auch Positives bei seinem Team entdeckt: „Schon bei Elf gegen Elf hatten wir mehr Torchancen als unser Gegner.“

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Zwei davon nutzte Mike Hanke in der 52. und 67. Minute, um die spannende und phasenweise auch hochklassige Partie zwischenzeitlich zu drehen. Doch die Hanseaten, deren Außenverteidiger Sebastian Boenisch in der 27. Minute wegen einer Notbremse „Rot“ gesehen hatte, kamen durch Naldo (73.) noch zum etwas schmeichelhaften Ausgleich. Markus Rosenberg war vor 42.100 Zuschauern in der ausverkauften Arena in der 18. Minute die Führung gelungen.

Auch die Platzherren reklamierten das Ergebnis als wichtigen Teilerfolg für sich, doch angesichts des schweren Restprogramms sind Rang sieben und die damit verbundene Europa-League-Qualifikation eine echte Herausforderung. Besonders bei den noch ausstehenden Heimspielen gegen Rekordmeister Bayern München und Schalke 04 sind die Norddeutschen in ihrer derzeitigen Verfassung Außenseiter.

Umso wichtiger wäre es, am Freitag (20.30 Uhr/Sky und Liga total! ) beim VfB Stuttgart einen „Dreier“ einzufahren. „Unser gutes Polster ist verspielt. Wir müssen jetzt endlich damit anfangen, Spiele zu gewinnen“, forderte Werder-Kapitän Clemens Fritz. Dass daraus gegen Gladbach nichts wurde, hing für Coach Thomas Schaaf entscheidend mit dem umstrittenen Platzverweis gegen Boenisch zusammen: „Zu einigen Entscheidungen, die wir zuletzt über uns ergehen lassen mussten, fehlen mir die Antworten.“

SID

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