Bundesliga: Der Wochenendüberblick

Bayern marschiert - Werder im "Schockzustand"

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Klaus Allofs

München - Der turbulenten Woche folgt der eindrucksvolle Bayern-Startrekord. Magath und Wolfsburg stürzen tief. Werder-Geschäftsführer Allofs spricht nach dem 1:3 in Augsburg von "Schockzustand": der Bundesliga-Überblick.

Allen zwischenzeitlichen Münchner Negativ-Schlagzeilen und Disputen zwischen Trainer Jupp Heynckes und Sportvorstand Matthias Sammer zum Trotz: Diese Fußball-Bayern sind unwiderstehlich. Einfach top - und ein krasser Gegenpol zu zwei anderen ehemaligen Meistern: Der „Club“ aus Nürnberg nach der vierten und Felix Magaths VfL Wolfsburg nach der dritten Niederlage in Serie geraten immer mehr in die Bredouille.

„Da gibt es nichts zu meckern“ - jawohl, Bastian Schweinsteiger. Denn seine Bayern stellten mit dem 2:0 gegen Hoffenheim den Startrekord mit sieben Siegen in sieben Spielen ein und haben in der Allzeitbilanz mit 21:2 Treffern auch das beste Torverhältnis. Ein Start mit acht Siegen gelang noch keinem Verein. Das kann der Rekordmeister in zwei Wochen in Düsseldorf ändern.

Doppel-Torschütze Franck Ribéry machte der Konkurrenz Angst: „Wir müssen versuchen, alle Spiele zu gewinnen.“ Sieben Startsiege gelangen bislang nur den Bayern selbst, Kaiserslautern und dem FSV Mainz. Saisonübergreifend gewann der FCB sogar die letzten zehn Bundesligapartien. Präsident Uli Hoeneß ficht es nicht an: „Was nützt dir der beste Start der Geschichte, wenn du am Ende nicht Meister wirst? Also, hört's auf mit dem Käse.“

Es gab Premieren in der Jubiläumssaison: Markus Weinzierl fielen nach dem 3:1 des FC Augsburg gegen Bremen und dem ersten Erfolg des Trainers als Bundesligacoach „sehr große Steine“ vom Herzen. Für Erstliga-Rückkehrer Düsseldorf war das 0:1 in Mainz, bei dem sich FSV-Innenverteidiger Niko Bungert eine Verletzung am vorderen Kreuzband im linken Knie zuzog, die erste Niederlage nach dem Wiederaufstieg; nicht so schlimm, fanden die Rheinländer.

Ganz im Gegensatz zu den Werder-Verantwortlichen. Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs sprach in Augsburg von einem „Schockzustand“ und schimpfte: „Wir waren in keiner Sekunde bereit, das einzusetzen, was der Gegner bereit war einzubringen, der mit absolutem Einsatz und voller Hingabe gespielt hat.“ Der Hamburger SV, Mainz und Freiburg mit dem 3:0 gegen Nürnberg zogen an Werder vorbei.

Thorsten Finks HSV ist im Kommen: Das 1:0 durch Heung-Min Son bei Neuling und Tabellenschlusslicht Fürth war der dritte Sieg bei jetzt vier Begegnungen ohne Niederlage. Die SpVgg blieb als erster Bundesligist in den ersten vier Heimspielen ohne Tor. Immerhin attestierte Trainer Mike Büskens seinen Profis, „ein wahnsinnig engagiertes Team“ gesehen zu haben.

Ernüchterung herrschte in Wolfsburg und beim „Club“: Die Franken verloren nach dem fast perfekten Start (zwei Siege, ein Unentschieden) schon zum vierten Mal in Serie, Dieter Hecking will jetzt „Tacheles reden“. Für VfL-Coach und -Manager Magath war die 800. Erstligapartie als Spieler und Trainer ebenfalls die Fortsetzung einer bitteren Bilanz.

Das 0:3 „auf Schalke“ verlängerte die Anzahl nicht gewonnener Begegnungen auf sechs - so lange wie nie zuvor unter Magath. „Wir haben nicht den Erfolg, der gedacht war“, musste er einräumen. Noch gibt sich der 59-Jährige, der für rund 20 Millionen Euro einkaufen durfte, cool. „Machen Sie gerne“, sagte er in die Medienrunde auf die Frage, ob es denn jetzt Diskussionen um seine Position geben könnte.

dpa

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