Bierhoff bläst zum Angriff auf Spanien - Löw freut sich auf "Götzinho"

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Bierhoff fordert einen Titel, da die deutschen Führungsspieler wie Lahm und Schweinsteiger die "Schnauze voll haben von zweiten und dritten Plätzen"

Stuttgart - Vor dem Klassiker gegen Brasilien, bläst Teammanager Oliver Bierhoff zum Angriff gegen Spanien und hofft auf eine natürliche Schwäche der Iberer. Löw wiederum freut sich auf den "Mini-Messi".

Als „Mini-Messi“ Mario Götze am Sonntagmittag zum Treffpunkt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Stuttgarter Nobel-Hotel „Le Meridien“ erschien, klingelten dem 19 Jahre alten Supertalent noch immer die Ohren. „Natürlich ehrt mich das große Lob. Aber nicht meine, sondern die Leistung der Mannschaft steht im Vordergrund“, sagte der Dortmunder Profi, der mit seiner Gala am Freitag beim 3:1 gegen den HSV ganz Fußball-Deutschland verzückt hatte. Diese Bescheidenheit gefällt auch dem Bundestrainer. So schwärmte Joachim Löw vor dem Saisonauftakt des WM-Dritten am Mittwoch in der Schwabenmetropole gegen Rekordweltmeister Brasilien (20.45 Uhr/ARD) von einer erneut „überragenden Vorstellung“ seines Nesthäkchens, DFB-Teammanager Oliver Bierhoff bezeichnete Götze als „absolutes Ausnahmetalent“, und Kaiser Franz Beckenbauer sieht in dem Goldfuß bereits den neuen Lionel Messi.

„Es ist unmöglich, Mario Götze zu stoppen. Besser als er kann man nicht spielen. Er ist da durchgegangen, als ob keine Gegner da sind. Mario hat die Anlagen wie Lionel Messi, dessen Spielverständnis und die Technik. Und er ist ein reiner Instinktfußballer - genau wie Messi“, sagte Beckenbauer der Bild am Sonntag.Tatsächlich wurde Götze wie Messi mit 18 Jahren das erste Mal in die Nationalmannschaft berufen. Und so wie der Weltfußballer beim FC Barcelona konnte sich auch der Sohn eines Uniprofessors in Dortmund in den Jugendteams in aller Ruhe entwickeln. Doch mit der Ruhe ist es für den Nachfolger von Ex-Nationalspieler Bernd Schneider als „weißer Brasilianer“ beim dreimaligen Welt- und Europameister wohl endgültig vorbei.

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„Manchmal nervt es schon, wenn man seine Ruhe haben und einfach nur ins Kino gehen will. Viele Menschen treten mir anders gegenüber. Ich werde als Fußballer gesehen und darauf angesprochen“, sagte Götze der Welt am Sonntag: „Ich habe gelernt, dass ich mir jetzt nicht mehr alles erlauben kann.“ Außerhalb des Platzes bewegt sich Götze derzeit deshalb manchmal noch ein wenig unsicher, auf dem Rasen träumt er jedoch schon von einem Duell mit Messi: „Es ist ein besonderer Reiz für jeden Spieler, einmal gegen Messi zu spielen.“

Für die jungen Nationalspieler wie Dortmunds Sven Bender ist allerdings auch äußerst reizvoll, mit „Götzinho“ in einem Team zu spielen. „Wir nennen ihn Götzinho. Den kannst Du in jeder Höhe anspielen, er saugt die Kugel an, als ob er einen Magneten im Schuh hätte“, sagte der 22-Jährige, der gemeinsam mit Götze, Neuling Ilkay Gündogan und Mats Hummels am Sonntag zum Treffpunkt der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) reiste.

Der von DFB-Kapitän Philipp Lahm angeführte und insgesamt acht Spieler umfassende „FC Bayern Deutschland“ kam nach dem Spiel am Sonntagabend gegen Borussia Mönchengladbach gemeinsam mit Marco Reus als letzte Gruppe zum Treffpunkt der DFB-Auswahl. Während Löw die Truppe zunächst gedanklich auf die interessante Partie gegen den fünfmaligen Weltmeister Brasilien mit den Bundesliga-Legionären Luiz Gustavo (Bayern München) und Renato Augusto (Bayer Leverkusen) vorbereitete, rief Bierhoff bereits den Angriff auf Spanien und den EM-Titel aus.

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„Spieler wie Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker oder Philipp Lahm haben längst die Schnauze voll von zweiten und dritten Plätzen. Es wird jetzt mal Zeit, dass wir einen Titel gewinnen. Und ich habe zudem die Hoffnung, dass die goldene Generation der Spanier langsam müde wird“, sagte der DFB-Teammanager, der überzeugt davon ist, dass Länderspiele wie gegen Brasilien vor ausverkauften Haus in Stuttgart genau das „richtige Rezept“ dafür sind.

Löw, der neben Neuling Gündogan überraschend auch VfB-Angreifer Cacau nominierte, hat großen Respekt vor den Brasilianern. „Sie sind eine der erfolgreichsten Fußball-Nationen der Welt und genießen überall den Ruf, äußerst attraktiv zu spielen. Kein anderes Team hat so eine Ansammlung von überragenden Individualisten in seinen Reihen“, sagte Löw vor dem ersten Duell mit dem fünfmaligen Weltmeister seit dem Confederations Cup 2005 (2:3)

sid

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