Bundesliga, 22. Spieltag

FC Bayern in Wolfsburg: Heynckes mahnt

Wolfsburg - Die Rekordjagd von Bayern München in der Bundesliga geht am Freitag beim VfL Wolfsburg in die nächste Runde. Trainer Jupp Heynckes will mit allen Mitteln Nachlässigkeit verhindert.

Dienstag ist das Champions-League-Achtelfinale beim FC Arsenal, Bayern München kann sich dort keine Nachlässigkeit erlauben. Doch in der Fußball-Bundesliga, über der der Rekordmeister so unglaublich dominant thront, da könnte man schon einmal schludern. Es ist ja alles so komfortabel. Die 15 Punkte Vorsprung, die beeindruckende Tordifferenz, nun das Gastspiel am Freitag beim VfL Wolfsburg (20.30 Uhr/Sky und Liga total!), der gegen die Münchner meistens schlecht aussieht. Für Jupp Heynckes Grund genug, um klarzustellen: „Ich gestatte den Spielern keinen Schlendrian.“

Auch wenn nun wirklich niemand mehr an einem souveränen deutschen Meistertitel zweifelt, die Diskussionen sich nur noch um den Zeitpunkt drehen - der Trainer will jeden Anflug von Leichtsinn unterbinden. „Wir haben unser großes Ziel noch nicht erreicht, deswegen lassen wir uns durch nichts beirren“, sagt der 67-Jährige.

Seine Mannschaft sei vielmehr motiviert, weiter so zu marschieren. Toni Kroos ergänzt: „Ich sehe keinen Grund, warum wir einen schlechten Tag erwischen sollten.“ Keine guten Nachrichten für die Wölfe - und für alle anderen Bundesligisten.

"Kaffeesorte" Martinez fällt aus

Selbst, dass eine eminent wichtige Stütze wie 40-Millionen-Mann Javi Martinez (Zehenprellung) nicht spielen kann und auch für das Europacup-Hinspiel in London fraglich ist, sorgt Heynckes nicht. Es sei „ein Geheimnis für die Dominanz“, dass der FC Bayern „Top-Spieler auch top ersetzen kann“. In dem Fall wird Luiz Gustavo sich bewähren dürfen. Der sei bis zu einer Verletzung in der Hinrunde, „vielleicht der beste Mittelfeldspieler gewesen“.

Doch Martinez erfährt schon eine besondere Wertschätzung. Gegen Schalke (4:0) habe der 24 Jahre alte Spanier eine Stunde „super klasse“ gespielt, sagt Heynckes. Die mickrigen sieben Gegentore, die der Ligaprimus bisher bekommen hat, seien auch sein großes Verdienst. Dabei habe im Verein im Gegensatz zu Heynckes nicht jeder Martinez und dessen Qualität gekannt.

„Der Franz Beckenbauer hat gedacht, es wär“ eine Kaffeesorte„, spottet der Coach, der auch der Expertenkritik an Bastian Schweinsteiger, dem anderen Kopf des Bayern-Spiels, keine Bedeutung schenkt. `Ich beachte die Worte nicht. Schweinsteiger ist ein großer Stratege. Wie ein Filmregisseur sein Drehbuch hat, hat Bastian seinen Matchplan.“

Einen solchen hat gewiss auch Dieter Hecking für den VfL. Und als der Wolfsburger Trainer in der Hinrunde noch den 1. FC Nürnberg betreute, ist der schon einmal ziemlich gut aufgegangen. Mit dem Club knöpfte Hecking den in der Fremde ungeschlagenen Bayern als bisher einziger einen Punkt ab. Bei diesem 1:1 kassierten die Münchner gleichfalls das einzige Auswärtsgegentor dieser Saison. Heynckes erwartet so auch „ein ähnliches Spiel“, mit Wölfen, die „kompakt in der Defensive stehen und auf Konter spielen“.

Die Bayern werden im Angriff statt auf Mario Gomez wohl wieder auf Mario Mandzukic setzen, der erstmals seit seinem Wechsel an die Isar nach Wolfsburg zurückkehrt. Der Torjäger will aber nichts von einem besonderen Gefühl wissen. „Ich spiele jetzt für Bayern und schalte meine Gedanken aus. Aber ich verfolge immer, was die machen. Ich habe dort eine schöne Zeit verbracht“, sagt der Kroate.

Franck Ribery wird ebenfalls auflaufen. Der Zwischenfall mit einem Fan, der am Mittwoch in die Kabine gelangt war, war eine Lappalie. „Das ist nicht nennenswert, eine Randnotiz“, sagt Heynckes, der mit Vorgriff auf Dienstag auch Thomas Müller und Daniel van Buyten anstelle von Arjen Robben und Jerome Boateng bringen könnte. Auch wenn er die Partie nicht als Champions-League-Generalprobe ansieht: „Wolfsburg ist unabhängig von Arsenal.“

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Wolfsburg: Benaglio - Fagner (Hasebe), Naldo, Madlung, Schäfer - Träsch, Polak - Vieirinha, Diego, Rodriguez - Dost - Trainer: Hecking.

FC Bayern München: Neuer - Lahm, van Buyten, Dante, Alaba - Schweinsteiger, Luiz Gustavo - Müller, Kroos, Ribery - Mandzukic - Trainer: Heynckes.

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

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