Gomez beeindruckt auch im Land seiner Väter

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Mario Gomez bei seinem für ihn typischen Torjubel.

Der späte Treffer zum 2:1 von Mario Gomez im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid war dessen zwölfter in der Champions League. Erfolgreicher trifft nur Lionel Messi.

Die Pose ist nicht neu, treffender als an diesem Abend hätte sie Mario Gomez aber nicht platzieren können. Wenn Gomez einen Treffer erzielt, dann führt er meist seine Hände an der rechten Hüfte vorbei, wie ein Torero, der die „muleta“, das rote Tuch, vor den Hörnern des Stieres schwenkt.

Spanier sind dem Stierkampf verbunden, doch für Tor-ero Gomez hatten sie nach dessen Siegtor zum 2:1 (1:0) des FC Bayern gegen Real Madrid in der 90. Minute des Halbfinal-Hinspiels der Champions League Begriffe aus dem Maschinenbau parat. „Er war ein Schlaghammer“, schrieb die spanische Sporttageszeitung AS über Gomez. Es ließ sich daraus Ehrfurcht herauslesen, und in der Tat ernannte das Blatt den Sohn eines nach Deutschland eingewanderten Spaniers auch gleich noch zum besten Spieler dieses Halbfinales.

Vor allem die „Besessenheit“ von Gomez hatte die Spanier beeindruckt. Der Deutsche mit den spanischen Wurzeln mag ja nicht die Dynamik und die Eleganz eines Angreifers wie Karim Benzema von Real Madrid ausstrahlen - aber er hat jetzt zwölf Treffer in der Champions League erzielt, und das ist zuvor nur Weltfußballer Lionel Messi gelungen. Das Tor hatte sich Gomez redlich verdient. Er rannte. Er kämpfte. Er hatte Chancen.

41. Minute: Schuss Gomez, Glanzparade Iker Casillas.

71. Minute: Gomez spitzelt den Ball über das Tor.

73. sowie 86. Minute: Gomez, beide Male relativ unbedrängt, verfehlt das Tor per Kopf.

87. Minute: Gomez wird im Strafraum von Fabio Coentrao umgegrätscht - kein Elfmeter. „Ich war sehr gut im Spiel“, wird Gomez später sagen und zudem versichern, dass „ich bis zum Ende daran geglaubt habe“, noch ein Tor zu erzielen. Und als das Spiel schon fast vorbei war, da gelang Gomez tatsächlich der Siegtreffer. Die 90. Minute ist gerade angebrochen in der Arena, da vernascht Philipp Lahm auf der rechten Seite eben jenen holzfüßigen Coentrao und passt parallel zur Torauslinie nach innen.

Und Gomez? „Ich habe einfach versucht zu tun, was ein Stürmer tun muss: durchzulaufen und den Haxen hinhalten.“ Fünf Meter vor dem Tor treffen Haxen und Ball aufeinander - und das Runde fliegt ins Eckige. Wieder mal. Nicht unbedingt spektakulär, aber für Tore gibt es ja auch keine Schönheitspreise. Für Gomez ist es schon der 40. Treffer im 46. Pflichtspiel dieser Saison - und vorerst vielleicht der wichtigste. „Ich bin sehr glücklich“, sagte Gomez nach dem Spiel, und er ist da nicht der Einzige gewesen.

Die Verantwortlichen des FC Bayern etwa dürfen sich nach wie vor selbst fest auf die Schulter klopfen, dass sie Gomez einst nicht gehen ließen, als ihn Trainer Louis van Gaal glatt hätte gehen lassen, dass es ihnen stattdessen vor drei Wochen sogar gelungen ist, den Vertrag ihres Tor-eros um drei Jahre bis 2016 zu verlängern. Nach Spanien, hat Gomez versichert, wolle er erst mal nicht wechseln - hin muss er am nächsten Mittwoch trotzdem. Madrid. Bernabeu. Rückspiel. „Wir haben sehr gute Karten“, sagte Gomez.

sid

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