"Liga braucht Aushängeschilder"

Bayern und BVB machen Löw froh

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Joachim Löw

Berlin - In Istanbul beobachtete Joachim Löw persönlich den Halbfinal-Einzug von Özil und Khedira. Den Champions-League-Lauf der Bayern und des BVB sieht der Bundestrainer als Erfolg für den ganzen deutschen Fußball.

Real und Barca kontra Bayern und BVB. Joachim Löw wertet die „spannende Konstellation“ vor dem Halbfinale in der europäischen Königsklasse aber auch als Erfolg für den gesamten deutschen Fußball - und als Trumpf für die WM-Mission der Nationalmannschaft. „Als Bundestrainer bin ich froh darüber, dass viele Nationalspieler sich nun auch in den Halbfinalspielen der Champions League auf höchstem internationalen Niveau beweisen können. Das bringt jeden einzelnen in seiner Entwicklung enorm voran“, erklärte Löw am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Nicht nur die Bayern und der BVB, sondern auch die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira mit Madrid stehen im Semifinale der Königsklasse. Löw beobachtete in Istanbul auf der Tribüne seine Real-Nationalspieler live. „Dass jeweils zwei Teams aus Deutschland und Spanien den Sprung ins Halbfinale der Champions League geschafft haben, ist natürlich eine spannende Konstellation, die für mich auch ein Beleg dafür ist, dass in diesen beiden Ländern sehr moderner, extrem gut organisierter Fußball gespielt wird“, betonte Löw.

Von einem Zweikampf Spanien kontra Deutschland an der europäischen Spitze aber will der Freiburger nichts wissen: „Es wäre allerdings völlig falsch, nur noch in Spanien den größten und einzigen Konkurrenten des deutschen Fußballs zu sehen. England, Italien, Frankreich bleiben langfristig für mich weiterhin auf Augenhöhe, sowohl auf Vereins- als auch Nationalmannschaftsebene.“ Bei der WM im kommenden Jahr in Brasilien, wo Löw nach dann 18 Jahren wieder einen Titel für Schwarz-Rot-Gold gewinnen will, kommen zudem die starken Südamerikaner Brasilien und Argentinien als Hauptkonkurrenten dazu.

„Es überrascht nicht, dass die beiden derzeit stärksten deutschen Clubs auch das Rückgrat der Nationalmannschaft bilden“, erklärte Löw, für den diese Konstellation allerdings bei der Länderspielreise zum Saisonende in die USA zum großen Problem werden könnte. Auf die Endspiel-Teilnehmer muss der Freiburger für die Testspiele am 29. Mai in Boca Raton gegen Ecuador und am 2. Juni in Washington gegen die von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann gecoachte USA verzichten. Löw ordnet die Erfolge der Münchner und Dortmunder jedoch höher ein: „Die Liga und der gesamte deutsche Fußball brauchen diese Aushängeschilder.“

Die nationale Dominanz des FC Bayern und die wirtschaftlichen Möglichkeiten von München und Dortmund, die sich mit den weiteren Champions-League-Millionen immer mehr von der Bundesliga-Konkurrenz absetzten können, stuft Löw nicht als Gefahr ein. „Insgesamt denke ich, dass die Bundesliga auch in der Breite weiterhin stark besetzt ist mit einigen Clubs, die den Bayern und den Dortmundern in den nächsten Jahren Paroli bieten können und auch international noch Potenzial haben“, sagte der Bundestrainer.

„Es ist schon sehr beeindruckend und verdient größten Respekt, wie der FC Bayern in dieser Saison die Bundesliga klar beherrscht und genauso wie Dortmund auch international Akzente setzt. Dies ist Ausdruck für das Top-Niveau dieser beiden Vereine, aber auch der Bundesliga“, ergänzte Löw.

Dass sich mit einem möglichen Halbfinal-Duell der beiden deutschen Clubs in der Champions-League die Rivalität zwischen Bayern und Dortmund verschärft auch im Nationalteam widerspiegeln könnte, befürchtet Löw nicht: „Entscheidend ist, dass wir als Nationalmannschaft eine starke Einheit bilden und unseren eigenen Stil prägen. In der Nationalmannschaft gibt es kein Lagerdenken, wir verfolgen gemeinsame Ziele.“

dpa

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