Club erhofft Sahnetag

FC Bayern will "einfach weitermachen"

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Franck Ribéry ist bereit für neue Geniestreiche

Nürnberg - Der FC Bayern gibt vor dem Derby gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag eine ganz einfache Marschroute aus. Die Clubberer erhoffen sich derweil einen Sahnetag.

15 Punkte, 15:0 Tore - beim Blick auf die unglaubliche Auswärtsbilanz des FC Bayern glich das demonstrative fränkische Selbstbewusstsein ein wenig dem Pfeifen im Walde. „Es gibt keinen Klassenunterschied. Wir spielen in ein und derselben Liga“, erinnerte Trainer Dieter Hecking vom 1. FC Nürnberg vor dem 185. fränkisch-bayerischen Derby am Samstag (15.30 Uhr) gegen das aktuelle Überteam der Bundesliga. Wohl wahr - doch angesichts der momentanen Ausnahmestellung der Münchner käme alles andere als ein Sieg der Gäste einer faustdicken Überraschung gleich.

Fast schon etwas Langeweile macht sich angesichts des einsamen Erfolgszugs des deutschen Rekordmeisters im Meisterschaftskampf breit, doch einlullen lassen wollen sich die Bayern-Bosse diesmal auf gar keinen Fall. „Wir haben jetzt wichtige Wochen vor uns, die in Nürnberg beginnen. Es gilt mit hoher Konzentration und großem Willen die Spiele anzugehen“, mahnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Kurz und knapp: „Einfach weitermachen - und es ein Stück besser machen als in der vergangenen Saison.“

Auch das möglicherweise schon vorentscheidende Auswärtsspiel in der Champions League am Dienstag beim spanischen Club FC Valencia soll erst nach den 90 Derby-Minuten Platz bekommen. „Wir müssen diese Wettbewerbe unbedingt trennen“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer. „Es darf am Samstag keiner, wirklich keiner, bereits an Valencia denken. Das muss aus den Köpfen raus.“

Wie wichtig Bayern-Trainer Jupp Heynckes und seine Profis die Aufgabe beim fränkischen Nachbarn nehmen, zeigte sich schon bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend. Als Vertreter der Mannschaft ließ sich allein Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger auf der Veranstaltung blicken, und nach nur 80 Minuten verordnete Präsident Uli Hoeneß seinem Nationalspieler Feierabend. „Wir alle sind sehr daran interessiert, dass wir am Samstag in Nürnberg drei Punkte holen“, begründete Hoeneß den frühen Zapfenstreich.

Dabei wäre den Nürnbergern ein wenig Bayern-Schlendrian sicher recht. Stark waren die Franken in die Saison gestartet, doch nach nur vier Punkten aus den letzten acht Partien findet sich der Altmeister wieder einmal im Tabellenkeller wieder. Und ausgerechnet jetzt kommt der nimmersatte Liga-Primus: „Wir müssen einen richtigen Sahnetag erwischen, und die müssen uns auf die leichte Schulter nehmen“, beschrieb Torhüter-Rückkehrer Raphael Schäfer die Voraussetzungen für einen Heimerfolg.

Kleinmachen wollen sich die Franken aber nicht. „Man hat immer eine Chance als Außenseiter. Man muss sie suchen, sich erarbeiten und wenn sie dann da ist, zupacken“, sagte Hecking. Und dann hatte der „Club“-Coach bei der Einschätzung des Derby-Gegners sogar noch eine kleine Spitze parat. „Es ist eine Ansammlung individueller Qualität, die jetzt auch noch entdeckt hat, dass Fußball ein Mannschaftssport ist“, beschrieb der „Club“-Coach süffisant den großen Nachbarn. Rummenigge, Hoeneß und Co. werden es gerne gehört haben.

dpa

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