Vor dem Revier-Derby: Respekt statt Rüpeleien

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An Häme ließen es die Dortmunder Fans zuletzt nicht vermissen, doch derzeit steht der FC Schalke vor Borussia Dortmund.

Dortmund - Es geht um die Nummer eins im Revier, Prestige, wichtige Punkte bei der Aufholjagd auf Bayern München: Dennoch begegnen sich der deutsche Meister und Schalke 04 vor dem 141. Revierderby am Samstag mit viel Respekt.

 Respekt statt Rüpeleien, Wattebäuschchen statt Giftpfeile: Vor dem 141. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04, dem Duell des Bundesliga-Dritten und deutschen Meisters gegen den -Zweiten um die Nummer eins im „Pott“ besinnen sich die beiden Ezrivalen auf die eigenen Stärken - und reden den Gegner stark. „Der Reiz des Derbys ist ungebrochen, wichtig ist, besonders in der heutigen Zeit, dass man respektvoll miteinander umgeht“, appellierte Schalkers Sportdirektor Horst Heldt bei Sky Sport News HD vor dem Top-Hit des 8. Bundesliga-Spieltages am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!).

Brisanz birgt die Partie vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion auch so genügend. Double-Gewinner BVB und auch S04 in seinem 1500. Bundesligaspiel dürfen sich keine Niederlagen erlauben, wollen sie nicht den Anschluss an Spitzenreiter Bayern München verlieren.

„Der BVB stolpert im Augenblick über die eigene Erwartungshaltung. Sie bewegen sich im Kampf um die Meisterschaft auf dünnem Eis, so wie sie auftreten und rüberkommen. Wer jetzt noch glaubt, dass Bayern nicht Meister wird, der verkennt die Realitäten und träumt“, meinte Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies in der Sport Bild und konnte sich damit einen kleinen Seitenhieb dennoch nicht verkeifen.

Die Fakten versprechen einen heißen Kampf: Der BVB ist seit 17 Heimspielen ungeschlagen, verlor nur einen (1:2 gegen Hertha BSC am 10. September 2011) seiner letzten 35 Auftritte im eigenen Stadion. Schalke ist saisonübergreifend seit sieben Auswärtsspielen ungeschlagen und hat nur eines der letzten zehn Liga-Spiele verloren.

„Die Woche vor einem Derby ist nach wie vor sehr speziell“, sagte BVB-Kapitän Sebsatian Kehl vor seinem 14. Liga-Duell mit S04 dem kicker. Anspannung und Aufmerksamkeit der Medien würden steigen, „es ist und bleibt etwas Besonderes“. Aber: „Keine Frage. Nicht nur aufgrund der deutschen Meisterschaften 2011 und 2012 - die Nummer 1 sind wir.“

Nicht nur Kehl ist davon überzeugt, dass der BVB nach einem holprigen Saisonstart trotz nur einer Niederlage in den bisherigen zehn Pflichtspielen, immer besser in Fahrt gekommen ist - rechtzeitig vor dem Derby und vor dem wichtigen Gruppenspiel der Champions-League am kommenden Mittwoch gegen den spanischen Rekordmeister Real Madrid. Ein Sieg über Schalke könne den BVB „pushen“, ist der 32-Jährige überzeugt.

Sorgen bereitet den selbstbewussten Borussen allenfalls die personelle Situation. Ein Fragezeichen steht noch hinter Marcel Schmelzer, der bereits im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden (4: 4) wegen einer Knochenstauchung im linken Fuß passen musste. Mario Götze kehrte mit muskulären Problemen aus Berlin zurück - Einsatz ebenfalls nicht sicher.

Garantiert ist indes der Großeinsatz der Polizei, die hofft, dass sich der respektvolle Umgang der beiden Klubs miteinander auch auf die Fans in beiden Lagern überträgt. Die Sicherheitskräfte haben bereits die entsprechenden Vorkehrungen vor dem Emotions-Gipfel getroffen und „entschlossenes und konsequentes“ Vorgehen gegen Gewalttäter angekündigt.

Die Stadt Dortmund hat zudem ein Glasverbot rund um das Stadion verhängt. Anlass seien immer wieder vorkommende Verletzungen. Zudem seien nach Erfahrungen der Polizei in der Vergangenheit Flaschen als gefährliche Wurfgeschosse eingesetzt worden, hieß es. Zwischen 11.00 und 20.00 Uhr dürfen in einem gekennzeichneten Bereich keine Glasflaschen und Gläser mitgeführt werden. Verstöße gegen das Verbot werden konsequent sanktioniert.

sid

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