Nach historischem Sieg über Barca

Bayern wehrt sich gegen Gratulationen

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Die Bayern feiern, rasten aber noch nicht aus

München - Nach dem historischen Sieg über den FC Barcelona nimmt der FC Bayern noch keine Gratulationen an. Doch was soll in einer Woche beim Rückspiel noch schief gehen?

„Finale - oho!“ Nach einem magischen Fußball-Abend und dem 4:0 (1:0) über der FC Barcelona feierten die Fans des FC Bayern München schon den Einzug in das Endspiel der Champions League. Die Bosse des deutschen Rekordmeisters nahmen aber noch keine Gratulationen an. „Gratulieren dürfen Sie nicht, weil wir noch ein Rückspiel haben und das wäre arrogant, wenn wir uns jetzt schon gratulieren lassen würden. Wir fahren trotzdem mit einem Schuss Demut nächste Woche nach Barcelona“, betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach einem großen Auftritt in der bayerischen Europapokal-Historie.

Doch was soll in einer Woche in Barcelona noch schief gehen? Zum einen ist da der 4:0-Vorsprung aus dem Hinspiel, den noch nie ein Team in der Königsklasse aufholte. Zum anderen ist da eine Bayern-Mannschaft, die in fast schon unheimlicher Weise die Gegner reihenweise abschießt. Und nicht irgendwelche Gegner. „Ich glaube, keiner der im Stadion war oder vor dem Fernseher gesessen hat, hat auch nur im Ansatz damit gerechnet, dass Bayern München gegen die beste Mannschaft der Welt mit 4:0 gewinnt“, frohlockte Rummenigge nach dem Triumph im Halbfinale.

Thomas Müller (25./82.), Mario Gomez (49.) und Arjen Robben (73.) sorgten am Dienstag für die erhoffte magische Nacht - und für ein fröhliches Gesicht ihres in der Steueraffäre steckenden Präsidenten Uli Hoeneß auf der Tribüne. „Ich freue mich für den Club, die Mannschaft und unseren Präsidenten“, erklärte Trainer Jupp Heynckes.

Der berauschende Auftritt vor 68 000 Zuschauern in der heimischen Arena ließ zumindest für 90 Minuten die Unruhe um die Selbstanzeige von Hoeneß im Steuerfall vergessen, sogar der am Spieltag verkündete Mega-Transfer des Dortmunders Mario Götze zu den Bayern rückte in den Hintergrund. „Ich glaube, die Mannschaft beeindruckt das nicht. Wir haben eine ganz stabile Mannschaft mit einem Trainer, der das auch fantastisch macht und das berührt diese Mannschaft gar nicht“, betonte Rummenigge. Das Finale am 25. Mai im Londoner Wembley-Stadion ist das große Ziel, dem alles untergeordnet wird.

Auf dem Weg nach Wembley muss der deutsche Meister jetzt nur noch das Rückspiel im Camp Nou-Stadion von Barcelona in einer Woche meistern. „Ein 4:0 ist schon 'mal ein Vorsprung, der nicht ganz so schlecht ist“, sagte ein lächelnder Müller. „Aber Fußball ist immer noch Fußball. Man hat das Dortmund-Spiel gesehen. Die machen in der 90. Minute auch zwei Tore. Also kann man theoretisch 180 Tore machen, oder?“

Barcelonas Stars um Weltfußballer Lionel Messi brauchen für ihr Weiterkommen ein wahres Fußball-Wunder. „Wunder sind immer schwer zur realisieren“, sagte Co-Trainer Jordi Roura. „Aber wir versuchen, es im Rückspiel besser zu machen. Wir werden bis zum Ende kämpfen.“

dpa

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