Bender-Duell: Diesmal ist es etwas Besonderes

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Der Leverkusener Lars Bender (vorn) kämpft gegen den Dortmunder Sven Bender

Leverkusen - Am Samstag herrscht zwischen den Fußball-Zwillingen Lars und Sven Bender wieder Funkstille. Zwar treffen die Ex-Löwen nicht zum ersten Mal aufeinander - doch diesmal ist es etwas Besonderes.

Sie haben die gleiche Frisur, die gleichen Freunde, die gleichen Interessen, spielen in ihren Vereinen auf der gleichen Position und auch beim modischen Outfit gibt es kaum Unterschiede. Lars und Sven Bender sind Zwillinge wie sie im Buche stehen, immer auf einer Wellenlänge. Das kann aber auch zu Konflikten führen. Zum Beispiel am kommenden Samstag (18.30 Uhr). Dann werden sich Lars und Sven im Duell des Vizemeisters Bayer Leverkusen mit Titelverteidiger Borussia Dortmund gegenüberstehen. Dann herrscht unter den eineiigen Zwillingen für 90 Minuten Funkstille.

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Auch Vater Hartmut und Mutter Sabine sind dann auf der Tribüne hin- und hergerissen und hoffen im Sinne des Familienfriedens auf ein Unentschieden. “Es ist etwas Besonderes gegen seinen Bruder zu spielen“, sagt Lars, der die besondere Beziehung hervorhebt: “Wir haben uns von klein auf gut verstanden, hatten den selben Freundeskreis - egal ob in der Schule oder im Verein. Wir haben immer toll harmoniert.“

Erstes Duell als Stammspieler

Es ist nicht das erste direkte Aufeinandertreffen der Beiden. Aber erstmals können beide von sich behaupten, Stammspieler in ihrem Klub zu sein. Was Sven beim BVB bereits in der vergangenen Saison gelungen war, hat nun auch Lars in Leverkusen geschafft. Der 22-Jährige ist bei Robin Dutt gesetzt. Ein Privileg, dass der frühere Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack aktuell nicht von sich behaupten kann.

“Ich brauche einen Künstler wie Renato Augusto, einen Strategen wie Simon Rolfes oder Ballack und ein Mischtyp wie Lars Bender“, erklärt Dutt. Dieser Mischtyp spult regelmäßig Spitzenwerte von zwölf Kilometern im Spiel ab, ähnlich wie Sven in Dortmund. “Er ist mein persönlicher Fußballer des Jahres“, lobt Klopp, der den unbändigen Einsatzwillen und die hohe Laufbereitschaft seiner Nummer 22 schätzt.

Sven bereits Nationalspieler und Meister

Lars und Sven Bender ähneln sich aber nicht nur äußerlich oder in ihrem sportlichen Werdegang, sie gleichen sich auch bei ihrer Spielweise. “Über Stärken und Schwächen sollen andere urteilen. Wir ziehen unser Ding durch“, sagt Sven, der zwölf Minuten nach Lars zur Welt gekommen ist, seinem Bruder aber inzwischen etwas voraus hat. Im März gab er beim 1:2 gegen Australien in Mönchengladbach sein Debüt in der Nationalmannschaft und auch in Sachen Meistertitel steht es 1:0 für den Wahl-Dortmunder. Es sind die einzigen Unterschiede in der sportlichen Karriere, ansonsten arbeiteten sich die gebürtigen Bayer im Gleichschritt empor.

Mit viereinhalb Jahren traten beide beim TSV Brannenburg im Rosenheimer Land erstmals gegen den Ball, 1999 ging es zusammen zur SpVgg Unterhaching, drei Jahre später zu 1860 München. Seite an Seite feierte das Tandem, das in München gemeinsam eine Wohnung bezog, auch den größten Erfolg ihrer Jugendzeit. 2008 wurden sie mit der U19-Auswahl Europameister.

Nach wie vor ständiger Kontakt

2009 trennten sich dann die Wege. Sven wechselte nach Dortmund, Lars wenige Wochen später nach Leverkusen. Irgendwo in der Mitte bei Wuppertal hätte man sich treffen und ein gemeinsames Domizil aufschlagen können, aber das wäre dann doch zu weit gegangen. “Es sind nur 80 Kilometer. Da hat man sich schnell getroffen. Außerdem stehen wir ständig in Kontakt“, erklärt Lars, der nun in Köln wohnt.

Vielleicht werde es gegen Ende der Karriere die Bender-Zwillinge, die beide auf den Spitznamen “Manni“ hören, mal wieder im Doppelpack geben. Derzeit scheint das ausgeschlossen. Sven ist noch bis 2016 an den BVB gebunden, Lars bis 2014 an Leverkusen. Und es ist kaum davon auszugehen, dass einer der beiden Klubs an einem Verkauf interessiert ist. Aber es gibt ja noch die Nationalmannschaft. Vielleicht sorgt Joachim Löw in naher Zukunft für die sportliche Zusammenführung des neunten Zwillingspaares in der Fußball-Bundesliga.

dapd

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