Blamage in Norwegen: VfB kommt nicht aus der Krise

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Immer einen Schritt zu spät: Die Stuttgarter (hier Raphael Holzhauser) bei Molde FK.

Molde - Außer Spesen nichts gewesen: Der Betriebsausflug nach Molde wurde für den VfB Stuttgart zur Frustreise. Für Trainer Bruno Labbadia wird der Druck immer größer.

Das beste Zusammenspiel zeigten die Spieler des VfB Stuttgart nach dem Schlusspfiff. Serdar Tasci, Christian Gentner und Vedad Ibisevic stellten sich nach dem peinlichen 0:2 (0:0) beim norwegischen Meister Molde FK den Fragen der Journalisten - alle anderen VfB-Profis nutzten die Deckung für einen geschlossenen Marsch ins Freie. So viel Hoffnung darf man den enttäuschten Fans mit Blick auf das richtungsweisende Duell am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen also machen: Es gibt Situationen, da weiß die Mannschaft, was sie tun muss, um möglichst schadlos davonzukommen.

Der krasse Gegensatz dazu sind die meisten Auftritte in dieser Saison. Schnitzer in der Abwehr ergänzen sich mit fahrlässiger Chancenverwertung im Sturm. „Zum Spielegewinnen braucht man Konsequenz im vorderen und hinteren Bereich, die hat uns heute in den entscheidenden Momenten einfach gefehlt“, kommentierte Trainer Bruno Labbadia nach dem bitteren Spiel gegen den norwegischen Tabellenführer. Erst hatte sein Team die eigenen Möglichkeiten nicht genutzt, dann Jo Inge Berget (58. Minute) und Daniel Chima (88.) auch noch zum Toreschießen eingeladen.

"Die Effizienz ist uns flöten gegangen"

Wie gegen Bukarest, wie gegen Hoffenheim - der VfB war selbst schuld, dass aus dem vermeintlich gemütlichen Betriebsausflug nach Norwegen eine Frustreise wurde. „Wir haben extrem geschludert bei der Chancenverwertung. Da gewinnst du auf europäischem Niveau kein Spiel, das ist klar. Die Effizienz ist uns flöten gegangen“, schimpfte Sportdirektor Fredi Bobic. Gegen Leverkusen muss dringend ein Erfolgserlebnis her, sonst wird es ungemütliche Länderspielpause.

Lässt man die K.o.-Spiele im Pokal und der Qualifikation zur Europa League weg, liest sich die bisherige Saisonbilanz des VfB Stuttgart so: Acht Spiele, vier Niederlagen, drei Unentschieden. 7:16 Tore. Im Schnitt 0,875 Punkte pro Partie. Platz 15 in der Bundesliga, in der Europa League Letzter in Gruppe E - und das trotz bester Gelegenheiten für einen weiteren Erfolg nach dem 2:0 in Nürnberg. „Ich bin brutalst enttäuscht“, sagte Labbadia. „Wir haben gewusst, dass durch den Sieg nicht sofort alles wieder gut ist. Wir müssen extrem dafür arbeiten, das Selbstvertrauen wieder zu holen. Aber das war zu wenig.“

Viele Möglichkeiten, etwas zu verändern, hat Labbadia nicht. „Wir haben einen sehr kleinen Kader“, betonte der 46-Jährige gefühlt zum hundertsten Mal in dieser Saison. Mit fünf verletzten Spielern wie momentan wird der Spielraum deshalb ganz eng - und wenn die vermeintlich frischen Kräfte wie Zdravko Kuzmanovic ohne Biss agieren, reicht es eben nicht. Nicht gegen den Meister aus Norwegen, ganz sicher nicht gegen Mannschaften aus der Bundesliga.

„Wir müssen stabiler spielen und auf die nächste Möglichkeit warten“, forderte Stürmer Ibisevic, schränkte aber ein: „Es ist nicht einfach, wenn man hinterher läuft.“ Nach dem Rückstand aus den ersten Saisonspielen werden sich die Schwaben in dieser Situation allerdings noch eine Zeit lang befinden, wenn sich nicht schleunigst Besserung einstellt.

dpa

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