Löw und Bayern-Stars auf Tauchstation

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Joachim Löw verlässt das Mannschaftshotel

Stuttgart - Vor dem Länderspielklassiker gegen Brasilien am Mittwoch waren bei der deutschen Nationalmannschaft Krisenthemen unerwünscht

Bundestrainer Joachim Löw ging am Montag auf Tauchstation und musste so keine Fragen zum Thema Michael Ballack beantworten. Auch der „FC Bayern Deutschland“ ließ sich nach der peinlichen Pleite gegen Borussia Mönchengladbach nicht blicken. Das Lager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft diente vor dem Klassiker gegen Rekordweltmeister Brasilien am Mittwoch in Stuttgart (20.45 Uhr/ARD) wieder mal als Rückzugsgebiet.

„Wir alle haben die Niederlage natürlich mitbekommen. Das müssen die Bayern jetzt erst einmal verkraften. Und es ist für uns auch absolut verständlich, dass bei den Spielern zunächst noch ein wenig Traurigkeit vorherrschte. Aber ansonsten ist die Stimmung in der Mannschaft sehr gut, auch die Bayern können mittlerweile wieder lachen“, sagte der Dortmunder Ilkay Gündogan, der gegen die Selecao vor seinem DFB-Debüt steht.

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Krisenszenarien waren vor dem ersten Länderspiel in der EM-Saison 2011/2012 unerwünscht. Der acht Spieler umfassende Block des Rekordmeisters Bayern München versteckte sich nach dem bitteren 0:1 gegen Gladbach den kompletten Montag wie auch die Profis von Bayer Leverkusen nach dem 0:2 in Mainz im Teamhotel „Le Meridien“. Dort absolvierten DFB-Kapitän Philipp Lahm und Co. nur eine leichte Regenerationseinheit. Lukas Podolski, Cacau, die vier Profis von Meister Dortmund und die restlichen Nationalspieler, die bereits am Samstag gespielt hatten, trainierten am Montagnachmittag erstmals in der Stuttgarter Arena.

Derweil beschäftigte sich Bundestrainer Löw am Montagmittag schon mal mit der taktischen Formation des fünfmaligen Weltmeisters, der in den Mittelfeldspielern Luiz Gustavo (Bayern München) und Renato Augusto (Bayer Leverkusen) zwei Bundesliga-Legionäre in seinen Reihen hat. „Sie sind eine der erfolgreichsten Fußball-Nationen der Welt und genießen überall den Ruf, äußerst attraktiv zu spielen. Kein anderes Team hat so eine Ansammlung von überragenden Individualisten in seinen Reihen“, sagte Löw vor dem ersten Duell mit dem fünfmaligen Weltmeister seit dem Confederations Cup 2005 (2:3).

Dabei hatte die Öffentlichkeit eigentlich damit gerechnet, dass Löw noch einmal Stellung zu dem von Ex-Kapitän Michael Ballack rigoros abgelehnten Abschiedsspiel gegen Brasilien bezieht. Doch der Bundestrainer will den Fall Ballack frühestens am Dienstag noch einmal thematisieren. DFB-intern rechnet ohnehin niemand mehr damit, dass es noch zu einem 99. Länderspiel für Ballack kommt.

Dagegen sind die nominierten Profis ganz heiß auf das Duell mit Brasilien. Neben den wahrscheinlichen Debütanten Gündogan und Marco Reus sowie dem am Zuckerhut geborenen VfB-Stürmer Cacau will vor allem Supertalent Mario Götze wieder eine Fußball-Gala feiern. Der 19 Jahre alte „weiße Brasilianer“ steht in der DFB-Auswahl vor seinem Startelf-Debüt.

„Ein Spiel gegen Brasilien ist natürlich ein absolutes Highlight. Ich freue mich wirklich sehr darauf und hoffe, dass wir den Fans einen Sieg schenken können“, sagte Götze, den nicht nur Kaiser Franz Beckenbauer bereits mit Weltfußballer Lionel Messi vergleicht: „Das ehrt mich natürlich, auch wenn es nach ein paar schlechteren Spielen wieder anders aussehen kann.“

Einfach nur gesund bleiben bis zum Spiel gegen Brasilien will der Gladbacher Reus, der bereits dreimal von Löw zur Nationalmannschaft eingeladen wurde, aber jedesmal aus verschiedenen Gründen absagen musste. „Natürlich möchte ich endlich mein Debüt feiern. Für mich ist es ja zuletzt etwas unglücklich verlaufen. Aber jetzt gegen die Brasilianer will ich unbedingt mein erstes Spiel machen“, sagte Reus, der mit einer starken Leistung maßgeblichen Anteil am Sieg der Borussia in München hatte.

Unterdessen können das Länderspiel gegen Brasilien im Ausland so viele Menschen sehen wie nie zuvor. Wenn die DFB-Elf den fünfmaligen Weltmeister empfängt, werden die Bilder aus der modernisierten Stuttgarter WM-Arena in 190 Länder übertragen.

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung: Neuer - Höwedes, Hummels, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Kroos - Götze, Müller, Podolski - Gomez.

sid

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