Bengalos in Dresden - DFB ermittelt wieder

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Zum wiederholten Male haben sich die Fans von Dynamo Dresd en daneben benommen.

Dresden - Das Entzünden von Bengalos beim Ostderby gegen Energie Cottbus könnte Fußball-Drittligist Dynamo Dresden im Kampf gegen den Pokalausschluss um die letzte Chance bringen. Der DFB ermittelt.

Dunkler Qualm stieg im Dresdner Block auf. Vermummte Anhänger wedelten freudig erregt mit brennenden Bengalos umher. Sicherheitskräfte versuchten vom Rasen aus, mit Wasserwerfern zu löschen - doch der Eklat war nicht mehr zu stoppen.

Der Einsatz von Pyrotechnik einiger unverbesserlicher Rowdys kurz vor dem Ostderby gegen Energie Cottbus sorgte bei Dynamo Dresden trotz des 2:1-Sieges für Entsetzen. „Da haben uns einige einen Bärendienst erwiesen“, sagte Dresdens Präsident Andreas Ritter und ergänzte ziemlich verbittert: „Jeder, der normalen Menschenverstand besitzt, weiß doch, wie sehr uns diese Vorfälle jetzt schaden.“

Der Klub-Boss befürchtet - wohl zu Recht - einen negativen Einfluss auf das Berufungsverfahren, mit dem sich der Klub derzeit gegen den Pokalausschluss für die kommende Saison wehrt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Ausschreitungen zur Kenntnis genommen. „Der Kontrollausschuss ist informiert“, bestätigte Sprecher Jens Grittner.

Dresdens droht zusätzliches Ungemach, weil sich der DFB zuletzt den Kampf gegen die Pyrotechnik besonders auf die Fahnen geschrieben hatte. „Sollten wir wegen dieser Vorfälle eine Geldstrafe erhalten, werden wir uns das Geld von den Verursachern zurückholen“, kündigte Ritter an. Der Klub selbst wurde vom Feuerspiel überrascht. „Wir können uns das nicht erklären. Pyrotechnik war in unserem Stadion eigentlich kein Thema“, sagte Klub-Sprecher Holger Scholze.

Die Kritik, dass die Sicherheitskräfte nur halbherzig eingegriffen hätten, wies Ritter zurück. „Dazu können wir jetzt noch nichts sagen.“ Trotz des Vorfalls will der achtmalige DDR-Meister am Revisionsverfahren festhalten und weiter um seine Pokalteilnahme kämpfen. Auch die Freude über den wichtigen Triumph gegen Energie Cottbus hielt sich in Grenzen.

Der Aufsteiger festigte seinen Platz im Mittelfeld, die Bilanz von Trainer Ralf Loose lässt durchaus sich sehen. Allerdings weiß der Trainer immer noch nicht, wie es weitergeht. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Bislang hielt sich die Klubführung mit Signalen auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zurück.

Für Energie Cottbus wurde das Derby sportlich zur Enttäuschung. Auf den neuen Trainer Rudi Bommer, der eigentlich erst zum 1. Januar übernehmen soll, wartet jede Menge Arbeit. Vielleicht ist Bommer aber schon früher da. Beim Heimspiel seines Noch-Klubs Wacker Burghausen am Wochenende kam es zum Eklat. Bommer und Burghausens Vizepräsident Klaus Schultheiss lieferten sich laut Medienberichten nach dem 4:2-Sieg über Carl Zeiss Jena ein heißes Rededuell, bei dem Schultheiss mit dem sofortigen Aus für Bommer drohte - für Cottbus nicht die schlechteste Lösung...

SID

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