Borowski: "Ich bin ziemlich genervt"

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Tim Borowski (Archivfoto) plagen Probleme

Bremen - Fitnessraum statt Fußballplatz, Einsamkeit statt Öffentlichkeit: Das Leben von Tim Borowski hat sich merklich gewandelt.

Der einstige Nationalspieler von Werder Bremen ist zuletzt immer weiter aus dem Blickfeld verschwunden. In dieser Saison wollte der Mittelfeld-Schlaks einen neuen Anlauf nehmen, doch wieder hat ihn eine Verletzung zurückgeworfen.

„Es treten halt immer wieder Probleme auf - das ist der Sachstand“, sagte Borowski der Syker Kreiszeitung. Der gebürtige Mecklenburger plagt sich mit einer Sprunggelenksverletzung herum. Eisern kämpft er im Fitnessraum des Weserstadions um den Anschluss. Genaue Angaben über die Verletzung macht er nicht. „Ich würde es ja gerne erklären, ich kann's aber nicht“, sagt er.

Zuletzt verordneten ihm die Ärzte eine neuartige Spritzenkur. Sollte auch diese Therapie nicht anschlagen, droht eine weitere Operation. Im Gespräch ist eine Klinik in Zürich. Der leidgeprüfte Borowski ist auf alles gefasst, kein Wunder, dass sein Gemütszustand schwankt. „Ich bin ziemlich genervt“, sagt der einst so torgefährliche Mittelfeldspieler.

Schon früh in der Saison kam der neuerliche Knockout. Beim Pokal-Aus gegen den 1. FC Heidenheim Ende Juli (1:2) reichte es noch für 61 Minuten, dann schmerzte der Fuß wieder. Anschließend spielte er noch eine Halbzeit im Testspiel gegen den Zweitligisten Union Berlin , seitdem verfolgt er die Auftritte der Grün-Weißen von draußen. An eine Rückkehr ist derzeit nicht zu denken. „Ich würde mich schon freuen, wenn ich zwei Monate am Stück schmerzfrei auf dem Trainingsplatz stehen könnte“, sagt Borowski.

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Schon die vergangene Saison war ein Reinfall gewesen. Bereits damals quälte ihn die Verletzung, auch eine Operation Ende Oktober brachte keine Besserung. In der Rückrunde konnte er nur mit Schmerzmitteln bestehen, die Auftritte blieben bescheiden, Werder kämpfte lange gegen den Abstieg. Auch die Nationalelf rückte für den technisch versierten Profi in immer weitere Ferne.

Nach knapp zehn Jahren scheint sich die so verheißungsvoll gestartete Karriere des 31-Jährigen dem Ende zuzuneigen. Nach seinem Wechsel in der Jugend von Neubrandenburg zu Werder Bremen war dem Talent in der Saison 2003/2004 bei den Profis der Durchbruch gelungen. Mit seinen beiden Toren im DFB-Pokal-Finale gegen Alemannia Aachen sicherte er Werder am Ende der Saison im Alleingang den Titel.

Auch die Nationalelf ließ nicht lange auf sich warten. 2006 gehörte zu er zum umjubelten DFB-Team, das bei der Heim-WM unter Teamchef Jürgen Klinsmann Platz drei erreichte. Im Achtelfinale beim Elfmeter-Krimi gegen Argentinien gehörte er zu den erfolgreichen Schützen, die die Fortsetzung des „Sommermärchens“ garantierten.

2008 folgte der Wechsel zu den Bayern, doch dort konnte sich der von Klinsmann mal als „beste Nummer 12“ gepriesene Kicker nicht durchsetzen. Nur ein Jahr später kehrte er an die Weser zurück. Für Bremens Trainer Thomas Schaaf war seine Wiederaufnahme in die DFB-Elf nur eine Frage der Zeit - doch im Herbst 2011 ist der Dauerpatient Borowski meilenweit von diesem Ziel entfernt.

sid

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