Härtetest am Mittwoch

Jetzt wird es ernst für die Bayern

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Javier Martinez (r) von München und Nicolai Müller von Mainz kämpfen um den Ball

München - Der FC Bayern freut sich über den souveränen Sieg gegen Mainz. Doch die Mannschaft weiß auch, dass der wahre Härtetest erst noch bevorsteht. Dabei dreht sich bei den Spielern (fast) alles um Martínez.

Der Auftakt in die erste heiße Saisonphase verlief schon mal ganz nach Wunsch für die Bayern. Eine maximale Ausbeute von neun Punkten aus drei Bundesligapartien, starke 12:2 Tore und obendrein ein knapper Vorsprung auf ihren Lieblingsrivalen Borussia Dortmund sind kleine Indizien für wiedergewonnenes Selbstbewusstsein beim Münchner Rekordchampion. Der überlegene 3:1-Erfolg gegen den FSV Mainz 05 unterstrich den weitgehend positiven Eindruck der Millionentruppe. „Wenn man zwei Jahre nichts holt, dann brennt das Feuer“, urteilte Fußball-Nationalspieler Thomas Müller.

Der Alltag allerdings hat noch gar nicht begonnen. Vor den drei englischen Wochen am Stück muss sich die Elf von Trainer-Oldie Jupp Heynckes wirklich bewähren. „Am Mittwoch geht's richtig los gegen Valencia“, meinte auch Kapitän Philipp Lahm. Das Champions-League- Duell mit der spanischen Top-Mannschaft werde ein „richtiger Test“. Und ist damit auch allemal mehr wert als die spielerisch gute Vorstellung gegen ängstliche Mainzer am Samstag.

Heynkes: "Da hat man schon gesehen, dass er kicken kann“

So standen vor allem zwei Erkenntnisse im Vordergrund. Einerseits, dass die Bayern relativ mühelos ihr kurzfristig ausgefallenes Duo Franck Ribéry/Arjen Robben (jeweils Muskelbeschwerden) ersetzen konnten; andererseits, dass sich Rekordtransfer Javier Martínez immer besser ins Team integriert. Wie schon beim 6:1 gegen Stuttgart vor zwei Wochen durfte der 24-Jährige wieder nur in der letzten Viertelstunde ran - in diesen Minuten überzeugte Martínez aber mit enormer Ball- und Passsicherheit.

„Er hat wunderbare Doppelpässe gespielt. Da hat man schon gesehen, dass er kicken kann“, erkannte Heynckes. Bemerkenswert war darüber hinaus Martínez' platzierter Heber auf Toni Kroos in der Nachspielzeit. Der ließ den frühen Auftakttoren von Mario Mandzukic (2. Minute) und Bastian Schweinsteiger (13.) sowie dem Mainzer Elfmeter-Anschlusstreffer von Adam Szalai (59.) noch den standesgemäßen dritten Münchner Treffer folgen. „Wir hatten kurz Augenkontakt, mit seiner Klasse hat er das gesehen“, lobte Kroos.

Torwart Manuel Neuer lobt Jokerqualitäten von Martinez

Auch Vizekäpt'n Schweinsteiger, mit dem Martínez künftig das neue Vorzeige-Paar im defensiven Mittelfeld abgeben soll, sieht die Entwicklung des 40-Millionen-Mannes positiv. „Er hat sich sehr gut eingegliedert, er macht Fortschritte. Als er reinkam, hat man gemerkt: Er fühlt sich sicherer und ist fitter geworden in den letzten zwei Wochen“, bekannte der bayerische Mittelfeldchef.

Unwahrscheinlich ist allerdings, dass Heynckes im bis dato bedeutendsten Spiel gegen Valencia schon auf Martínez und Schweinsteiger im Zusammenspiel setzen wird. Zu ordentlich waren die Leistungen von Luiz Gustavo auf der „Sechs“ neben Schweinsteiger - und als zu groß schätzt Heynckes noch das Risiko an, Martínez über 90 Minuten spielen zu lassen. Immerhin trainierte der Defensivstratege bei seinem vorherigen Club Athletic Bilbao wochenlang nicht mit der Mannschaft, sondern wegen des Transferhickhacks nur individuell.

„Allmählich fühle ich mich besser. Die ersten Trainingseinheiten waren für mich wie eine Minivorsaison“, meinte Martínez. „Ich komme langsam in Form und fühle mich mehr in die Mannschaft integriert.“ Wann er sich endlich einen Stammplatz erkämpfen wird? „Ich weiß es nicht“, meinte Martínez schüchtern - so richtig lange dürfte er sich aber kaum noch gedulden müssen. Was eigentlich ein bisschen schade wäre angesichts seiner Jokerqualitäten, befand Torwart Manuel Neuer mit einem Schmunzeln.

dpa

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