BVB hofft auf Wunder, Bayer auf Weihnachtsgeld

Dortmund - Mit völlig unterschiedlichen Zielsetzungen gehen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen in den letzten Gruppen-Spieltag der Champions League. Der BVB braucht ein Wunder, Bayer will Weihnachtsgeld.

Borussia Dortmund beschwört die Glücksgöttin Fortuna und hofft auf ein Fußball-Wunder, für Bayer Leverkusen geht es in der Kür nur noch um den Gruppensieg. Unterschiedlicher könnten die Ausgangspositionen der beiden Bundesliga-Vertreter vor ihren letzten Vorrunden-Auftritten am Dienstag (beide 20.45/Sky) in der Champions League kaum sein.

Nach dem Slogan „Nichts ist unmöglich“ will Meister BVB seine winzige Überlebenschance in der Königsklasse nutzen. Am Ende des Duells mit Olympique Marseille könnte der Sprung ins Achtelfinale ebenso stehen wie der „Abstieg“ in die Europa League oder sogar das endgültige Europacup-Aus.

Mit vier Toren Differenz müssen die Westfalen den französichen Vizemeister wegen des direkten Vergleichs (Hinspiel 0:3) vom Platz fegen und zudem auf Schützenhilfe des als Gruppensieger feststehenden FC Arsenal bei Olympiakos Piräus hoffen, dann rollen auch weiterhin die Millionen aus der Königsklasse. Ein „einfacher“ Sieg würde zumindest das Überwintern in der Europa League sichern.

Doch alle Varianten interessieren die Borussen vor dem Anpfiff nicht. „Wir müssen gewinnen, und im Spielverlauf werden wir sehen, wie hoch wir gewinnen müssen. Unsere Chance liegt bei drei Prozent und die wollen wir nutzen“, meinte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc ergänzte: „Wenn uns in der ersten Halbzeit das eine oder andere Tor gelingt, dann ist alles möglich im Fußball.“

Selbst Franz Beckenbauer drückt den Schwarz-Gelben die Daumen. „Es ist möglich. Ob es auch realistisch ist, weiß ich nicht. Wenn man einen guten Tag hat, kann man denen vier oder fünf einschenken. Das hätten die Dortmunder schon im Hinspiel machen können“, sagte der „Kaiser“ bei Sky90.

Den Gruppensieg perfekt machen, zusätzliches Weihnachtsgeld von 800.000 für einen Sieg kassieren: Die Zielsetzung für das zweite Teilstück des Vieretappenplans von Leverkusen im Dezember ist klar. „Nachdem wir frühzeitig fürs Achtelfinale qualifiziert sind, haben wir die Riesenchance, als Tabellenführer die Gruppenphase zu beenden. Die wollen wir nutzen“, sagte Nationalspieler Andre Schürrle.

„Das Spiel in Genk ist sehr wichtig. Wir sehen eine um 20 bis 30 Prozent größere Chance, das Viertelfinale zu erreichen, wenn wir Gruppenerster werden“, sagte Bayer-Trainer Robin Dutt. Als Spitzenreiter würde die Werkself zum Auftakt der K.o.-Runde im kommenden Jahr zunächst auswärts spielen, im Rückspiel Heimrecht genießen. In der Gruppenphase konnte der Werksklub bislang alle drei Heimspiele für sich entscheiden. Zudem wäre die Chance, am 16. Dezember einen etwas schwächeren Gegner zugelost zu bekommen, größer.

„Es wird Dienstag genauso wichtig wie gegen Chelsea“, sagte deshalb auch Kapitän Simon Rolfes vor dem Spiel gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten, der sich zu Hause aber bislang gut aus der Affäre gezogen hat. Gegen den FC Valencia erreichte das Team von Coach Mario Been ein 0:0, gegen Topfavorit FC Chelsea ein respektables 1:1.

Dennoch sind die Belgier klarer Außenseiter, zumal sie zuletzt in Valencia 0:7 unter die Räder kamen. Deshalb hat Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser auch die 800.000 Euro Prämie für den vierten Sieg in der Gruppenphase fest einkalkuliert, nachdem Bayer im Hinspiel (2:0) keine Probleme hatte.

sid

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