Merkel motiviert Klopps Elf

BVB schöpft Mut für Mammutprogramm

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Dortmunds Jakub Blaszczykowsi bejubelt seinen Treffer zum 2:0

Dortmund - Rechtzeitig vor dem Start in die Champions League spielte der BVB wieder meisterlich. Das begeisterte auch Kanzlerin Merkel. Für das bevorstehende Mammutprogramm ist jeder Zuspruch wertvoll.

Selbst die Bundeskanzlerin hatte mächtig Spaß. Die Gala von Borussia Dortmund beim 3:0 (2:0) über Bayer Leverkusen bereitete auch Angela Merkel sichtlich Vergnügen. Das 1:0 durch Mats Hummels verleitete sie zu einem Torjubel, ehe sie schlagartig innehielt. Mit breitem Grinsen kommentierte Jürgen Klopp die kleine Gefühlsregung der Regierungschefin. „Ihre Arme haben kurz gezuckt. Aber dann fiel ihr ein, dass sie neutral sein muss.“ Der BVB-Coach empfahl weitere Stadionbesuche in Dortmund: „Sie ist eine Freundin des schönen Fußballs. Für eine Dauerkarte wird sie jedoch zu wenig Zeit haben. Aber wenn sie will, kommt sie immer irgendwie rein.“

Nicht nur Klopp lief zu altbekannter Form auf. Rechtzeitig vor dem Start in die Champions League gegen Ajax Amsterdam kehrte auch beim kickenden Personal der Zauber aus der Meistersaison zurück. Mit verblüffender Leichtigkeit löste der Titelverteidiger die vermeidlich schwere Aufgabe gegen Leverkusen. Hummels (29.), Jakub Blaszczykowski (39.) und Robert Lewandowski (79.) sorgten für den verdienten Sieg.

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Der starke Auftritt vor allem in der ersten Halbzeit veranlasste Klopp zu einem Loblied auf sein Team: „Das ist der Fußball, den wir spielen müssen. Die Messlatte ist gelegt. Und die gilt es nun, im Dreitage-Rhythmus zu überspringen.“

Wie der Coach werteten auch die Spieler das 3:0 als ermutigendes Signal für die Partie an gleicher Stätte gegen den niederländischen Meister und das Mammutprogramm mit bis zu 22 Spielen vor der Winterpause. Der agile Regisseur Ilkay Gündogan machte aus seiner Vorfreude keinen Hehl: „Das gibt uns ein richtig gutes Gefühl für Dienstag. Champions League ist einfach geil.“

Angesichts der kräftezehrenden Terminhatz bis Weihnachten leistete sich Trainer Klopp sogar den Luxus, in den ersten 60 Minuten auf den 17 Millionen Euro teuren Neuzugang Marco Reus zu verzichten. Stattdessen stand dessen Nationalmannschaftskollege Mario Götze erstmals in dieser Saison in der Startformation. Die Rechnung des Trainers ging auf: Anders als in den bisherigen Partien gegen Bremen (2:1) und in Nürnberg (1:1) dominierte sein Team den Gegner nahezu nach Belieben. Die kurze Verbannung auf die Ersatzbank kommentierte Reus unaufgeregt: „Es folgen viele englische Wochen. Da wird jeder gebraucht.“

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Anders als die Dortmunder verpatzten die Gäste ihre Generalprobe für den anstehenden Auftritt auf internationaler Bühne. Fünf Tage vor dem Heimspiel in der Europa League gegen Metalist Charkow blieben sie weit unter ihren Möglichkeiten. Der müde Auftritt der Profis schlug dem Leverkusener Sportdirektor Rudi Völler aufs Gemüt: „Immer nur elegant reicht nicht. Man muss mehr dagegenhalten, das haben wir nicht getan.“

Die zweite Niederlage des Anfang April angestellten Trainerduos Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä sorgte für Rätselraten. Schließlich hatten alle Beteiligten geglaubt, aus dem 1:2 zum Saisonstart in Frankfurt gelernt zu haben. Doch wie schon beim Aufsteiger mangelte es dem Bayer-Team auch in Dortmund an Wille und Einsatz. „Man kann hier verlieren. Aber die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, wurmt mich gewaltig. Wir sind von der ersten Minute an zu passiv aufgetreten“, klagte Lewandowski.

dpa

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