"Beckenbauer und ich auf derselben Seite"

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Joseph S. Blatter

Zürich - Ein Rücktritt von Franz Beckenbauer aus der Fußball-Kommission des Weltverbandes FIFA ist anscheinend vom Tisch. Joseph S. Blatter setzt zur großen Verbrüderung an.

„Er und ich stehen auf derselben Seite“, twitterte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Donnerstag nach einem Treffen mit Beckenbauer in Zürich und nannte drei Themen als Beleg: „Einführung der Torlinientechnik, Abschaffung der Dreifachbestrafung und Vereinheitlichung der Kriterien für WM- und EM-Endrunden.“

Am 5. Juli tagen die Regelhüter der FIFA, das International Board, in Zürich und beratschlagen über die Torlinien-Technik. „Ich bin zuversichtlich, dass die Zeichen der Zeit erkannt werden“, twitterte Blatter. Nach dem Torklau von Donezk, als EM-Co-Gastgeber Ukraine ein reguläres Tor gegen England (0:1) durch Schiedsrichter Viktor Kassai verweigert wurde, hatte der FIFA-Boss erklärt: „Nach dem Spiel letzte Nacht ist Torlinientechnik keine Alternative mehr, sondern eine Notwendigkeit.“

Einheitlichkeit soll künftig bei großen Turnieren in der Gruppenphase bei Punktgleichheit im Reglement herrschen. Bislang gilt bei FIFA-Turnieren die Tordifferenz, bei der EURO der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in Polen und der Ukraine beispielsweise aber der direkte Vergleich. Die FIFA-Fußball-Kommission hat sich auch vehement für die Abschaffung der Dreifach-Bestrafung (Rote Karte, Sperre und Elfmeter) bei harmlosen Strafraumfouls ausgesprochen.

Wegen einer vermeintlich starren Position des Weltverbandes in dieser Frage hatte Beckenbauer mit Rücktritt gedroht. „Wenn unsere Vorschläge so ignoriert werden, macht es keinen Sinn. Eine Alibi-Funktion brauche ich nicht“, hatte Beckenbauer (66) gesagt. Bei „Raclette, Wein und großartigem Wetter“ (Blatter, 76) sind die Unstimmigkeiten am Donnerstag offensichtlich ausgeräumt worden.

sid

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