"Wieder zu Hause"

Sahin: Rückkehr des verlorenen BVB-Sohnes

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Nuri Sahin (Mitte) bei seiner Vorstellung mit BVB-Geschäftsführer Hans Joachim Watzke (links) und Sportdirektor Michael Zorc.

Dortmund - Tagelang gab es Dementis, dann meldete der deutsche Meister doch Vollzug. Mit der Rückkehr von Nuri Sahin sorgte Borussia Dortmund für die ersten Transferschlagzeilen des Jahres.

Endlich wieder daheim. Die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte veranlasste Nuri Sahin zu einem Dauerlächeln. Das Ende seines rund eineinhalbjährigen, leidlich fehlgeschlagenen Abenteuers in Madrid und Liverpool sorgte beim Regisseur für sichtbare Erleichterung. Die Aussicht auf mehr Spaß und Spielanteile in Dortmund schürt beim Türken die Hoffnung, zum alten Topniveau als einer der besten Bundesliga-Spieler zurückzufinden.

„Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich bin, wieder zu Hause zu sein“, kommentierte Sahin im Blitzlichtgewitter zahlreicher Kameras: „Ich habe erkannt, dass ich nur beim BVB als Mensch und Fußballer funktioniere.“

Die Sporthöhepunkte des Jahres 2012 in Bildern

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Der 2011 für zehn Millionen Euro vom BVB nach Madrid transferierte Sahin wird vom deutschen Fußball-Meister ausgeliehen. Über die Konditionen des kniffligen Deals mit gleich zwei Vereinen aus Madrid und Liverpool vereinbarten alle Parteien Stillschweigen. „Aber wir halten das Steuer dabei in der Hand“, kommentierte BVB-Sportdirektor Michael Zorc die Frage nach einer Kaufoption für Sahin.

Obwohl der 24-Jährige für Liverpool bereits in der Europa League zum Einsatz kam, kann er für die Champions League nachgemeldet werden. „Und das werden wir auch tun“, kündigte Zorc an.

Nach tagelangen Dementis gab der BVB am Freitagabend die Rückkehr des verlorenen Sohnes bekannt. Der türkische Nationalspieler, der von Real Madrid zum FC Liverpool ausgeliehen worden war, spielte bereits bis 2011 bei Dortmund und wurde mit dem Club deutscher Meister. In Madrid steht der Mittelfeldspieler bis 2017 unter Vertrag.

Sahin kehrt zum zweiten Mal zu seinem Club zurück. Der in Lüdenscheid geborene Profi spielt seit der Jugend 2001 bei der Borussia und wurde 2007 für ein Jahr zum niederländischen Club Feyenoord Rotterdam ausgeliehen. Nach der Rückkehr wurde Sahin unter Trainer Jürgen Klopp Stammspieler und hatte großen Anteil am Gewinn der deutschen Meisterschaft 2011. In 30 Spielen erzielte er sechs Treffer und bereitete acht Tore vor.

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Danach folgte Sahin dem Lockruf der „Königlichen“ und wechselte für zehn Millionen Euro zu Real Madrid. Dort konnte sich der Profi auch wegen einer langwierigen Knieverletzung nicht durchsetzen und wurde im August 2012 zum FC Liverpool ausgeliehen, wo er in sieben Spielen einen Treffer erzielte. Doch die Reservistenrolle an der Anfield Road unter Trainer Brendan Rogers schürten die Comeback-Pläne Richtung Dortmund.

Gerüchte über eine Rückkehr zum BVB waren im Trainingslager der Dortmunder zuletzt dementiert worden. „Das Ganze hat sich erst in den vergangenen 48 Stunden entwickelt“, kommentierte Watzke die dubiose Informationspolitik des Revierclubs und äußerte große Genugtuung über den Coup. „Nuri is back - das ist gut so. Wir haben immer gesagt, dass bei uns die Türen für ihn offen stehen.“ Ähnlich euphorisch äußerte sich Zorc zu der Verstärkung: „Nuri hat großes spielerisches Potenzial und passt auch vom Charakter 100-prozentig zu diesem Verein.“

Bei seinem Debüt am 6. August 2005 war Sahin im Alter von 16 Jahren, elf Monaten und einem Tag der jüngste Bundesligaspieler der Geschichte, wenig später ging er auch als der jüngste Torschütze in die Historie ein. Sein letztes von bislang 135 Bundesligaspielen für den BVB absolvierte Sahin am 17. April 2011, seinen letzten Treffer erzielte er beim 3:1-Sieg in München am 26. Februar 2011.

In der Aufregung um die Sahin-Rückkehr ging die Nachricht über die Vertragsverlängerung von Marcel Schmelzer fast unter. Der Nationalspieler verlängerte seinen bis 2104 datierten Kontrakt beim BVB um drei Jahre bis 2017. „Marcel ist ein wichtiger Baustein unserer nach wie vor jungen Mannschaft“, erklärte Zorc, „damit stehen alle Spieler aus unserer Viererkette langfristig unter Vertrag.“

Von Heinz Büse und Morten Ritter

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