Besondere Ehre für Özil

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Mesut Özil bei einer Pressekonferenz am Dienstag

Bremen - An seiner alten Wirkungsstätte ist Mesut Özil im Stress. Die Reise nach Bremen bringt für ihn auch viel gutes - unter anderem eine besondere Ehrung.

Mesut Özil ist im Stress. Im noblen Bremer Parkhotel muss der Nationalspieler nicht nur permanent Autogrammwünsche erfüllen, sondern in den wenigen Pausen zwischen den Regenerations-, Taktik- und Trainingseinheiten hat sich auch jede Menge Besuch angesagt. „Ich treffe viele meiner alten Freunde wieder. Von daher freue ich mich, dass wir das erste Länderspiel in diesem Jahr in Bremen haben“, sagt der ehemalige Werder-Profi vor dem Auftritt mit der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch an seiner alten Wirkungsstätte Weserstadion gegen Frankreich (20.45 Uhr/ZDF).

Vor dem Anpfiff wird dem 23-Jährigen noch eine ganz besondere Ehre zuteil. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff wird den Mittelfeldspieler von Real Madrid als „Nationalspieler des Jahres 2011“ ehren. Bei einer Wahl durch die rund 50.000 Mitglieder des Fan Club Nationalmannschaft erhielt der Spieler mit den türkischen Wurzeln mit Abstand die meisten Stimmen.

„Ich bin sehr glücklich darüber, das ist eine große Ehre für mich und eine sehr schöne Auszeichnung“, sagte der 30-malige Nationalspieler, dessen Stern bei der WM 2010 in Südafrika aufging. Anschließend wechselte der frühere Schalker nach zwei Spielzeiten für Werder mit 71 Bundesligaspielen zu Real Madrid. Beim spanischen Rekordmeister konnte sich Özil nahezu auf Anhieb einen Stammplatz erobern und reifte dort zu einem Star.

„Ich bin froh, dass ich für den größten Verein der Welt spielen darf. Ich bin in Madrid viel, viel reifer geworden“, berichtete Özil, der mittlerweile der spanischen Sprache mächtig ist und sich auch mit der einheimischen Kultur angefreundet hat. „Man hat es mir aber auch sehr einfach gemacht“, sagt Özil, der nach eigenen Angaben auch glänzend mit dem nicht gerade einfachen Real-Coach Jose Mourinho zurechtkommt: „Er spricht sehr viel mit mir und unterstützt mich wirklich enorm. Er gibt mir das Vertrauen, dass ich für ihn ein wichtiger Spieler in dieser Mannschaft bin.“

In Bremen wollte Özil, den Joachim Löws Assistent Hansi Flick am Dienstag noch einmal als einen „Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten“ bezeichnete, aber nicht ausführlich über Real sprechen, wenngleich er mit den Königlichen die Meisterschaft und auch den Sieg in der Champions League fest im Visier hat. „Ich bin hier bei der Nationalmannschaft und nur die interessiert mich“, sagte Özil, der der DFB-Auswahl in diesem Jahr trotz starker Konkurrenz den Titel bei der EURO in Polen und der Ukraine zutraut: „Wir haben das Potenzial, jeden zu schlagen und das Zeug dazu, den Titel zu holen.“

Die Franzosen, die Holländer und natürlich Titelverteidiger und Weltmeister Spanien seien auf dem Weg zum EM-Triumph wohl die größten Konkurrenten, räumte Özil ein. Bei Real würde er von den spanischen Nationalspielern beim Training zwar öfter mal im Spaß darauf hingewiesen, wer zuletzt die großen Turnier gewonnen habe, er verspüre aber ebenfalls „einen großen Respekt vor der deutschen Mannschaft“.

Das gelte auch für die Stars von Vorrundengegner Portugal wie Cristiano Ronaldo, Fabio Coentrao oder Pepe, die ebenfalls für Real spielen. Daran, dass er im Juli am liebsten mit der EM-Goldmedaille um den Hals nach Madrid zurückkehren möchte, lässt er keine Zweifel. „Sie wissen, wie stark unsere Nationalelf ist. Die Jungs sagen zwar, dass sie gewinnen - aber ich habe ihnen schon gesagt, dass wir mit Deutschland Gruppensieger und Europameister werden wollen, und zwar ungeschlagen.“

sid

 

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