Bayern verurteilt Gerücht um Heynckes-Ablösung

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Jupp Heynckes (l.) mit Hermann Gerland

München - Schon vor dem Sieg gegen den FC Schalke 04 soll es laut eines Medienberichts ein geheimes Gespräch über die mögliche Ablösung von Trainer Jupp Heynckes gegeben haben. Bayern dementiert scharf.

FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat in seiner Manager-Karriere vieles richtig gemacht, aber nicht alles. 1991 bezeichnete er es als den "größten Fehler seines Lebens", seinen Freund Jupp Heynckes als Trainer entlassen zu haben. Umso sicherer scheint der Trainer nach seiner Rückkehr zum FC Bayern nun im Sattel zu sitzen, obwohl es schlecht läuft und zwei von drei geplanten Titeln akut in Gefahr sind. Oder trügt der Schein?

Die "Bild" hat nun in München ein Gerücht aufgeschnappt, wonach sich die Führungsetage bereits vor dem 2:0-Sieg des deutschen Rekordmeisters gegen den FC Schalke über eine mögliche Ablösung Heynckes' ausgetauscht haben soll - Ergebnis unbekannt. Die Vereinsfunktionäre dementieren ein solches Gespräch. Nach dem 0:2 gegen Bayer Leverkusen sind die Bayern einen Schritt näher am Abgrund.

Sollten sie es bei Zeiten wirklich beabsichtigen, sich erneut von Heynckes zu trennen, kommt laut des Berichts ein frühzeitiger Abschied im Sommer in Frage, um das Gesicht aller Beteiligten zu wahren. 

Bayern München hat den „Gerüchte-Journalismus“ um Trainer Jupp Heynckes scharf verurteilt. Teile der Medien hätten am Mittwoch „über eine vorzeitige Demission von Jupp Heynckes spekuliert und sogar Gerüchte in Umlauf gebracht, nach denen es im Klub Diskussionen um die Position des Trainers gegeben habe. Die Verantwortlichen des FC Bayern München verurteilen diese ungeheuerlichen Medien-Spekulationen, die auf keinerlei Fakten basieren, aufs Schärfste“, ließ der Bayern-Vorstand in einer Presseerklärung verlauten.

Der Verein verwahre sich „gegen diese Art von 'Gerüchte-Journalismus'“. Man werde dies künftig „juristisch überprüfen und auch dagegen vorgehen“, hieß es weiter: „Der FC Bayern München hat vollstes Vertrauen in Jupp Heynckes und seine Arbeit.“

Am liebsten würden die Bayern mit Heynckes auch nach dieser Saison weitermachen, um nach diversen Rochaden auf dem Trainerposten seit Anfang 2007 (Hitzfeld, Klinsmann, Heynckes, van Gaal, Jonker, Heynckes) endlich wieder etwas Kontinuität zu haben. Aber der Druck ist groß.

Schon nach dem 0:2 in Leverkusen hatte Heynckes, dessen Vertrag bis 2013 läuft, genervt auf entsprechende Nachfragen reagiert. Er sei hier „als Trainer und nicht als Freund“. Doch als Trainer sind beim FC Bayern Erfolge Pflicht, das weiß auch der zuletzt angespannt wirkende Heynckes.

Als Favorit auf die Heynckes-Nachfolge wird für den Fall der Fälle schon der Gladbacher Lucien Favre gehandelt. Dem Schweizer wird eine enge Beziehung zu Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nachgesagt, mit dem er einst als Profi bei Servette Genf das Zimmer teilte.

Rummenigge hält viel von den Fähigkeiten seines ehemaligen Kollegen, zudem hatte zuletzt „Kaiser“ Franz Beckenbauer Favre seinen Segen gegeben, indem er dessen Arbeit in Gladbach in höchsten Tönen lobte. Favre selbst äußerte sich erst am Wochenende wieder über seine Zukunft sehr kryptisch. Ob er seinen Vertrag in Gladbach (bis 2013) vorzeitig verlängert, steht derzeit in den Sternen.

Ins Gespräch gebracht werden von außen aber auch Namen wie Mirko Slomka (Hannover), DFB-Sportdirektor Matthias Sammer oder Thorsten Fink (Hamburg). Sogar Erfolgscoach Pep Guardiola vom FC Barcelona wird gehandelt. Sicher scheint derzeit nur, dass Wunschkandidat Jürgen Klopp langfristig in Dortmund bleibt und auch Bundestrainer Joachim Löw momentan keine Option darstellt.

tz / sid

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