Boateng vor HSV-Spiel: "Etwas Besonderes"

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Jerome freut sich auf sein Wiedersehen mit HSV.

München - Für Jerome Boateng wird das Aufeinandertreffen mit dem HSV ein Stück Vergangenheitsbewältigung. "Es ist etwas besonderes für mich", sagt der neue Abwehrchef der Bayern über die kommende Partie.

Die Fans packt die Wehmut, die Spieler schauen voller Vorfreude auf ein Wiedersehen mit Freunden: Am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga treffen einige namhafte Profis auf Klubs, deren Trikots sie einst mit Stolz durch die Stadien trugen. So steht auch für den deutschen Nationalspieler Jerome Boateng eine Reise in die Vergangenheit an. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) trifft der 23-Jährige mit Bayern München erstmals auf seinen Ex-Klub Hamburger SV - für den jüngeren der Boateng-Brüder kein Spiel wie jedes andere.

„Obwohl nicht mehr so viele alte Kollegen von mir da spielen, ist es etwas Besonderes für mich. Es ist ein anderes Spiel mit anderen Emotionen, auf das ich mich sehr freue“, sagte er vor dem Duell.

Und mit „einigen“ HSV-Profis, unter anderem Dennis Aogo und Änis Ben-Hatira, steht der Innenverteidiger noch immer in engem Kontakt. Entsprechend „freue ich mich auf das Spiel“, sagte Boateng, der sich bei den Norddeutchen immerhin zum Nationalspieler entwickelt hatte.

In drei Jahren trug Boateng 75-mal das Trikot mit der Raute und zog in der Saison 2008/2009 mit dem HSV sowohl ins Halbfinale des DFB-Pokals als auch des UEFA-Cups ein. Im Jahr 2010 kehrte er Hamburg den Rücken und wechselte für 12,5 Millionen Euro nach England zu Manchester City. Nach einem einjährigen, eher trostlosen Gastspiel auf der Insel folgte nun im Sommer der Transfer zum deutschen Rekordmeister.

„Wenn der FC Bayern anfragt, ist das etwas ganz Besonderes. Es ist eine Ehre für mich, bei Bayern zu spielen“, sagt Boateng. Stolze 13,5 Millionen Euro ließ sich der FC Bayern die Künste des Defensivspezialisten kosten. Eine Investition für die Münchner, die sich auszuzahlen scheint.

Boateng agierte bei seinen bisherigen Auftritten für den Rekordmeister souverän, zweikampfstark und ballsicher. Damit brachte er der in der letzten Saison arg wackeligen Abwehr der Bayern in den bisherigen vier Pflichtspielen die erhoffte Stabilität. Erst ein Gegentor mussten die Münchner bisher hinnehmen. „Unsere Defensive steht sehr gut“, lobte Trainer Jupp Heynckes nach dem 2:0 am Mittwoch gegen den FC Zürich.

Nachdem Boateng bei seinen bisherigen Stationen meist auf der Außenbahn zum Einsatz gekommen war, ist er nun endlich in der Mitte angekommen. In München will er nun als Innenverteidiger dem FA-Cup-Sieg mit Manchester City weitere Titel folgen lassen. Meisterschaft und Pokalsieg strebt er an, „und wenn möglich, will ich ins Champions-League-Finale kommen“. Doch zunächst einmal wartet der Hamburger SV, die alte Liebe.

Doch Boateng ist beileibe nicht der einzige Bundesliga-Spieler, der am Wochenende besonders im Fokus steht. Auch der zuletzt erstmals ins Nationalteam berufene Neu-Dortmunder Ilkay Gündogan steht vor dem ersten Duell mit seinem Ex-Klub 1. FC Nürnberg. „Ich freue mich sehr auf das Wiedersehen“, sagte der 23-Jährige, der sogar Parallelen zwischen dem Meisterteam und den Franken festgestellt hat: „Ähnlich wie in Nürnberg gibt es hier einen Wohlfühl-Faktor. Das Team ist eine tolle Gemeinschaft, die mir die Integration leicht gemacht hat.“

Weniger leicht hat es der neue Leverkusener Torhüter Bernd Leno, der gleich in seinem zweiten Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart spielen muss. Der 19-Jährige war erst vor rund einer Woche von den Schwaben unters Bayer-Kreuz gewechselt. Und damit er sich frei von Ablenkungen auf das Spiel vorbereiten kann, verpasste Leverkusens Trainer Robin Dutt dem jungen Schlussmann erst mal einen Maulkorb.

Den wird Schalkes Lewis Holtby vor seiner Rückkehr nach Mainz am Sonntag nicht brauchen. Er sollte sich aber zusammenreißen: Wenn er nach einem Tor wieder wie ein Rockstar feiert, wird das in der alten Heimat sauer aufstoßen.

SID

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