Presse kritisiert: "Boateng ruiniert alles"

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Kevin-Prince Boateng (l.) flog nach seiner Auswechslung vom Platz

Rom - Nur eine Woche nach seinem großen Auftritt mit drei Toren hat Kevin-Prince Boateng wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Der frühere Bundesliga-Profi sah beim Spiel des AC Mailand bei der AS Rom Rot - Milan gewann dennoch.

„Er kann die Seele des AC Mailand werden“, schrieb das Fachblatt Gazzetta dello Sport kürzlich über Kevin-Prince Boateng. Nach der jüngsten Entgleisung des früheren Bundesliga-Profis müsste es wohl „dunkle Seele“ heißen. Nur eine Woche nach seinem Gala-Auftritt mit drei Treffern in Lecce hat sich Boateng wieder mal als Rüpel gezeigt. Am 9. Spieltag der Serie A sah er wegen Beleidigung des Schiedsrichter-Assistenten die Rote Karte, sein AC Mailand gewann allerdings auch in Unterzahl 3:2 (2: 1) bei der AS Rom.

Es lief die 66. Minute im Stadio Olimpico, als Boateng, offenbar leicht angeschlagen, gegen Urby Emanuelson ausgetauscht werden sollte. Milan führte 2:1, und Boateng ließ sich Zeit. Das gefiel dem Schiedsrichter-Gespann nicht, was es Boateng wohl auch mitteilte. Dieser hatte dann seinerseits noch etwas in Richtung Schiedsrichter-Assistent zu sagen - und sah dafür Rot. Für den Mittelfeldspieler war es der zweite Platzverweis in dieser Saison, am sechsten Spieltag hatte er bei Juventus Turin (0:2) Gelb-Rot gesehen.

„Boateng ist ein stürmischer Spieler, mit seiner Beleidigung ruiniert er alles“, schrieb die Römer Tageszeitung La Repubblica über Boatengs Aussetzer. Laut Gazzetta „überschattete“ der Platzverweis eine „ansonsten sehr positive Leistung“. Boateng freilich wollte nichts falsch gemacht haben. „Boa hat mir zugesichert, er habe nichts gesagt“, sagte Geschäftsführer Adriano Galliani.

Milan indes ließ sich von dem Zwischenfall nicht von seinem Weg abbringen. Zwei Tore von Zlatan Ibrahimovic (17./78.) sowie der Treffer von Alessandro Nesta (30.) - allesamt per Kopf - sicherten bei Gegentoren durch Nicolas Burdisso (28.) und Bojan Krkic (88.) den vierten Sieg in Serie. „Milan fliegt!“, schrieb der Corriere dello Sport. Das tat auch Trainer Massimiliano Allegri kurz vor Spielende, ebenfalls wegen Reklamierens.

Die Rossoneri rückten bis auf zwei Punkte an Tabellenführer Juve heran, der mit dem 2:1 (2:1) im „Derby d'Italia“ die Krise bei Inter Mailand verschärfte. „Wir müssen ruhig bleiben. Wenn wir das tun, wird Milan eine gute Saison haben - in der Serie A und in der Champions League“, sagte Galliani, und Ibrahimovic meinte: „Wenn wir so weiterspielen, sehe ich nicht viele Mannschaften, die uns schlagen können.“

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Inter steckt indes mit weiter nur acht Punkten und nach dem schwächsten Saisonstart seit 1946 im Tabellenkeller fest. „Die Schwarzblauen stehen einen Schritt vor der Serie B“, urteilte die Gazzetta. Juve war im San Siro durch Mirko Vucinic in Führung gegangen (12.), nach dem Ausgleich durch Maicon (28.) traf Claudio Marchisio zum Juve-Sieg (33.). Claudio Ranieri, der erst im September den Trainerposten bei Inter übernommen hatte, steht jetzt schon unter großem Druck. „Ich gebe nicht auf!“, verkündete er.

Einen Rückschlag im Kampf um die vorderen Plätze musste unterdessen auch der SSC Neapel, am Mittwoch Gegner von Bayern München in der Champions League, hinnehmen. Napoli verlor bei Catania Calcio 1:2 (1:1). Edinson Cavani brachte den SSC bereits in der ersten Minute in Führung, doch Giovanni Marchese (25.) und Gonzalo Bergessio (48.) drehten das Spiel.

sid

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