Kampfansage aus Dortmund

BVB vor Bayern-Knaller: "Jetzt sind wir schlauer"

+
Lukasz Piszczek ist mit dem BVB gegen Düsseldorf ausgerutscht

Dortmund - Im Bundesliga-Schlager am Samstag beim Spitzenreiter in München will Borussia Dortmund nach dem Ausrutscher gegen Düsseldorf eine Trotzreaktion als Antwort geben.

Der Meister hat sich verpokert und den Bayern in die Karten gespielt. „Ja, wir haben uns verzockt, zu wenig Risiko genommen und dafür Lehrgeld bezahlt. Jetzt sind wir auch schlauer“, wetterte Abwehrspieler Neven Subotic von Borussia Dortmund. „Aber, es ist fast schon unser Markenzeichen, dass wir nach solchen Vorstellungen in großen Spielen wieder zurückkommen.“ Oder anders ausgedrückt: Im Bundesliga-Schlager am Samstag (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) beim Spitzenreiter in München soll eine Trotzreaktion als Antwort auf den Rückschlag folgen.

Der Verlust der zwei Punkte beim 1:1 (1:0) gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf wurmt die Borussen gewaltig. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, legte Subotic nach und Kapitän Sebastian Kehl vermisste die „Gier“ der letzten so spektakulären Spielen in der Bundesliga und der Champions League.

Am Ende eines ernüchternden Abends, an dem es die Westfalen verpassten, ihren Vorsprung auf die Verfolger zu vergrößern und Platz zwei zu festigen, blieb die Erkenntnis: Der Double-Gewinner ist auf Vollgas-Fußball programmiert. Nimmt er den Fuß auch nur kurzzeitig vom Pedal, verpuffen die Qualitäten. Siege im Sparmodus dürften bei den Schwarz-Gelben Zufallsprodukte bleiben. Gegen Düsseldorf, das angesichts einer Verletztenmisere von Anpfiff an nur Schadensbegrenzung betrieb, reichte am Ende auch ein engagierter Schlussspurt nicht.

Herbstmeister - so ging's die letzten 21 Jahre weiter

Alle Herbstmeister seit 1989 - und wer am Saisonende den Titel holte

Oder müssen die Borussen mental und körperlich dem Mammutprogramm mit den jüngsten Kraftakten in der Königsklasse schon Tribut zollen? „Natürlich ist es immer schwer, sich wieder neu einzustellen. Heute haben wir das nicht hinbekommen“, erklärte Kehl. Sportdirektor Michael Zorc zeigte sogar Verständnis, schließlich habe man in den letzten Wochen oft am Limit gespielt, die Mannschaft sei oft „abgefeiert“ worden, vielleicht habe auch ein wenig die Konzentration gefehlt.

Trainer Jürgen Klopp hatte ein Geduldsspiel gegen das Abwehrbollwerk der Fortuna prophezeit. Alles schien nach Plan zu laufen, als Jakub Blaszczykowski (43.) seine starke Vorstellung mit einem „Traumtor“ (Klopp) krönte. Doch statt den entscheidenden zweiten Treffer zu landen, versuchte der BVB - München vermutlich schon im Hinterkopf - das Ergebnis zu verwalten. Die Strafe folgte prompt durch den Ausgleich von Stefan Reisinger (78.).

Geduldsspiele passen nicht in die Philosophie des BVB unter Coach Klopp. „Es war zur Halbzeit alles angerichtet. Aber wir hatten unser Gegenpressing heute nicht im Angebot. Und Gegenpressing ist bei uns kein Vorschlag, sondern Pflicht“, meinte der 45-Jährige, der demonstrativ versuchte, die Ruhe vor dem „Gipfel“ zu bewahren.

Klopp wirkte nach seinem 150. Ligaspiel auf der BVB-Bank gefasst, weil klar erkennbar war, welche Schrauben er bis zum Auftritt in München nachstellen muss. Das Fehlen der angeschlagenen Nationalspieler Mats Hummels, Mario Götze und Ilkay Gündogan wollten die seit sechs Spielen (14 Punkte) ungeschlagenen Borussen als Entschuldigung nicht gelten lassen.

Um die nötige Konzentration und Einstellung muss sich Klopp am Samstag nicht sorgen. Denn Subotic formulierte sogleich eine Kampfansage an den souverän führenden Tabellenführer aus München: „Jeder Lauf hat einmal ein Ende.“

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare