Robben stichelt - soll aber verlängern

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Arjen Robbens Vertrag beim FC Bayern läuft bis 2013

München - Arjen Robben hat sich über Jupp Heynckes und Franz Beckenbauer beschwert. Seine Vertragsverlängerung bei Bayern München soll dennoch bevorstehen.

„Het is doodzonde“, steht da tatsächlich schwarz auf weiß. Gesagt haben soll das Arjen Robben, Star beim Fußball-Rekordmeister Bayern München. Und es bedeutet: „Das ist eine Todsünde.“ Robben sprach im niederländischen Magazin Nusport, das am 27. März erschienen ist, nicht etwa über Mord, Ehebruch oder Glaubensabfall, laut Katechismus der Katholischen Kirche allesamt Todsünden, sondern darüber, dass ihn Bayern-Trainer Jupp Heynckes auf die Bank gesetzt hat. Das empfand Robben offenbar, genau: als doodzonde.

Und trotzdem soll der Niederländer seinen Vertrag bei den Bayern über 2013 hinaus verlängern wollen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, wird Robbens Vater Hans, der seinen Sohn in Sachen Karriereplanung berät, angeblich Ende April zu abschließenden Gesprächen mit den Bayern-Bossen an die Isar kommen. Dann, will das Blatt in Erfahrung gebracht haben, soll Robben seinen Vertrag - wie von den Bayern-Verantwortlichen bereits seit Monaten gewünscht und erhofft - bis 2015 verlängern.

Die Ausdehnung der Zusammenarbeit schien noch im Winter reine Formsache. Im Trainingslager in Doha/Katar hatte Robben klar positive Signale ausgesendet. Doch wenige Wochen später äußerte er sich im Lichte der Diskussionen um sein angeblich egoistisches Verhalten auf dem Platz und seiner Rolle als Edeljoker deutlich verhaltener. Mittlerweile ist Robben wieder Stammspieler, auch die Ego-Vorwürfe sind verstummt. Bei Robben hat die schwierige Zeit mit Blessuren und zwischenzeitlicher Herabstufung zum Joker aber wohl Spuren hinterlassen.

Robben missfiel es, „dass ich schon nach drei Spielen nicht mehr die Chance bekommen habe, meinen Rhythmus zu erlangen“, wie ihn Nusport weiter zitierte. Heynckes hatte ihn zu Beginn der Rückrunde nach drei Spielen, die Robben über 90 Minuten bestreiten durfte (18. bis 20. Spieltag), auf die Bank gesetzt. Nach zwei Bundesliga-Spielen als Einwechselspieler kam er im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Basel (0:1) wieder von Beginn an.

In dieser Phase wurde die Ego-Debatte wieder schärfer geführt, auch Franz Beckenbauer äußerte sich kritisch gegenüber Robben. Über den „Kaiser“ wolle er nicht allzu viel sagen, meinte Robben, er müsse ja jede Meinung respektieren, aber: „Es sind viele Dinge, in denen ich mich nicht wiederfinden kann und über die ich auch heftig lachen muss.“

Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hätten sich „sehr für mich stark gemacht. Mit ihnen habe ich gute Gespräche geführt. Auch während meiner Verletzung. Das war richtig gut. Aber die anderen...“, wird Robben weiter zitiert. Zu einem bestimmten Zeitpunkt sei es für ihn „ärgerlich“ geworden. „Dann vermisst du auch das Vertrauen innerhalb des Klubs. Ob das Dinge sind, die meine Genesung gefördert haben, weiß ich nicht“, sagte Robben.

Heynckes betonte am Montag, Robben habe sich „so nicht geäußert“. Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick fügte an, Robben habe das entsprechende Interview „nicht gesehen“, also wohl nicht autorisiert. Heynckes weiter: „Das Verhältnis ist ganz hervorragend. „ Auch der Coach rechnet mit einer baldigen Verlängerung des Vertrags, sagte er. „Ich denke, dass er gerade wieder zeigt, wie wichtig er für den FC Bayern ist. Er spielt mannschaftsdienlich. Das macht ihn für uns sehr wertvoll“, ergänzte Heynckes.

Das Gespräch mit Nusport wurde nach dem Spiel der Bayern bei Hertha BSC Berlin (6:0) am 17. März geführt. Robben war da längst wieder unverzichtbarer Stammspieler geworden.

 In den jüngsten sechs Pflichtspielen hat er neun Tore erzielt. Auch deshalb werben die Bayern intensiv um ihren streitbaren Star. Der soll nach Informationen der Münchner tz auch bei Manchester City auf dem Zettel stehen. Der FC Bayern ist gewillt, sich gegen den neureichen Mitbewerber durchzusetzen - daran ändert wohl auch die eine oder andere Sünde nichts.

sid

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