Gomez scheut Messi-Vergleich: "Ich bin nicht verrückt!"

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Mario Gomez will sich nicht mit Lionel Messi vergleichen lassen. Er sagt: "Messi ist der Beste!".

München - Bei den Bayern geht man das CL-Rückspiel im Viertelfinale gegen Marseille mit höchster Konzentration an. Super-Knipser Mario Gomez lässt sich daher auch auf keinerlei Vergleiche mit Superstar Lionel Messi ein.

Großer Zahltag, große Kulisse: Den programmierten Einzug in das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid sieht der FC Bayern München nicht als lockeren Abendspaziergang an. „Wir wollen nichts mehr anbrennen lassen und werden genauso auf Sieg spielen, als wenn wir 1:1 gespielt hätten. Da werden wir keinen Unterschied machen“, kam Jupp Heynckes einen Tag vor dem Viertelfinal-Rückspiel gegen Olympique Marseille an diesem Dienstag (20.45 Uhr/Sat.1 und Sky) seiner Warnpflicht als Trainer nach. Auf die gelbvorbelasteten Spieler mag der 66-Jährige dabei keine Rücksicht nehmen, aber im Marathonprogramm auf die Belastung seiner Profis. Erst am Spieltag wollte er über Schonungsmaßnahmen für Dauerbrenner auch nach Blick auf deren „Wehwehchen“ entscheiden.

Egal, wer spielt: Nach dem 2:0 vor einer Woche müssten die Gesetze der Fußball-Logik schon außer Kraft gesetzt werden, damit die Münchner auf dem Weg ins erträumte Heim-Finale am 19. Mai doch noch im Viertelfinale scheitern und nicht am 17. April (zu Hause) und am 25. April (auswärts) gegen Real Madrid in der Runde der letzten Vier spielen. Aber in einem Champions-League-Viertelfinale „kann man nicht erwarten, dass der Gegner zurücksteckt und uns vorbei gehen lässt“, warnte Mario Gomez.

Gomez will als elffacher Saisontorschütze in der Königsklasse im Fernduell mit Lionel Messi (12 Königsklassen-Tore) vom FC Barcelona seine traumhafte Torquote von 37 Treffern in 41 Pflichtspielen hochschrauben. „Für mich ist aber entscheidend, dass wir mit der Mannschaft erfolgreich sind, den Weg weitergehen und am Ende mit Erfolgen da stehen. Nach Möglichkeit Meister werden, Pokalsieger und unseren großen Traum in der Champions League erfüllen“, sagte der Nationalstürmer. Auf eine Stufe mit dem argentinischen Superstar will er sich sowieso nicht stellen. „Ich bin nicht verrückt und will mich nicht mit Messi vergleichen oder mit ihm messen, denn er ist einfach der Beste, wahrscheinlich der Beste, den es ja gab und je geben wird.“

Nicht nur das Ergebnis aus dem Hinspiel auch alle Statistiken sprechen für den deutschen Fußball-Rekordmeister. In 21 von 22 Fällen kam Bayern im Europapokal nach einem Auswärtssieg weiter; nur nach dem 1:0 im Achtelfinale der Vorsaison ging es gegen Inter Mailand noch in der Allianz Arena beim 2:3 schief. Überhaupt verpasste neben den Münchnern im Vorjahr nur Panathinaikos FC 1995/96 im Halbfinale das Weiterkommen nach einem Auswärtssieg im Hinspiel. „Aber das wird sicherlich kein Spaziergang“, mahnte Gomez dennoch vor dem Duell gegen die Franzosen, die acht der vergangenen neun Pflichtspiele verloren.

Gerade in der Festung Allianz Arena, in der es 12 Siege in den vergangenen 13 Königsklassen-Heimspielen gab, wollen die Münchner ihren Fans einen schönen Fußball-Abend präsentieren. Die 66 000 Tickets waren - bei Bestellungen im sechsstelligen Bereich - schon vor dem Hinspiel verkauft und schraubten die Einnahmen der Bayern in der Champions League weiter hoch. 23,4 Millionen Euro an UEFA-Prämien, geschätzt über 15 Millionen Euro an Zuschauer-Einnahmen, dazu noch eine Summe im zweistelligen Millionen-Bereich aus dem Marktpool: Europas Eliteliga bleibt mit schon jetzt rund 50 Millionen Euro eine Goldgrube für den FCB.

Heynckes, der bald eine Vertragsverlängerung von Arjen Robben erwartet, will beim Spiel gegen die Franzosen keine Rücksicht auf seine mit Gelb vorbelasteten Spieler nehmen. Jerome Boateng, Toni Kroos, Luiz Gustavo und Thomas Müller wären bei einer weiteren Verwarnung im Halbfinal-Hinspiel gesperrt. „Das habe ich im Laufe meiner Karriere als Trainer nie berücksichtigt“, betonte der Coach. Dagegen könnte der eine oder andere Profi, wie zuletzt etwa der eingewechselte Franck Ribéry gegen Nürnberg, eine Verschnaufpause bekommen. „Ich entscheide Dienstag, ob ich irgendwas ändere oder nicht.“

dpa

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