Nach scharfer Länderspiel-Kritik

Klopp: Bei uns ist Schmelzer nicht der "Depp"

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Jürgen Klopp stellt sich vor seine Spieler

Dortmund - Nach der Länderspiel-Pause und viel Kritik an seinen Nationalspielern geht es für Meister Dortmund zum Start in die englischen Wochen gegen Bayer Leverkusen. Mit dabei: Angela Merkel.

Leverkusen vor der Brust, Amsterdam im Kopf und frustrierte Nationalspieler im Kader: Nach 14 Tagen Länderspielpause geht es für den deutschen Fußball-Meister Borussia Dortmund mit dem Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen in die englischen Wochen. In der Vorbereitung auf den „Neubeginn der Saison“ am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) war Trainer Jürgen Klopp mehr denn je als Psychologe gefordert.

Vehement wehrte sich der BVB-Coach besonders gegen die Kritik an Verteidiger Marcel Schmelzer nach dem WM-Qualifikationsspiel am Dienstag in Österreich (2:1). „Wir werden alles dafür tun, dass man sich als Außenverteidiger nicht allein gelassen fühlen muss. Wenn die Bälle zwei, drei, vier, fünf zuvor nicht thematisiert werden, ist der, der den letzten Fehler macht, der Depp. So haben wir hier in Dortmund Fußball nie verstanden. Deshalb ist Marcel bei uns gut aufgehoben“, sagte Klopp und sandte damit deutliche Signale an Bundestrainer Joachim Löw.

Schmelzer als Säule der Abwehr ist auch gegen Leverkusen gefordert. Ein Sieg würde für den nötigen Rückenwind vor dem immens wichtigen Auftakstpiel in der Champions League bereits am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen Ajax Amsterdam sorgen. Denn bisher lief es in der Saison bei den Schwarz-Gelben recht holprig. Sportdirektor Michael Zorc forderte von den Double-Gewinnern im Interview im Fachmagazin kicker: „Ich erwarte von den Jungs, dass sie zu hundert Prozent konzentriert sind.“

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Anlaufprobleme seien jedoch normal, ergänzte der Ex-Nationalspieler. Nicht von ungefähr bezog der BVB seine vorletzte Heimniederlage gegen Leverkusen am 1. Spieltag der Saison 2010/11 (0:2 am 22. August 2010) - und wurde anschließend Meister. Nun ist der BVB seit einem Jahr (zuletzt 1:2 am 10. September 2011 gegen Hertha BSC) im heimischen Signal Iduna Park ungeschlagen. Nicht im Geringsten interessiert die Westfalen derzeit nach bislang 30 Begegnungen ohne Niederlage die Chance auf einen Bundesliga-Rekord (bisher 36 Spiele des Hamburger SV vom 16. Januar 1982 bis zum 29. Januar 1983).

Mit viel Respekt sieht Klopp dem Gastspiel der Werkself entgegen. „Der Fußball ist in Leverkusen nicht neu erfunden worden. Das Hauptproblem bei Leverkusen ist, dass die Spieler so gut sind“, sagte der Trainer. „Leverkusen zählt zum Favoritenkreis der Liga.“ Dass die Borussen auch in der letzten Meistersaison gegen keinen Gegner weniger Tore erzielten als gegen Bayer (0:0 und 1:0), dient Klopp als schlagender Beweis.

Laut Leverkusens Interimscoach Sami Hyypiä kann sich unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, die als Schirmherrin der Spieltags-Aktion „Geh Deinen Weg“ für die Integration ausländischer Mitbürger auf der Tribüne sitzen wird, auf ein „großes Spiel“ freuen.

Vor der Generalprobe für den Europa-League-Auftakt am Donnerstag (21.05 Uhr) gegen den ukrainischen Vertreter Metalist Charkow appellierte der Finne: „Wir müssen mit viel Selbstvertrauen nach Dortmund fahren und sehr konzentriert sein. Wir wissen, dass der BVB sehr aggressiv ist. Also müssen wir auch bereit sein, sehr aggressiv zu sein.“

SID

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