Borussia Dortmund "wie die Schweine"

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Neven Subotic sorgte für den Spruch des Abends.

Bremen - Nach dem 2:0 in Bremen ist der schwache Saisonstart von Meister Borussia Dortmund vergessen. Verteidiger Neven Subotic fand nach dem süßen Sieg drastische Worte.

Sieg im Topspiel und in Unterzahl gekämpft „wie die Schweine“: Nach dem 2:0 (1:0) bei Werder Bremen ist Borussia Dortmund wieder in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga angekommen. Nicht mit der spielerischen Leichtigkeit aus der Meistersaison. Dafür mit einer kämpferischen Vehemenz, die einen Fingerzeig für Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München und das wichtige Champions-League-Duell am Mittwoch bei Olympiakos Piräus bietet.

„Das war ein richtig geiles Spiel. Vielleicht werden wir in einigen Jahren an diesen Sieg zurückdenken. Ich kann überhaupt nicht mehr laufen. Wir haben gekämpft wie die Schweine“, sagte BVB-Verteidiger Neven Subotic nach dem Spiel. Trainer Jürgen Klopp ergänzte: „Das war für mich der süßeste Sieg der laufenden Saison. In Bremen mit elf Mann zu gewinnen, ist schon richtig schwierig. Mit zehn Spielern, hätte ich vorher gesagt, ist es beinahe unmöglich.“

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Es war das erste Ausrufezeichen in der „Woche der Wahrheit“ für die Borussia. Bei einer Niederlage in Bremen hätte der Meister die Bundesliga-Spitze für längere Zeit nur mit dem Fernglas sehen können.

Umso wichtiger war das - laut Klopp - „absolute Weltklasse-Tor“ von Ivan Perisic (42.). Der Kroate erwischte Werder eiskalt, als die Elf von Thomas Schaaf gerade etwas zu ihrer spielerischen Linie gefunden hatte. Nach der berechtigten Gelb-Roten Karte für den Torschützen Perisic (47.) agierten die Bremer, die alle vier vorigen Heimspiele gewonnen hatten, dann aber viel zu kopflos.

„Das war eine große Enttäuschung. Wir haben nichts aus der Partie gegen Hertha dazugelernt, als wir auch in Überzahl waren. So haben wir verdient verloren“, sagte Werders Trainer Thomas Schaaf. Linksverteidiger Lukas Schmitz, der Pech bei seinem Lattenknaller in der 66. Minute hatte, fügte hinzu: „Wir haben in der zweiten Häfte nur noch auf das Dortmunder Tor gespielt. Uns hat etwas Glück gefehlt, das hätten wir aber auch noch stärker erzwingen müssen.“

Als ernsthafter Bayern-Jäger können sich die Norddeutschen so nicht etablieren. Dennoch gab es auf Bremer Seite zumindest einen Spieler, der nicht nur mit dem Kopf schüttelte. Nach 17 Monaten mit Knieproblemen gab der Brasilianer Naldo sein Comeback in der Startelf. „Es war ein Traum wieder zu spielen, einfach wunderschön. Ich bin in jeden Zweikampf gegangen und habe nie an mein Knie gedacht“, sagte der 29 Jahre alte Innenverteidiger.

Allerdings hatte sich Naldo seine Rückkehr eher wie die von Patrick Owomoyela vorgestellt. Der frühere Nationalspieler in Reihen des BVB hatte aufgrund andauernder Achillessehnen-Beschwerden 13 Monate auf einen Einsatz von Beginn an warten müssen und traf an seiner früheren Wirkungsstätte gleich zum entscheidenden 2:0 (71.). „Ich bin einfach nur froh, dass ich mithelfen konnte. Jetzt haben wir zwei bis drei Stunden Busfahrt vor uns, auf der ich das Grinsen wohl nicht aus dem Gesicht bekomme“, sagte Owomoyela.

Apropos Busfahrt: Die scheint bei der Borussia nach Auswärtssiegen richtig Spaß zu machen. Denn auch Neven Subotic konnte es „gar nicht erwarten, dass ich im Bus sitze. Das wird sicher witzig.“ In der Champions League geht es für den Deutschen Meister nun am Mittwoch darum, für diese Stimmung auch auf dem Heimflug aus Piräus zu sorgen. Dafür wird Dortmund in Griechenland laut Owomoyela mit der gleichen Entschlossenheit wie am Freitagabend in die Zweikämpfe gehen: „Wir haben uns bisher in der Champions League nicht mit Ruhm bekleckert. Wenn wir noch ein Wörtchen mitsprechen wollen, müssen wir Mittwoch mit dem Schwung aus Bremen etwas holen.“

sid

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