Präsident macht Druck

Hoeneß: "Dortmund-Spiel ist ein Ernstfall"

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Uli Hoeneß.

München - Es geht nur um den Supercup - doch für Bayern München ist der Klassiker gegen Borussia Dortmund nach fünf Niederlagen in Serie gegen den BVB und zwei titellosen Jahren von ganz besonderer Bedeutung.

 „Wir sind noch in der Vorbereitung, trotzdem ist es ein wichtiges Spiel für uns. Es ist eine erste Bestandsaufnahme. Wenn es etwas zu gewinnen gibt, wollen wir dabei sein“, unterstrich Sport-Vorstand Matthias Sammer am Mittwoch mit Nachdruck.

Doch auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc machte vor dem ersten Showdown der Saison am Sonntag (20 Uhr/ZDF) in München schon einmal deutlich, dass auch der Doublegewinner nichts zu verschenken hat: „Das Kribbeln fängt an, es gibt den ersten Titel. Es treten die momentan besten deutschen Mannschaften an. Es lohnt sich den Pokal zu gewinnen und das Spiel ernst zu nehmen.“

Eine erneute Pleite gegen den BVB will sich der deutsche Rekordmeister jedoch nicht leisten. Mit Blick auf die Liga hätte man zwar „noch keinen Punkt verloren“, führte Sammer aus. Für das Selbstvertrauen und das Image wäre es aber nicht unbedingt förderlich. Er könne sich „die Schlagzeilen schon vorstellen, die die Presse produzieren wird, falls wir nicht gewinnen sollten“, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß: „Also dieses Spiel wird auf jeden Fall ein Ernstfall sein.“

Entsprechend wird sich der FC Bayern mit „viel Akribie“, so Sammer, vorbereiten, um ein erstes Ausrufezeichen zu setzen: „Wir müssen sehr gut arbeiten, das werden wir tun.“ Ein Ende der Negativserie gegen den BVB wollte der 44-Jährige den Fans aber nicht versprechen: „Wir arbeiten an den Ursachen, um von einem guten auf ein sehr gutes Niveau zu kommen. Wie schnell das geht, wird man sehen.“

Immerhin nahm Sammer erfreut zu Kenntnis, dass die Mannschaft Emotionen zeigt - wie am Dienstag bei einer Rangelei im Training zwischen Holger Badstuber und Emre Can zu sehen war. „Ich brauche keine tote Mannschaft, ich brauche eine Mannschaft die lebt, die aggressiv ist und die einen Plan hat. Das war ein kleiner Anfang in punkto Emotionalität.“

Kein Lamento wollte der Münchner Vorstand indes wegen der aktuellen Verletzungsprobleme anstimmen. „Wenn sich Spieler verletzen, ist das unglaublich bedauerlich. Wir haben unseren Kader verbreitert. Deshalb müssen wir die Dinge annehmen und uns von Rückschlägen nicht beeinflussen lassen“, sagte er.

Bayern und Dortmund haben den Supercup, der zum 13. Mal ausgespielt wird, jeweils dreimal gewonnen. 1989 war es zum bisher einzigen direkten Duell gekommen. Damals gewann die Borussia mit 4: 3.

Obwohl der BVB in den vergangenen beiden Jahren die Meisterschaft gewann, wollte sich auch Zorc am Mittwoch nicht in die Favoritenrolle für die neue Saison drängen lassen. „Wir orientieren uns gerne an Fakten und Realitäten. Der FC Bayern ist uns in vielen Bereichen noch weit voraus, gerade wirtschaftlich“, sagte er.

Erst wenn der BVB auch 300 Millionen Euro umsetzen würde und 100 Millionen in sein Personal investieren könne, „dann würden wir uns auch verpflichten, deutscher Meister werden zu wollen. Zwei Jahre haben wir diese Regel außer Kraft gesetzt. Über einen längeren Zeitraum ist das schwierig.“

sid

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