Zorc: Erwarte Trotzreaktion

BVB-Festakt mit ungünstigen Vorzeichen

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Schalke 04 (Bein links) ist dem BVB in die Parade gefahren

Dortmund - Drei Wochen nach dem famosen Auftritt in Manchester steht für Dortmund gegen Real Madrid die nächste Reifeprüfung in der Champions League an. Der BVB wirkt angeschlagen.

Von Festtagsstimmung keine Spur. Die bittere Niederlage im Revierderby gegen Schalke, der dürftige Bundesliga- Start und die Personalsorgen trüben beim deutschen Meister aus Dortmund die Vorfreude auf das Champions-League-Highlight am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) gegen Real Madrid. Trotz der wenig verheißungsvollen Vorzeichen hofft BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf einen denkwürdigen Fußball-Abend: „Wir spielen gegen den vielleicht berühmtesten Club der Welt und sind bis in die Haarspitzen motiviert.“

Ein Erfolg gegen das Starensemble um die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira könnte helfen, das Stimmungstief nach zuletzt drei sieglosen Pflichtspielen zu vertreiben. Vor allem das 1:2 gegen den Erzrivalen aus Gelsenkirchen schlug mächtig aufs Gemüt. Sportdirektor Michael Zorc nahm die Mannschaft in die Pflicht: „Real könnte genau der richtige Gegner sein. Ich erwarte eine Trotzreaktion.“

Zumindest der starke Auftritt vor drei Wochen beim englischen Meister Manchester City (1:1) und das 1:0 über Ajax Amsterdam im ersten Gruppenspiel machen Mut für die nächste Reifeprüfung gegen die Spanier. Damit wurde der Glaube gefestigt, dass die Borussia - anders als im Vorjahr - auch auf internationaler Bühne ihr großes Potenzial abrufen kann. „Das Spiel in Manchester war eine Explosion. Wenn wir gegen Real das gleiche Spiel abliefen, wird es spannend. Dann können wir auch dem spanischen Meister das Wasser reichen“, befand Innenverteidiger Neven Subotic im „kicker“.

Auch Watzke ist zuversichtlich, dass die Profis gegen Cristiano Ronaldo nicht vor Ehrfurcht erstarren. „Natürlich ist es etwas Besonderes, gegen Real zu spielen. Aber das soll ja in den nächsten Jahren so bleiben. Deshalb müssen wir mit solchen Situationen klar kommen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Wenig ermutigend sind die Prognosen der Mediziner. Wie schon im Derby am Samstag droht der Ausfall mehrerer Leistungsträger. Einzig Mario Götze steht vor einem Comeback. Dagegen verläuft die Genesung von Marcel Schmelzer und Ilkay Gündogan schleppend. Ohnehin keine Option ist der langzeitverletzte Jakub Blaszczykowski. Dennoch vermied Watzke öffentliches Wehklagen: „Vier Nationalspieler können wir definitiv nicht ersetzen. Aber wir wollen - ähnlich wie vor dem Schalke-Spiel - keine Alibi-Diskussion aufkommen lassen. Die Mannschaft, die am Mittwoch auflaufen wird, wird sich gut präsentieren.“

Wie die Borussia klagt auch Real über Probleme, kann das Fehlen von Abwehrspielern wie Marcelo, Alvaro Arbeloa und Fabio Coentrao aber aufgrund seines Edelkaders besser kompensieren als der Revierclub. Nicht zuletzt deshalb will Trainer José Mourinho, dessen Team in der Sportschule Kaiserau logiert, aus der ungünstigen personellen Situation „kein großes Drama machen“. Immerhin steht ihm Khedira nach auskurierter Muskelverletzung wieder zur Verfügung. Er soll ebenso wie Mesut Özil in der Startelf stehen.

Anders als in der Meisterschaft lief für die Königlichen in der Champions League bisher alles nach Plan. Das 3:2 gegen Manchester und das 4:1 bei Ajax sorgten für eine gute Ausgangsposition. „Wenn wir in Dortmund gewinnen, wäre das ein großer Schritt Richtung Gruppensieg“, sagte Khedira. Leicht wird das nach Einschätzung des ehemaligen Stuttgarters aber nicht: „Dortmund hat eine Top-Mannschaft, die trotz der geringen internationalen Erfahrung über große Offensivqualitäten verfügt.“

dpa

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