Balakow nach langer Reise vorgestellt

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Krassimir Balakow soll den FCK vorm Abstieg retten

Split - Der bulgarische Ex-Nationalspieler Krassimir Balakow ist als neuer Trainer des abstiegsbedrohten Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern vorgestellt worden, nach einer sehr, sehr langen Reise.

Um 02.15 Uhr noch Split, um 14. 30 Uhr schon Kaiserslautern: Nach einer Nacht-und-Nebel-Aktion saß Krassimir Balakow hundemüde im Presseraum des FCK und nahm dennoch voller Tatendrang seine Rettungsmission in Angriff. „Ich bin die ganze Nacht geflogen und gefahren“, berichtete der Bulgare, der noch am Mittwochabend bei Hajduk Split auf der Trainerbank gesessen hatte. Sein Deutsch war bei der Präsentation zwar noch ein wenig eingerostet, doch die Sprache des Fußballs hat er nicht verlernt.

„Ich werde alles unternehmen, damit Kaiserslautern in der ersten Liga bleibt. In so einer Situation muss man optimistisch sein“, sagte der 45-Jährige, der einen Vertrag bis 2013 unterschrieb. Auch im Falle eines Abstiegs soll Balakow das Ruder bei den Roten Teufeln in der Hand behalten. „Wenn das Schlimmste passiert, und das kann man nicht ausschließen, stehe ich für einen Neuaufbau zur Verfügung“, sagte der einst als „Magier“ gefeierte Ballkünstler.

Eine Ablösesumme an Hajduk wird trotz des dort aufgelösten Vertrages nicht fällig. „Das war die Voraussetzung dafür, dass wir uns überhaupt zusammengesetzt haben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz. In Kaiserslautern wird Balakow Nachfolger von Marco Kurz, der am Dienstag nach 16 Punktspielen ohne Sieg entlassen worden war. Ihn erwartet eine Herkules-Aufgabe: Der viermalige Meister hat fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Bereits am Nachmittag leitete Balakow das erste Training.

Vorausgegangen war ein „sehr offenes Gespräch“ zwischen beiden Seiten, so Balakow: „Wir haben über alles gesprochen. Ich glaube, dass wir das Potenzial haben, die Lage zu ändern, auch wenn die Situation sehr schwierig ist. Wir müssen versuchen, die maximale Punktzahl zu holen“, sagte der ehemalige Mittelfeldregisseur des VfB Stuttgart. Als Spieler habe er „nicht so gerne“ auf dem Betzenberg gespielt, gestand der Pokalsieger von 1997: „Es war hier immer eine unglaubliche Atmosphäre und daher sehr schwierig.“

Sein Vorbild und erster Lehrmeister Felix Magath überhäufte Balakow bereits mit Vorschuss-Lorbeer. „Krassimir war ein außergewöhnlicher Spieler. Eine ähnliche Karriere traue ich ihm auch als Trainer zu“, sagte der Manager des VfL Wolfsburg, unter dem Balakow 2003 als Co-Trainer seine ersten Erfahrungen als Coach gesammelt hatte: „Ich bin mir sicher, er wird eine große Karriere als Trainer machen.“

Keine 24 Stunden zuvor hatte Balakow beim Hajduk-Auswärtsspiel gegen HNK Rijeka (3:0) noch auf der Bank gesessen, nach der Rückkehr bestätigte der ehemalige Stuttgarter mitten in der Nacht den Wechsel. „Ich habe das Angebot von Kaiserslautern angenommen, weil ich glaube, dass ich den Abstieg verhindern kann“, sagte Balakow um 02.15 Uhr. Am Morgen flog er nach Deutschland, zuvor hatte er sich von seinen Spielern verabschiedet.

Als Spieler galt Balakow als echter Zauberer: Mit Fredi Bobic und Giovane Elber bildete er das legendäre „magische Dreieck“ beim VfB Stuttgart, mit dem er 1997 den DFB-Pokal gewann. Seine Trainerlaufbahn startete der Bulgare 2003 ebenfalls beim VfB als Assistent von Magath, anschließend zog es ihn in die Schweiz zum Grasshopper Club Zürich und dem FC St. Gallen, den er 2008 nicht vor dem Abstieg bewahren konnte.

Im Januar 2009 übernahm Balakow den bulgarischen Erstligisten Tschernomorez Burgas, wo es zu einem Wiedersehen mit Bobic kam, der am Schwarzen Meer als Geschäftsführer anheuerte. „Er hat einiges drauf als Trainer. Ich habe gesehen, wie er eine Mannschaft mit No-Names zu gewissen Erfolgen führen kann“, sagte der heutige Stuttgarter Sportdirektor kürzlich im Aktuellen Sportstudio des ZDF. Dafür muss er sich aber erst einmal ausschlafen.

sid

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