Beckenbauer: Löw-Team so stark wie Weltmeister 1990

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Franz Beckenbauer

Berlin - Franz Beckenbauer hält die aktuelle Fußball-Nationalmannschaft für genauso stark wie das letzte deutsche Weltmeister-Team.

“Kaiser“ Franz Beckenbauer hat Löws gereifte Boygroup schon acht Monate vor der Fußball-EM 2012 geadelt. Der ehemalige DFB-Teamchef hält die aktuelle Nationalmannschaft um Real-Star Mesut Özil für genauso stark wie das letzte deutsche Weltmeister-Team. “In der jüngeren Vergangenheit kann ich mich nur an eine DFB-Mannschaft erinnern, deren Kader ein ähnlich starkes Potenzial hatte: meine Weltmeister-Truppe von 1990“, schrieb der “Kaiser“ am Donnerstag in seiner “Bild“-Kolumne.

Nach dem beeindruckenden DFB-Qualifikationsrekord von zehn Siegen in zehn Siegen will Bundestrainer Joachim Löw nun das Unternehmen “Titelgewinn 2012“ zum Erfolg führen. Beckenbauer hatte als Teamchef Deutschland vor 21 Jahren in Italien zum dritten WM-Titel geführt. Nun sei beim Weltchampionat im vergangenen Jahr in Südafrika ein neues starkes Team entstanden, “das Löw konsequent weiterentwickelt hat“, erklärte Beckenbauer erfreut.

Für den Weltmeister von 1974 (Spieler) und 1990 (Trainer) sind Deutschland und Spanien in Europa derzeit den anderen Teams meilenweit voraus: “Beide Nationalteams spielen einfach auf einem anderen Niveau.“ Löw sieht dennoch noch einiges, was bis zum EM-Start am 8. Juni 2012 verbessert werden kann und muss: Vor allem an der Balance im Spiel und der gesamten Defensivarbeit will der 51-Jährige mit seinen Spielern noch intensiv arbeiten, um Deutschlands Titelsehnsucht nach 16 Jahren ohne großen Turniersieg zu stillen.

An einen reinen Zweikampf mit dem in den vergangenen vier Jahren überragenden Welt- und Europameister bei der EM-Endrunde im kommenden Sommer in Polen und der Ukraine glaubt Löw nicht: “Spanien und wir werden nicht allein die Hauptrolle spielen. Wenn man den Titel gewinnen will, muss man auch andere Hürden nehmen.“ Teammanager Oliver Bierhoff sieht die souveräne EM-Ausscheidung von Philipp Lahm und Co. auch nur eingeschränkt als Maßstab für die Endrunde: “Bei der EM werden uns noch ganz andere Gegner erwarten.“

Wie Löw hält auch Beckenbauer die immer weiter entwickelten personellen Alternativen für den größten Pluspunkt des derzeitigen Nationalteams. “Inzwischen ist beinahe jede Position doppelt besetzt“, bescheinigte der ehemalige Teamchef. “Wir haben einen breiten Kader, der Spiele gewinnen kann. Das ist das eigentlich erfreuliche“, betonte WM-Torschützenkönig Thomas Müller.

Den einen Superstar, an dem alles hängt, gebe es nicht mehr, meinte Beckenbauer: “Wenn früher Michael Ballack ausfiel, fürchtete man: Geht das gut? Die Angst war noch da, als Ballack im Mai 2010 die WM absagen musste.“

Doch gerade in den WM-Tagen von Südafrika hat Löw eine neues Team geschmiedet. “Von der Spielkultur her sind wir auf hohem Niveau. Wir können schnell spielen“, sagte der Bundestrainer nun nach Abschluss der Qualifikation. Beckenbauer wagte bereits den Vergleich mit dem Weltmeister von Rom 1990: “Der Jahrgang 2011 tritt auf dem Platz so souverän auf wie das damalige Team mit Lothar Matthäus, Rudi Völler, Andy Brehme, Jürgen Klinsmann und den anderen Persönlichkeiten.“

dpa

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