Mandzukic flattern die Nerven

FC Bayern siegt mit kleinen Makeln

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Bastian Schweinsteiger traf zum 1:0.

München - Bayern München hat 116 Tage nach dem „Drama dahoam“ einen gelungenen Start in die Champions League hingelegt. Doch in den letzten Minuten lief nicht alles rund.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister gewann zum Auftakt der Gruppenphase gegen den FC Valencia verdient mit 2:1 (1:0) und zeigte sich nach der bitteren Finalpleite gegen Chelsea äußerst motiviert, den Titel erneut in Angriff zu nehmen.

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Den Sieg beim gelungenen Startelfdebüt von 40-Millionen-Mann Javier Martinez leitete ausgerechnet Bastian Schweinsteiger mit seinem Treffer in der 38. Minute ein. Beim Endspiel vor exakt vier Monaten war er wegen seines Elfmeter-Fehlschusses noch die tragische Figur gewesen. Der starke Toni Kroos sorgte in der 76. Minute gegen den vermeintlich stärksten Kontrahenten der Gruppe F für die Entscheidung, obwohl die Schlussphase noch mal hektisch wurde.

Nachdem der Ex-Dortmunder Nelson Valdez in der Nachspielzeit (90. +1) für Valencia verkürzt hatte, verschoss auf der Gegenseite der eingewechselte Mario Mandzukic noch einen Foulelfmeter (90.+3). Adil Rami hatte in der Szene zuvor nach einem Foul an Arjen Robben die Gelb-Rote Karte gesehen. Für die Bayern war es der neunte Auftaktsieg in der Königsklasse in Folge.

„Es ist traumhaft, wieder Champions League zu spielen. Das hat man auch wieder gemerkt. Das Gegentor war ärgerlich, und wir hätten früher das 2:0 machen müssen. Aber wir haben drei Punkte gegen den ärgsten Konkurrenten eingefahren - das ist ein gelungener Start“, sagte Kapitän Philipp Lahm. Arjen Robben wollte von der Endspiel-Niederlage nichts mehr wissen: „Wir fangen wieder von vorne an.“

Die Münchner, schon mit drei Siegen in die Liga gestartet und Spitzenreiter, wollen nun am 2. Oktober im zweiten Gruppenspiel beim weißrussischen Vertreter Bate Borissow nachlegen.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes hatte mit seiner Aufstellung überrascht. Dass Rekordmann Martinez vor 68.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena auf der „Doppelsechs“ neben Schweinsteiger auflief, war erwartet worden. Doch der 67-Jährige verzichtete erst einmal auf Torjäger Mario Mandzukic und den zuletzt starken Thomas Müller, was viele verwunderte.

Nationalspieler Müller kam immerhin nach der Pause für den bis dahin starken Franck Ribery, der leicht angeschlagen raus musste. Mandzukic ersetzte nach 63 Minuten den wenig auffälligen Claudio Pizarro.

„Es ist ganz normal, dass wir variieren“, sagte Heynckes. Martinez sei „nach drei Wochen Eingewöhnung bereit“. Dies zeigte der 24 Jahre alte Spanier bis zu seiner Auswechslung in der 69. Minute auch, ohne dabei übermäßig zu glänzen. Martinez war sehr präsent, laufstark und erwies sich als sicherer Ballverteiler.

Zwar war Valencia bemüht, die Bayern früh zu attackieren. Die Münchner fanden aber dennoch immer wieder Lücken. Vor allem der wiedergenesene Ribery versprühte viel Spielfreude. Der Franzose leitete auch die erste Großchance durch Kroos (4.) ein. Zudem verfehlte er mit einem Volleyschuss das Ziel (11.), genauso Arjen Robben (35.), der nach seiner kurzen Verletzungspause wieder dabei war.

Ein Schuss von Kroos in der 19. Minute war wesentlich platzierter, diesen entschärfte jedoch Valencias Keeper Diego Alves. Auf der anderen Seite erlebte Manuel Neuer zunächst einen ruhigen Abend. Die Bayern-Defensive hatte alles im Griff. Auch nach vorne bestimmten die Gastgeber klar das Geschehen. Belohnt wurden die Bemühungen schließlich durch den abgefälschten Schuss von Schweinsteiger.

Nach dem Wechsel fehlte den Münchner Aktionen ohne Ribery zunächst der Elan. Neuer musste zweimal sogar eingreifen, ehe es für Valencia wieder brenzlig wurde. Nach einem Foul von Daniel Parejo an Kroos verweigerte der unsichere Schiedsrichter Firat Aydinus (Türkei) den Bayern aber den fälligen Strafstoß (53.). Zudem rettete Diego Alves erneut gegen den agilen Kroos (58.).

In der Folge ließen die Bayern jedoch nach, und Valencia kam etwas besser ins Spiel. Sofiane Feghouli hatte sogar die Möglichkeit zum Ausgleich, Jerome Boateng klärte aber in höchster Not (68.), ehe Kroos mit einem sehenswerten Schuss aus 18 Metern in den Winkel für die Entscheidung sorgte.

Bei den Bayern überzeugte bis zu seiner Auswechslung Ribery. Zudem gefielen Kroos und Schweinsteiger. Valencia hatte in Feghouli und Alves die auffälligsten Akteure.

SID

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