Heynckes und Real - eine ganz besondere Beziehung

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Jupp Heynckes gewann mit Real 1998 die Champions League.

München - 1998 gewann Jupp Heynckes mit Real Madrid die Champions League. Der Triumph mit den Königlichen war für ihn der “Ritterschlag“ in seiner Trainer-Karriere. Im Halbfinale mit Bayern ist er aber nun Gegner.

Beim Halbfinale gegen Real Madrid gab es für Jupp Heynckes in der Münchner Endspiel-Arena ein Wiedersehen mit spanischen Freunden. “Ich habe gerade draußen mit Manolo Sanchis lange gesprochen. Das war mein Kapitän, als wir gemeinsam 1998 die Champions League mit Real Madrid gewonnen haben“, erzählte Heynckes strahlend im Rahmen des Hinspiels mit dem Verweis auf seinen größten Erfolg als Fußballtrainer. Dieser Titel sei der “Ritterschlag“ für einen Coach - wie gerne würde Heynckes die Trophäe am 19. Mai am Ende des “riesenweiten Weges“ mit Bayern noch einmal in Händen halten.

Ausgerechnet in seiner zweiten Trainer-Heimat Spanien war er mit seinem Team beim FC Villarreal zur Mission Heimsieg aufgebrochen. Und ausgerechnet sein früherer Verein Real Madrid stellt nun die letzte Hürde vor dem Endspiel dar. Wiederholt hob Heynckes vor der ersten Kraftprobe am Dienstagabend hervor, “als Spieler und Trainer im Europapokal ja schon alles erlebt“ zu haben. Aber ein Heimfinale in der Königsklasse, das blieb bisher jedem verwehrt.

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“Es ist schon speziell mit dem Hintergrund, dass das Endspiel in München stattfindet“, gestand der fast 67-Jährige. Ganz speziell ist auch sein Duell mit dem spanischen Ausnahmeclub. Denn immer wieder traf “Don Jupp“ in seiner langen Karriere auf Real. 1976 waren die Spanier gegen Borussia Mönchengladbach für den Spieler Heynckes im Viertelfinale des Landesmeister-Cups nach einem 2:2 und einem 1:1 Endstation. Besonders bitter wurde es im UEFA-Cup-Achtelfinale 1985 für den jungen Trainer der Gladbacher: Nach einem 5:1-Heimsieg gab es im Estadio Santiago Bernabéu eine unfassbare 0:4-Niederlage. “Ein fürchterliches Ergebnis“, erinnerte sich Heynckes im “Kicker“.

Aber auch als Bayern-Trainer scheiterte der Weltmeister von 1974 an den Königlichen, 1988 im Meistercup. Eine 3:0-Führung im Heimspiel schmolz durch zwei Tore in den Schlussminuten zu einem 3:2-Sieg - es folgte das Aus in Madrid (0:2). Trotz der persönlich schlechten Bilanz löste das Los Real beim einstigen Torjäger “große Vorfreude“ aus. “Ehemalige Spieler haben mich angerufen, das ist eine besondere Partie für mich“, verriet Heynckes. Am 25. April kehrt der Liebhaber des spanischen Fußballs beim Rückspiel wieder ins Bernabéu-Stadion zurück, “das ein Jahr lang auch meine Heimat war und ein Mythos ist“.

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Im hohen Traineralter genießt Heynckes Spiele wie gegen Real besonders. Denn viele solcher Höhepunkte werden auf der Zielgeraden seiner Karriere nicht mehr kommen. Auch für solche Partien im internationalen Rampenlicht hatte er nach seinen zwei Jahren in Leverkusen noch einmal beim FC Bayern angeheuert - bis 2013.

Nur ein Jahr arbeitete Heynckes bei den Königlichen. Ein besonderer Geist im Team trieb Madrid damals zum Traumziel. “Beim Eröffnungstraining gab es vor 100 000 Zuschauern einen Slogan: Die Champions League zu gewinnen“, erzählte Heynckes vor einiger Zeit. “Ich denke, dass das Ereignis des Champions-League-Endspiels in München so was Ähnliches in den Köpfen der Spieler ist.“

Neben Real trainierte er in Spanien Athletic Bilbao und CD Teneriffa. “Don Jupp“ genießt auf der iberischen Halbinsel immer noch einen exzellenten Ruf. Heynckes habe damals in Madrid “die größte Dringlichkeit in der Geschichte des Vereins“ geerbt, erinnerte Manuel Sanchis in der “Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). “Mit dem Champions-League-Sieg stellte er eine Uhr auf null, die 32 Jahre lang tickte. 32 Jahre! Das muss man als Trainer erst mal managen!“ Dem FC Bayern tickt die Uhr seit dem Sieg 2001 auch schon lange genug.

dpa

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