Bayern-Jäger? Klopp verneint den Schwachsinn

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Jürgen Klopp.

Dortmund - Borussia Dortmund sieht sich vor dem Duell bei den Bayern auf einem ähnlichen Niveau wie beim 3:1-Sieg im Februar. Doch BVB-Boss Watzke hat einen entscheidenden Unterschied ausgemacht.

Drei Spiele, drei Kraftproben - Borussia Dortmund steht eine wegweisende Woche bevor. In den Partien gegen den FC Bayern, den FC Arsenal und Schalke 04 binnen acht Tagen will der deutsche Fußballmeister den jüngsten Aufwärtstrend fortsetzen. “Wir können für Furore sorgen“, kommentierte Kapitän Sebastian Kehl das schwere Programm des Bundesliga-Zweiten voller Vorfreude.

Bei allem Respekt vor den kniffligen Aufgaben überwiegt eine positive Erwartungshaltung. Nach dürftigem Saisonstart und zwischenzeitlichem Absturz auf Rang elf wähnen sich alle Beteiligten zurück auf Kurs. Immerhin verbuchte der Titelverteidiger in den vergangenen sechs Ligapartien bei einem imposanten Torverhältnis von 19:3 fast optimale 16 Punkte und trat dabei mitunter ähnlich dominant auf wie in der Meistersaison.

Das macht Mut für die Partie am Samstag (18.30 Uhr) beim bisher souveränen Spitzenreiter aus München. “Wir wissen, dass wir dort bestehen können, gerade weil wir zuletzt einiges Selbstvertrauen tanken konnten“, sagte Kehl den “Ruhr Nachrichten“ (Donnerstag).

Der Vorstoß auf Rang zwei der Tabelle brachte der Borussia den Respekt vergangener Tage zurück. Sowohl Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge als auch Bundestrainer Joachim Löw erklärten den Revierclub zum Hautkonkurrenten der scheinbar übermächtigen Bayern. Gleichwohl reagierte Trainer Jürgen Klopp auf die vielen Fragen nach der Rolle seines Teams als erster Bayern-Jäger unwirsch: “Diesen Anteil an Schwachsinn gibt es in unserem Selbstvertrauen nicht.“

Mit einem Coup wie beim 3:1 am 26. Februar in München will der BVB die drohende Langeweile im Titelkampf abwenden. Schließlich liegt der Rekordmeister aus München bereits mit fünf Punkten Vorsprung vorn und könnte sich mit einem weiteren Sieg vorentscheidend absetzen. Im Vergleich zum damaligen Duell, bei dem die Borussia den Grundstein zum späteren Titelgewinn legte, hat Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke jedoch einen markanten Unterschied ausgemacht: “Unser Niveau ist ähnlich hoch wie im Februar, aber die Bayern haben ein höheres als damals.“

Auch Bastian Schweinsteiger sprach von umgekehrten Vorzeichen: “Das 1:3 ist vergessen. Wir hatten nicht unbedingt unseren besten Tag und sind ganz klar in der Lage, Dortmund zu schlagen“, sagte der verletzte Münchner Nationalspieler, der seinem Team in den kommenden Wochen fehlen wird.

Ähnlich schwer wie der Ausfall des Mittelfeldstrategen wiegt auf Dortmunder Seite die langwierige Verletzung von Neven Subotic. Viel wird davon abhängen, ob der BVB seine zurückgewonnene Stabilität auch ohne den Innenverteidiger aufrechterhalten kann. Als Ersatz steht Felipe Santana bereit, den viele für einen der besten Reservisten der Liga halten.

Dem Zweikampf mit Mario Gomez, der mit bisher 13 Saisontreffern auf den Spuren des Bundesliga-Rekordtorschützen Gerd Müller (40) wandelt, sieht der Brasilianer Santana selbstbewusst entgegen: “Mario muss wissen, dass er gegen uns eine Torpause einlegen wird. Im Anschluss kann er wieder auf Rekordjagd gehen.“

dpa

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