Birgit Prinz schießt gegen Silvia Neid

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Erstmals seit dem WM-Aus kritisiert Birgit Prinz (r.) Bundestrainerin Silvia Neid.

Frankfurt/Main - Erstmals nach dem WM-Aus macht Rekordnationalspielerin Birgit Prinz ihrem Ärger Luft. An Bundestrainerin Silvia Neid übt sie harsche Kritik.

“Es gab Szenen, wo ich mich über sie geärgert habe. Natürlich fand ich es auch nicht so toll, was sie in der Öffentlichkeit teilweise erzählt hat, was nicht abgesprochen war“, sagte Prinz im Interview gegenüber der ARD. Die Kapitänin war im zweiten Gruppenspiel gegen Nigeria frühzeitig ausgewechselt worden und beendete ihre internationale Karriere danach auf der Ersatzbank. Neid müsse nun schauen, wo sie sich weiterentwickeln könne, um den Anforderungen von außen besser gerecht zu werden. “Teilweise war es schwierig, was die Kommunikation anging, gerade auch von Silv' mit den älteren Spielerinnen. Das ist nicht immer günstig gelaufen.“

Die 33-Jährige bemängelt auch Neids Umgang mit ihrer Rolle als Spielführerin. “Dann war es natürlich schwierig, dass meine Position als Kapitänin eine sehr umstrittene Rolle war, durch ihr Verhalten, durch ihre Auswechslungen. Dadurch hat sie meine Rolle ins Wanken gebracht. Das hat Unruhe reingebracht“, sagte Prinz.

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Die dreifache Weltfußballerin des Jahres sieht einen Grund des Scheiterns in der mangelhaften Vorbereitung auf die Favoritenrolle und das gesteigerte Medieninteresse. “Ich denke, es wurde schlecht mit der Drucksituation umgegangen. Vorher war es so, dass alles positiv ist, dass wir uns drüber freuen sollen, aber es wurde nicht thematisiert, dass es auch problematisch sein kann. Das ist ein klares Versäumnis.“ Die zweifache Weltmeisterin betonte, dass das Scheitern nicht an einer falschen sportlichen Vorbereitung festzumachen sei: “Wir haben in der Vorbereitung gezeigt, dass wir es können. Es war das Problem des Trainingsweltmeisters. Das sind einfach psychologische Faktoren und die wurden zu wenig beachtet. Ich denke ganz klar, dass Angst die Beine lähmen kann“, so Prinz.

Sie erklärte weiter, dass es keine Missstimmung innerhalb des Teams gegeben habe. “Wir hatten zwischen Jung und Alt keine Probleme. Wir hatten eine intakte Mannschaft.“

Trotz aller Probleme hat Prinz ihren Frieden mit dem traurigen Ende ihrer Nationalmannschafts-Karriere gemacht: “Ich habe das Gefühl, dass ich mich einigermaßen da rausgebracht habe mit der Pressekonferenz. Ich kann es ganz gut akzeptieren und bin da mit mir im Reinen.“ Ob sie für den 1. FFC Frankfurt weiter in der Bundesliga spielen wird, will Prinz “nächste Woche“ entscheiden. Einem Abschiedsspiel mit der Nationalmannschaft stehe sie offen gegenüber.

dapd

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